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Politik

Kosten für Kulturhalle steigen moderat

Zwei Drittel der Aufträge für das Berchinger Projekt sind vergeben. Die Kostenprognose liegt um 3,6 Prozent über der Planung.
Von Markus Rath

Inzwischen sind die Bauarbeiten an der Kulturhalle weiter vorangeschritten. Foto: Markus Rath
Inzwischen sind die Bauarbeiten an der Kulturhalle weiter vorangeschritten. Foto: Markus Rath

Berching.Die Auftragsvergabe von mehreren Gewerken für die Kulturhalle hat den Bauausschuss beschäftigt. Dabei sorgte der für die SPD im Gremium vertretene Josef Neumeyer von der ÖDP für Unverständnis bei seinen Ratskollegen und Bürgermeister Ludwig Eisenreich. Dieser wollte nämlich die Tagesordnung um zwei Punkte erweitern, um im September verlorene Zeit bei der Auftragsvergabe wieder herein zu holen. Neumeyer aber blockierte mit seiner Gegenstimmung den ansonsten einstimmigen Wunsch des Gremiums.

Auftragsvergabe stockt

Vorgeschichte: Wie berichtet, war im September auch die zweite Ausschreibung für das Gewerk Schreinerarbeiten, Fenster und Fassade gescheitert. Neun Firmen hatten die Unterlagen angefordert, nur die ARLT Fenster- und Türenbau aus Neuendettelsau gab ein Angebot ab, das rund 56 Prozent höher lag als die veranschlagten Kosten. Deshalb wurde die Ausschreibung ebenfalls aufgehoben. Die Stadt wollte kurzfristig versuchen, über eine Veränderung der Fensterscheibendimension ein günstigeres Angebot zu erzielen, was nach Auskunft von Eisenreich auch gelang. Ähnlich verhielt es sich im September mit dem Ergebnis der Ausschreibung für das Hubpodium im Bühnenbereich, das sogar um 169 Prozent über der Kostenschätzung von 70000 Euro lag. Auch hier wurde die Ausschreibung aufgehoben.

Die Toilettenanlage an der Schiffsanlegestelle wird umgebaut und mit einem Anbau erweitert. Foto: Rath
Die Toilettenanlage an der Schiffsanlegestelle wird umgebaut und mit einem Anbau erweitert. Foto: Rath

Nachdem inzwischen aber für beide Gewerke Angebote vorlagen, die laut Eisenreich eine Vergabe ermöglicht hätten, wollte die Stadtverwaltung diese noch in die Oktobersitzung aufnehmen. Damit waren auch alle Stadträte mit Ausnahme von Neumeyer einverstanden. Der lehnte die Erweiterung der Tagesordnung ab, weil es ihm nicht möglich gewesen sei, sich auf die Punkte vorzubereiten. „Wenn ich keine Informationen habe, kann ich auch nicht darüber entscheiden“, sagte Neumeyer. Dies sei nicht sein Verschulden. Auch gutes Zureden, dass die Informationen ja nun in der Sitzung geliefert würden, half da nichts. „Das kann doch nicht wahr sein“, kommentierte Andreas Höffler (CSU) das Verhalten Neumeyers. Der CSU-Fraktionssprecher fragte nach, ob dies zu einer Verzögerung beim Baufortschritt führe. Eisenreich sagte zu, diese zu prüfen und machte deutlich, dass dann als Folge von Neumeyers Verweigerungshaltung eine zweite Oktobersitzung des Bauausschusses notwendig werden wird. „Da gibt es dann nochmal Sitzungsgeld, vielleicht freut das den Herrn Neumeyer“, sagte der Bürgermeister und machte seiner Verärgerung damit deutlich Luft.

Stadtrats-Splitter

  • Schiffsanlegestelle:

    Für den Um- bzw. Neubau der Toilettenanlage wurden die Baumeisterarbeiten und die Zimmererarbeiten vergeben. Den Zuschlag erhielten die J. Englmann Bau GmbH und die Zimmerei Josef Hollweck aus Hennenberg. Die Gesamtkosten belaufen sich damit auf rund 108 000 Euro.

  • Photovoltaik:

    Der Bauausschuss hat den vorhabenbezogenen Bebauungsplan für eine Freiflächenphotovoltaikanlage in Schweigersdorf beschlossen.

  • Stromtrasse:

    Obwohl der Stadtrat sich in einer Resolution gegen die Juraleitung P53 ausgesprochen hat, sind vier diskutierte Planungsvarianten an TenneT übermittelt worden. Maria Meil kristisierte, dass dadurch die Bürger verunsichert wurden.

  • Biogasanlage:

    Die Köstler Alternative Energien GmbH will die bestehende Biogasanlage um einen weiteren Verbrennungsmotor erweitern und einen Ölabfüllplatz anbauen. Das gemeindliche Einvernehmen für das Projekt wurde einstimmig erteilt.

Nach diesem Vorgeplänkel zur eigentlichen Sitzung kam der Bauausschuss mit den Vergaben für die Kulturhalle trotzdem noch voran. Der Auftrag für die Elektroarbeiten wurde an die Berchinger Firma Elektro Frey vergeben, die sich mit einem Angebotspreis von 314 059,79 Euro gegen vier Mitbewerber durchsetzte. Damit liegt die Vergabesumme hier rund 5,6 Prozent über der Kostenschätzung von 297 259,33 Euro.

Die Gewerke Sanitärarbeiten und Heizungsbau gingen beide an die Firma Reindl aus Berching. Während bei ersteren die Kostenschätzung auch deshalb um 50 Prozent unterschritten wurde, weil ein Teil der dort veranschlagten Arbeiten bei den Baumeisterarbeiten ausgeschrieben und auch vergeben wurden, lag das Angebot beim Heizungsbau rund 18 Prozent (15 386,60 Euro) über der Kostenberechnung von 81 537,47 Euro.

Als letztes Gewerk wurden noch die Lüftungsbauarbeiten vergeben, zu denen auch die komplette Klimatechnik zählt. Hier gab nur die Firma Burkhardt aus Mühlhausen ein Angebot ab. Diese überstieg die Kostenschätzung von 225 255,70 Euro um rund vier Prozent (9 331,51 Euro).

Kostenmehrung prognostiziert

Nach diesen Vergaben ist zumindest der Ausschreibungsblock I bis auf das Gewerk Schreinerarbeiten, Fenster und Fassade abgeschlossen, was den Stadträten nun auch eine gewisse Prognose darüber erlaubt, inwieweit sich der Bau der Kulturhalle innerhalb des Kostenrahmens von 4,26 Millionen Euro (Brutto inklusive Baunebenkosten) bewegt. Derzeit sind Arbeiten für 3,38 Millionen Euro vergeben. Sollten die restlichen Gewerke die Kostenschätzung jeweils nicht überschreiten so stiegen die Gesamtkosten auf 4,412 Millionen Euro an. Die Kulturhalle würde demnach um 3,6 Prozent teuerer als vorgesehen.

„Damit sind wir gut im Rennen“, sagte Eisenreich. Maria Meil lobte die Bauverwaltung für die übersichtliche Darstellung der Baukosten. „Das erleichtert es uns Stadträten ungemein, bei der Vielzahl der Gewerke, den Überblick über die Gesamtkosten zu behalten“, sagte sie. Insbesondere deshalb, weil ja nicht alle Gewerke tatsächlich analog der Kostenschätzungen ausgeschrieben werden.

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