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Maßnahme

Kläranlage Reichertshofen hat ausgedient

Die mittlerweile 25 Jahre alte Anlage erfüllt nicht mehr die heutigen Anforderungen. Die Gemeinde muss nun handeln.
Von Michael Schrafl

Die wasserrechtliche Genehmigung für die Teichkläranlage läuft aus. Kommt der Anschluss an die Kläranlage Neumarkt? Foto: Schrafl
Die wasserrechtliche Genehmigung für die Teichkläranlage läuft aus. Kommt der Anschluss an die Kläranlage Neumarkt? Foto: Schrafl

Sengenthal.Die wasserrechtliche Genehmigung für die Kläranlage in Reichertshofen läuft zum 31. Dezember dieses Jahres aus. Die im Jahre 1993 erbaute Anlage erfüllt die erhöhten Anforderungen des Wasserwirtschaftsamtes nicht mehr. Die Gemeinde ist daher gezwungen zu handeln. Es gibt drei Möglichkeiten: einmal die Stilllegung der Anlage, verbunden mit den Anschluss an die Kläranlage Neumarkt, dann die Sanierung der 25 Jahre alten Anlage. Dritte Variante ist der Neubau der Kläranlage.

Bei der Gemeinderatssitzung am Mittwoch zeigten Fabian Stadler und Rainer Hämmelmann vom Planungsbüro Petter Ingenieure Neumarkt den derzeitigen baulichen Zustand der Kläranlage, die hohen Anforderungen des Wasserwirtschaftsamtes an bestehende Kleinkläranlagen sowie mögliche Lösungen auf.

Wie Stadler sagte, bestehe bei der Kläranlage großer Sanierungsbedarf. So müsse der Rechen erneuert werden, ein funktionierender Sandfang sei nicht gegeben, die Teichbelüftungsanlage arbeite nicht ordnungsgemäß und sei wie die Pumpen und die EDV auch veraltet. Das ist kein Wunder, die Kompressoren stammen noch aus der Bauzeit. Zudem erfordere die Anlage hohen Personal- und Energieeinsatz.

„Es ist in jedem Falle günstiger, sich einer großen Kläranlage anzuschließen als selbst eine neue Anlage zu bauen und zu betreiben.“

Rainer Hämmelmann

Die Wasserlinsen an der Wasseroberfläche seien ein Zeichen, dass die Kläranlage nicht so funktioniere wie sie sollte. Stadler: „Kläranlage und Pumpwerk sind nicht auf die heutige Abwassermenge (Mischwasser) ausgerichtet; auch erweise sich der Vorfluter, die Lach, hierfür zu gering. Deshalb sei ein Fangbecken, das den ersten Spülstoß (mit Schmutzwasser) bei starken Regenfällen auffange, in jedem Falle nötig, gleich welche Lösung man anstrebe.

Wirtschaftliche Lösung gesucht

Wie Rainer Hämmelmann sagte, sei das Pumpen der Abwässer aus Forst und Reichertshofen nach Neumarkt sicherlich die technisch sinnvollste und wirtschaftlichste Lösung. Die Investitionskosten für das erforderliche Pumpwerk, Hauptpumpwerk, Fangbecken (160 Kubikmeter) und 2,4 Kilometer langen Druckleitung von Reichertshofen nach Buchberg liegen bei 1,2 Millionen Euro, die staatliche Förderung bei 360 000 Euro.

Rainer Hämmelmann: „Es ist in jedem Falle günstiger, sich einer großen Kläranlage anzuschließen als selbst eine neue Anlage zu bauen und zu betreiben.“

Der Gemeinderat beschloss, für alle drei Varianten (Anschluss an Neumarkt, Sanierung bzw. Neubau der Kläranlage) eine Kostenvergleichsberechnung in Auftrag zu geben.

Sollte das Wasserwirtschaftsamt grünes Licht für die beschlossene Variante geben und auch die Fördermittel zugesichert sein, will die Gemeinde die Planung im Winterhalbjahr vorantreiben und im kommenden Jahr umsetzen.

Johann Pfeiffer beabsichtigt auf seinem Grundstück, auf dem ehemaligen Industriegebiet von Heidelberg-Zement, zehn unterschiedlich große Hallen errichten und auf deren Dächern eine Photovoltaikanlage installieren. Dazu komme noch eine große PV-Freiflächenanlage. In den Gebäuden sollen Oldtimer, Sommer- und Winterfahrzeuge und Absperrungen untergestellt bzw. Möbel eingelagert werden. Wie Johann Peiffer sagte, denke er langfristig auch an die Unterbringung von Stromspeichertechnik.

Hier lesen Sie, was sonst noch in der Gemeinderatssitzung bekannt wurde:

Kläranlage Reichertshofen hat ausgedient

  • Schule:

    Die Grundschule zählt aktuell sechs Klassen mit insgesamt 110 Kindern.

  • Pfarrei:

    Zum Jubiläum zelebriert H.H. Bischof Gregor Maria Hanke am 29. September um 10 Uhr den Festgottesdienst.

  • Bürgerversammlungen:

    4. Oktober in Forst, 5. Oktober in Reichertshofen, 11. Oktober in Buchberg und 12. Oktober Sengenthal.

Bebauungsplan gefordert

Neben der Schotterhalle ist eine Hausmeisterdienstwohnung (Einfamilienhaus) zur Schutz der Anlagen geplant. Das Landratsamt fordere für diese Vorhaben einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan. In einem Baufenster werden alle baulichen Vorhaben und deren Nutzung genau festgeschrieben. Die restlichen Flächen sollen für den Naturschutz erhalten bleiben.

Während Amtsleiter Josef Möges zu dem Vorhaben oberhalb der Bahnlinie aus gemeindlichen Gründen Bedenken äußerte, standen Bürgermeister Werner Brandenburger und die Gemeinderäte dem Vorhaben positiv gegenüber.

Großes Lob gab es für die neuen Spielgeräte auf den Spielplätzen Forst und Reichertshofen. Bei der Auflassung eines Grabes hat der Besitzer für die Entfernung des Grabsteins zu sorgen. Die Gemeinde pflegt die Freifläche.

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