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Hinter den Kulissen

In Jurahallen ist rund um die Uhr Action

Neumarkts Festwirt Albert Zollbrecht gestattete der MZ einen Blick hinter die Kulissen. Die Sauberkeit ist das oberste Gebot.
Von Lothar Röhrl

  • Wenn die meisten schon daheim oder zumindest im Weinzelt sind, beginnt im Biergarten und in beiden Hallen das Großreinemachen.Fotos: Röhrl
  • Ein Durchlaufkühler

Neumarkt.Tipp-top saubere Hallen, erfrischend-kühle Getränke: Beides erwarten an jedem Tag des Jura-Volksfestes dessen Besucher. Und sie bekommen das auch. Dafür greifen hinter den Kulissen eine Menge an Rädchen wie bei einem Uhrwerk ineinander. Festwirt Albert Zollbrecht hat es ermöglicht, dass wir einen solchen Blick hinter die Kulissen werfen konnten.

Dabei ging es zum einen um die Frage, wie bei einer Außentemperatur von 37 Grad im Schatten und gefühlter Temperaturen von zuletzt 25 Grad in beiden Hallen das Festbier pur oder als Radler so kühl auf jeden Platz gelangen können. Oder: Warum haben die Stände und das Weinzelt für ihre Getränke immer Eiswürfel vorrätig? Zollbrecht zeigte uns den Bereich in der Großen Halle, wo das ganze Fest durch rund um die Uhr Eismaschinen laufen und die Vorräte in Kühltruhen auf ihren ‚Einsatz‘ warten. Ständig würden zwei Angestellte von ihm mit Kühltaschen zwischen den verschiedenen Bars und dem Kühlbereich hin- und herpendeln, um in Kühltaschen Eiswürfel etwa für Prosecco, Spritz und Co. zu transportieren. Diese beiden Kräfte würden auch für Nachschub an den Pilsständen sorgen.

OB und Festwirt (r.): Jeder schätzt die Arbeit des anderen.
OB und Festwirt (r.): Jeder schätzt die Arbeit des anderen.

Für kühles Bier an den Schankstationen in der Halle und im Biergartenbereich gebe es Durchlaufkühler. Die im Freien seien natürlich größer dimensioniert, merkte Zollbrecht an. Doch alleine könnten diese das Bier nicht so herunterkühlen. Daher stehen hinter beiden Hallen die Container, in denen das von der jeweiligen Festbrauerei angelieferte Bier auf dem einstelligen Gradbereich gehalten wird, den es zuvor beim Verlassen der Brauerei schon gehabt hatte.

Ein Sauberkeitsthema betrifft die Bierkrüge. 12 000 aus Glas hat Zollbrecht für dieses Fest bereitgestellt. Die meisten sind im täglichen Einsatz. Oder auf Lager: Acht Paletten mit je 500 stehen dort als Ersatz oder Reserve bereit. Einmal am Tag, gleich nach Ende des Festbetriebs, wird jeder zuvor eingesetzte Krug in einer speziell dafür ausgestatteten Box der Großen Halle heiß durchgespült. Das ist zusätzlich zu jener Spülung, die während des täglichen Festbetriebs ständig in den Schänken erfolgt.

Für die Sauberkeit in den Hallen sowie bei den Sitzgelegenheiten wird quasi die ganze Nacht hindurch gesorgt. Auftakt dafür ist, dass die Bedienungen die Oberflächen der Tische und Bänke nass abwischen, bevor sie die Bänke mit den Sitzflächen nach unten auf die Tische legen. Von Hand beseitigen Kehrer den Müll zwischen den Tischen. Ab 3.30 Uhr werde die gleiche Prozedur im Weinzelt wiederholt, denn dann muss der letzte Gast dieses verlassen haben. Zusätzlich rollen in den Hallen, im Weinzelt und im Biergartenbereich Kehrmaschinen.

Der Blick ins Lager, wo unter anderem Kohlensäure-Flaschen und Paletten mit Reserve-Maßkrügen stehen.
Der Blick ins Lager, wo unter anderem Kohlensäure-Flaschen und Paletten mit Reserve-Maßkrügen stehen.

Die Sonne ist derzeit noch nicht aufgegangen, da kommt ab 5 Uhr die „Aufrüstung“ der Biervorräte zum Non-Stopp-Betrieb dazu. Mit dabei ist ein Bediensteter von Festwirt Albert Zollbrecht, der mit der Festbrauerei eine Mängelliste abarbeitet. Gleiches sei dann auch der Fall, wenn nach 7 Uhr Mitarbeiter des städtischen Bauhofs am Festplatz vorbei schauen. Noch bevor irgendwann am späten Vormittag die ersten Festbesucher zum Konsumieren eines zweiten Frühstücks oder eines leicht vorgezogenen Mittagessens vorbei schauen, haben Bauhof-Mitarbeiter etwa entstandene Schäden beseitigt beziehungsweise repariert.

„Dem Bauhof muss ich das Kompliment machen, dass alles sehr, sehr gut funktioniert. Das geschieht noch dazu ohne großes Aufhebens, in aller Stille sozusagen“, betonte Albert Zollbrecht.

Und damit ist schon der nächste der insgesamt elf Neumarkter Volksfesttage angebrochen. Der nächste von 32 mal elf Tagen, seit Albert Zollbrecht Festwirt ist. Denn heuer macht der Höhenberger Wirt (Gasthaus „Schönblick“) die 32 Jahre voll.

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