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Hygiene verträgt keinen Schmuck

Am 26. April ist Girls’ Day. Daniela Schmidt arbeitet in einem Beruf, der für Symbole der Weiblichkeit keinen Platz hat: Pharmakant.

Hygiene und Qualität: Darauf muss Pharmakantin Daniela Schmidt bei ihrer täglichen Arbeit bei Bionorica achten. Schmuck und Schminke würden da nur stören.Foto: Endlein

Neumarkt. Lange Fingernägel, darauf roter Lack und dazu glitzernde Ringe, all das ist in dem Beruf von Daniela Schmidt nicht erlaubt. Die Hygienevorschriften in der Produktion bei Bionorica, wo Schmidt als Pharmakantin arbeitet, lassen das nicht zu. Andererseits gilt dort auch: „Wer sich die Hände nicht schmutzig machen möchte, der ist bei uns völlig fehl am Platz“, erklärt die 25-Jährige.

Es klingt nach einem Männerberuf – was es auch ist. Zumindest, wenn man in die Produktion des Neumarkter Herstellers von pflanzlichen Medikamenten und Extrakten blickt. Eine weitere Kollegin arbeitet dort noch mit Schmidt als Pharmakantin, der Rest sind Männer.

Ihre Arbeit alles andere als einfach. „Pharmakant ist so etwa wie ein Medikamentenhandwerker“, sagt Schmidt. Naturwissenschaftliches Wissen, technisches Können und körperliche Arbeit gehen trotz moderner Gerätschaften immer noch einher. Als Pharmakantin ist Schmidt dafür zuständig, dass aus den braunen Säcken und Tonnen im Lager mit Pflanzen wie zum Beispiel Eisenkraut die begehrten Medikamente des Neumarkter Unternehmens entstehen. „Nur Knöpfe drücken ist nicht“, sagt Schmidt. So muss sie auch fest anpacken, wenn es gilt, das Material aus dem Lager in die Produktionshallen zu bringen. Aber auch dabei können männliche Kollegen von Vorteil sein, sagt Schmidt mit einem Augenzwinkern.

Dass Pharmakantin einmal ihr Traumberuf sein würde, das war der damals 15-jährigen Daniela Schmidt nicht bewusst, als sie sich 2002 bei Bionorica um einen Ausbildungsplatz bewarb. „Die Eltern haben mich mehr darauf gebracht“, erinnert sich die Unterölsbacherin zurück. Zehn Jahre ist das her. Heute würde sie nicht mehr tauschen wollen. „Ich bin kein Mensch, der nur im Büro arbeiten könnte.“ Jetzt habe sie den richtigen Mix. Im Lager und zwischen Extraktoren und silbernen Stahltanks kommt es auf technisches Wissen und Schmalz in den Muskeln an. Aber auch der Schreibtisch ist ihr nicht unbekannt, schließlich gehöre die Dokumentation zu ihrer Arbeit dazu.

„Der Job ist so vielseitig“, sagt Schmidt. Von der Pipette bis hin zum Hebekran ist alles drin.

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