MyMz
Anzeige

Rettungswesen

Hunde, die Menschenleben retten

30 Rettungsfahrzeuge und lautes Hundegebell im Staatswald bei Parsberg wiesen auf eine Fortbildung von 29 Hundeführern hin.
Von Vera Gabler

  • Katja Pilot (sitzend) gibt Tipps zur Kommunikation zwischen Hund und Hundeführer. Fotos: Gabler
  • Bordercollie Cash bringt seinen Hundeführer zum Opfer.

Parsberg.Ein ungewöhnlicher und im ersten Moment erschreckender Anblick bot sich am Sonntag Joggern und Spaziergängern im Staatswald von Parsberg. Knapp 30 Fahrzeuge, darunter BRK-Rettungsfahrzeuge, parkten mitten im Wald, zwischendurch hörte man Hunde-Bellen. Eine Rettungsaktion? In gewisser Weise schon, wenngleich es an diesem Tag um ein Treffen von Hundeführern mit ihren Rettungshunden handelte, um sich auszutauschen.

29 Hundeführer waren anwesend

Unter der Organisation von Christine Schuster, Ansprechpartner für die BRK Rettungshundestaffel Neumarkt, waren 29 Hundeführer der Einladung des Landesverbandes gefolgt. Allen voran Katja Pilot von der BRK Rettungshundestaffel Mühldorf und Ansprechpartnerin im BRK Landesverband.

Die Teilnehmer waren aus Ingolstadt, Pfaffenhofen, Main-Spessart, Neustadt-Aisch, Landsberg, Ober- und Unterallgäu sowie Hof und Bayreuth gekommen, um sich zum einen Tipps im Bereich „Freiverweiser“ bzw. „Bringsler“ zu holen. Im Gespräch mit unserer Zeitung ergänzt Schuster, dass das BRK in Bayern aktuell 41 Rettungshundestaffeln mit über 700 Rettungshunden hat, die auch im Katastrophenschutz eingesetzt werden.

Den typischen Rettungshund gebe es nicht, geeignet seien grundsätzlich Rassen mittlerer Größe und mittlerem Körpergewicht, was der Blick in den Wald auch bewies. Die Aufgabe des Hundes ist es, eine vermisste Person zu suchen, wenn er diese gefunden hat, gibt es verschiedene Möglichkeiten, seinen „Fund“ auch anzuzeigen.

Katja Pilot erklärte bei der Begrüßung, dass die Form der „Rückverweiser“ eher wenig vertreten sei. Letztendlich müsse der Hund nach dem Fund zu seinem Hundeführer zurück, müsse diesem mit einer erlernten Verhaltensweise „erklären“, dass er fündig geworden war. „Danach wird der Hund angeleint und führt den Hundeführer zur Person oder pendelt zwischen der Person und dem Hundeführer, bis dieser sein Ziel erreicht hat“, erklärt Pilot.

Die Schwierigkeit liege darin, dass in der Zeit des „Pendelns“ der Hund nicht wegen anderer Gerüche oder Ereignisse abgelenkt werden dürfe. Da sei es vor allem wichtig, dass auch die Anforderungen an den Hundeführer erfüllt werden. „Dieser muss lernen, mit dem Hund zu kommunizieren“ ergänzt Schuster. Jeder Übungstag sei ein Abenteuer, man lerne immer wieder dazu. Manchmal zeigt der Hundeführer beim Trainieren seinen Stolz plötzlich mit mehr Gesten und Worten als bisher. Das könne den Hund so erstaunen, dass er seine Aufgabe vergesse, den Fund zu zeigen, so die Erklärung.

Regelmäßiges Training wichtig

Alles in allem möchte so einen Tag des Kennenlernens und des Austausches keiner missen, wird abschließend betont. Großen Dank sprach Schuster auch dem Revierleiter Ernst Hautmann aus, der es der BRK Rettungshundestaffel immer wieder ermöglicht, im Staatswald trainieren zu dürfen. Letztendlich könne man Erfolge bei Einsätzen nur dann garantieren, wenn Hund und Hundeführer regelmäßig trainieren. „Rettungshundearbeit ist nicht bloß ein Hobby. Es ist eine ehrenamtliche Tätigkeit, die der Rettung von Menschenleben dient“, dankte Katja Pilot zum Abschluss.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht