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Landtagswahl

Neumarkter CSU nach Wahl nicht geschockt

Albert Füracker ist erfreut über sein Resultat. Kreis-Chef Alois Karl wünscht sich eine Koalition mit den Freien Wählern.
Von Lothar Röhrl, Bernhard Neumayer und Nicole Selendt

Die erste Reaktion auf das CSU-Ergebnis fiel verhalten aus: CSU-Kreischef Alois Karl und Listenkandidatin Helga Huber im JohanneszentrumFoto: Röhrl
Die erste Reaktion auf das CSU-Ergebnis fiel verhalten aus: CSU-Kreischef Alois Karl und Listenkandidatin Helga Huber im JohanneszentrumFoto: Röhrl

Neumarkt.Die CSU und andere Direktkandidaten büßten zehn Prozent ein, nicht aber Albert Füracker: Im Stimmkreis 303, der identisch mit dem Landkreis Neumarkt ist, kam der Degerndorfer auf rund 50,5 Prozent. Das sind sechs Prozent weniger als fünf Jahre davor. Der Wert von über 50 Prozent ist einer der besten der CSU-Direktkandidaten in ganz Bayern gewesen. „Das war zumindest keine Anti-Füracker-Wahl“, sagte der amtierende bayerische Finanzminister dem Neumarkter Tagblatt. In dem Telefonat aus München klang Füracker keinesfalls zufrieden – aber nur in Bezug auf sich. Er ließ sich nicht entlocken, was jetzt in der Partei geschehen müsse.

Dort, wo sich in Fürackers politischer Heimat an jedem Abend nach einer Wahl viele CSU-Politiker und -Mitglieder treffen, war die Stimmung zwar gedrückter. Im Neumarkter Johanneszentrum gab der CSU-Kreisvorsitzende Alois Karl den Ton vor. Der Tenor war dabei eine Mischung aus Eingeständnis einer Niederlage und Trotzreaktion. „Es kann keine Koalition gegen die CSU geben“ und „Es wird wohl eine Regierung zusammen mit den Freien Wählern geben“, sagte Karl. Mit den Freien gäbe es allein schon deshalb eine größere Schnittmenge an gemeinsamen Haltungen, weil viele dort ehemalige Mitglieder der CSU seien.

Karl lehnt Grüne ab, die aber feiern

Karl ließ weniger Präferenz für eine Zusammenarbeit mit den Grünen erkennen. So sagte er in Anwesenheit einiger Mitglieder aus Mühlhausen, dass die Mühlhausener drei Kreuze machen könnten. Denn die Ortsumgehung der B 299 stehe schon vor ihrer Vollendung. Mit den Grünen in einer Beteiligung an einer bayerischen Staatsregierung würde es eine solche Umgehung nicht geben, weil sich die Grünen generell gegen Umgehungsstraße ausgesprochen hätten.

Hier finden Sie einen Kommentar zur Wahl von unserem Reporter Lothar Röhrl:

Kommentar

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Während bei der CSU fernsehtechnisch alles in Ordnung war, haperte es bei den Grünen im Restaurant La Fortunella zunächst bei der Übertragung des Lives-Streams. Doch das trübte die ausgelassene Stimmung der etwa 20 Neumarkter Parteianhänger nicht. Der Neumarkter Direktkandidat für den Landtag, Siegfried Hauff, sagte, dass er angesichts der Umfragewerte zwar schon mit einem guten Wahlausgang für seine Partei gerechnet habe. Dass die ersten Hochrechnungen die Grünen in Bayern bei 18 Prozent sahen, sei für ihn ein grandioses Gefühl gewesen. „Es ist super, dass wir die zweite Kraft in Bayern sind“, sagte Hauff.

Nach der Landtagswahl reicht die emotionale Palette von Jubel bis Entsetzen – wir haben mit den Neumarkter Direktkandidaten gesprochen.

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In der Stadt Neumarkt wählten gut 14 Prozent den Direktkandidaten der Grünen, seine Partei erhielt gut 17 Prozent der Zweitstimmen. Im gesamten Landkreis Neumarkt dagegen waren neben der CSU noch die Freien Wähler knapp vor den Grünen. Aber auch hier erreichten die Grünen einen Prozentwert im zweistelligen Bereich.

Nicht ganz zufrieden mit dem Ergebnis seiner Partei ist Werner Meier von der AfD. „Ich hätte mir mehr erwartet“, sagte der Velburger beim Wahlkampfausklang in Rieden.

In unserer Grafik finden Sie das Wahlergebnis in grafischer Form:

Werner Meier von der AfD hadert

Zwar habe die Partei mit mehr als zehn Prozent den Einzug in den Landtag geschafft. Jedoch hätten die „besondere bayerische Situation“ – er meint damit die Freien Wähler als zusätzliche Partei –, die „Hetze der letzten Wochen“ und innerparteiliche Unzulänglichkeiten ein besseres Ergebnis verhindert. Die größte Enttäuschung sei für ihn das gute Abschneiden der Grünen mit ihrem „antideutschen Programm“.

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