MyMz
Anzeige

Freystadt

Lauterbach brachte Kirche auf Vordermann

Die umfassende Sanierung der Kirche in Lauterbach dauerte mehrere Jahre. Fast 2000 Stunden wurden in Eigenleistung erbracht.
Von Heike Regnet

Der Abschluss der umfangreichen Sanierungsarbeiten an Kirche und Orgel wurde in Lauterbach mit vielen Gästen gefeiert. Fotos: Regnet/Kölbl
Der Abschluss der umfangreichen Sanierungsarbeiten an Kirche und Orgel wurde in Lauterbach mit vielen Gästen gefeiert. Fotos: Regnet/Kölbl

Lauterbach.Das schmucke Kirchlein von Lauterbach ist schon von weitem zu sehen. Am höchsten Punkt im Dorf gelegen, hat es seinen idealen Platz gefunden. In den vergangenen Jahren kamen die Gläubigen hier aber nicht nur zum Gebet zusammen. Unzählige Arbeitsdienste wurden bei der umfangreichen Sanierung der schmucken Filialkirche geleistet, die heute in neuem Glanz erstrahlt.

Erster Ansprechpartner, wenn es um die St. Willibaldskirche in Lauterbach geht, ist Franz Kölbl – seit drei Jahrzehnten Kirchenpfleger im Ort. „Die Kirche liegt mir am Herzen“, sagt er. Schon als Kind war er hier Ministrant. Heute kennt er in dem barocken Gotteshaus wohl jeden Stein.

Geschichte reicht weit zurück

Der Blick in die Chronik zeigt, dass die Kirche St. Willibald um 1300 in Lauterbach erbaut wurde. Ihre heutige Form erhielt sie wohl zwischen 1627 und 1675. Im letztgenannten Jahr bekam die Kirche zudem eine Glocke. Heute sind es sogar zwei, die im Turm erklingen. Etwa 60 Bürger leben in Lauterbach und wenn Franz Kölbl in den letzten Jahren zu Arbeitsdiensten für die Kirche aufrief, war es nie ein Problem, genügend Helfer zu finden.

Auch Rudi Schiener, Pfarrgemeinderatsvorsitzender der Pfarrei Burggriesbach, zu der Lauterbach gehört, lobt das großartige Engagement im Dorf. „Dank gilt allen, die sich bei den Arbeiten eingebracht haben, an erster Stelle Franz Kölbl. Rund 2000 Stunden wurden insgesamt von den Bürgern geleistet.“ Weiter zusammengewachsen ist die Dorfgemeinschaft in Lauterbach. Die Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins kümmern sich das ganze Jahr um die Außenanlagen der Kirche, im Gotteshaus ist Mesnerin Ida Stadler seit zehn Jahren zuverlässige Kraft und bei den Sanierungsarbeiten packen alle im Dorf mit an.

Bereits 1988 wurde die Kirche außen renoviert. Dach und Turm wurden damals komplett erneuert. „Zu tun gab es seitdem aber eigentlich immer was“, sagt Kölbl. Noch gut erinnert er sich an den Schadensfall im Jahr 1997, als die Wasserleitung gebaut wurde und dadurch das Kriegerdenkmal an der Kirche in Schieflage geriet. Eine Senkrechtstellung war nicht möglich und so musste das Denkmal komplett abgetragen, ein neues Fundament gebaut und das Kriegerdenkmal wieder errichtet werden.

Als sich im Mai 2006 ein guter Quadratmeter Deckenputz im Bereich des Seitenaltars löste, war rasch klar, dass ein einfaches Ausbessern wohl nicht reichen werde. Ein statisches Gutachten wurde in Auftrag gegeben und Ende 2010 begannen die Renovierungsarbeiten. „Es kam eins zum anderen“, erinnert sich Kölbl. Im Lauf der Arbeiten traten immer mehr Schäden zutage, wie schadhaftes Mauerholz, Dachstuhl und Deckenbalken, kaputte Dachziegel, defekte Glaselemente und Schäden im Innenraum. Statt der geplanten 180 000 Euro Kosten, schlugen letztlich 220 000 Euro zu Buche, hinzu kam die Orgelsanierung mit 40 000 Euro. Um die Finanzierung kümmerte sich Rudi Schiener, der den Nachtragsantrag stellte und für die wichtigen Zuschüsse von Diözese, Bezirk und Bayerischer Landesstiftung sorgte. Hinzu kamen viele Spenden.

Fenster statt Beichtstuhl

Verschwunden ist im Lauf der Sanierung der Beichtstuhl, der bislang in der Sakristei seinen Platz hatte. So wurde das in die Jahre gekommene, morsche Mobiliar in der Sakristei erneuert und der Beichtstuhl aus Platzgründen in einem Nachbarhaus eingelagert. „Dafür haben wir jetzt das gotische Fenster, das zuvor durch einen Schrank verstellt war, freigelassen“, sagt Kölbl.

Zum Kunstinventar des Gotteshauses gehören auch vier

Zunftständer, die im Mittelgang ihren Platz haben. Auf den spätbarocken ländlichen Prozessionsstangen sind der heilige Franz Xaver, der heilige Johannes von Nepomuk, der heilige Georg zu Pferd und die Muttergottes als Himmelskönigin aufgesetzt. Hinzu kommen zwei Laternen, die heute noch bei den Flurumgängen im Einsatz sind.

Nachdem die Sanierungsarbeiten an der Kirche abgeschlossen waren, entschied sich die Kirchenverwaltung im letzten Jahr dazu, auch noch die in die Jahre gekommene Orgel renovieren zu lassen. Die Arbeiten übernahm die Firma Deininger und Renner aus Wassertrüdingen. Die Orgel mit Spieltisch und Pfeifenwerk wurde abgebaut und überarbeitet, der Blasebalg neu beledert. „Ja und jetzt stehen noch Kirchenmauer und Kriegerdenkmal an“, sagt Kölbl. Dass auch hier wieder Eigenleistung gefragt sein wird, macht ihm aber kein Kopfzerbrechen. „Ich hatte noch nie Probleme, Helfer im Dorf zu finden. Und das wird sicher auch diesmal wieder so sein,“ sagt Kölbl, denn er weiß, dass er sich auf die Dorfgemeinschaft verlassen kann.

Hier finden Sie weitere Nachrichten aus Neumarkt und Umgebung.

Die wichtigsten Informationen des Tages direkt auf das Mobilgerät: Mit MZ und WhatsApp bleiben Sie stets auf dem Laufenden.

Die Filialkirche St. Willibald in Lauterbach

Patrozinium

Die Filialkirche in Lauterbach ist St. Willibald geweiht. Zum Patroziniumsfest war die Pfarrgemeinde zu einer Andacht mit Pater Sales und einem kleinen Orgelkonzert ins schmucke Gotteshaus eingeladen, das nach der Sanierung in neuem Glanz erstrahlte.

Sanierung

In den letzten Jahren wurde die Filialkirche außen und innen saniert. Auch der Glockenturm musste renoviert werden und hierbei leistete die Hebebühne mit Schwenkarm ausgezeichnete Dienste. Bei den umfangreichen Arbeiten halfen die Pfarrangehörigen kräftig mit.

Orgelkonzert

Zum Patroziniumsfest erfreute Organist Florian Popp mit einem kleinen Konzert auf dem sanierten Kircheninstrument. Die Orgel, gebaut von Ludwig Edenhoffer aus Deggendorf, wurde bereits im April 1907 in der Kirche in Lauterbach aufgestellt.

Engagierte Helfer

Das ganze Dorf war bei der Sanierung der Filialkirche im Einsatz. Unzählige Arbeitsstunden wurden von der Dorfgemeinschaft geleistet. Auch das Außenkreuz am Gotteshaus wurde restauriert. Erster Ansprechpartner vor Ort war stets Kirchenpfleger Franz Kölbl.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht