MyMz
Anzeige

MD-Kanal

Bürger befürchteten einen Luftstau

Lenz Schmidt überwachte beim Bau der Wasserstraße in Berching den Bau der Brücken. Gegen die Südbrücke gab es heftigen Widerstand.
Von Franz Guttenberger

Lenz Schmidt auf der Südbrücke, deren Bau er überwacht hat. Foto: Guttenberger
Lenz Schmidt auf der Südbrücke, deren Bau er überwacht hat. Foto: Guttenberger

BERCHING.Lenz Schmidt aus Berg hat den Bau von sieben Brücken für den Auftraggeber über den Main-Donau-Kanal als örtliche Bauaufsicht überwacht. In Berching trafen sich vor einigen Tagen eine Reihe RMD-Mitarbeiter, die vor 25 Jahren im Raum Berching tätig waren, als das Großprojekt gebaut wurde. Schmidt erinnert sich gut an die Zeit in Berching und er kommt auch nach 25 Jahren immer gerne nach Berching und das Altmühltal, manchmal mit dem Auto, doch am liebsten mit dem Fahrrad.

Drei verschiedene Bauleiter

Die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Berching und dem Bauamt damals bezeichnete er als sehr gut. Die Bauamtsleiter waren damals der Reihe nach zunächst Leonhard Meier, dann kurze Zeit Ludwig Kienlein und zuletzt Blasius Böll. Bürgermeister war damals Albert Löhner, der immer wieder an den Baustellen vorbei schaute und sich informierte, erzählt Schmidt. Leider sind die RMD- Außenstellenleiter August Eder und Wolfgang Regler schon verstorben bedauert Schmidt. Zum Aufgabengebiet gehörten damals die Abnahmen von Schalungen, Bewehrung, Spanngliedern, Vermessung, Materialen und Güteprüfung, Berechnungen der Aufmaße und die Koordination mit Planern und Auftragnehmern.

Lenz Schmidt sprach von einer schönen Zeit in Berching. Die Nordbrücke, die Südbrücke und auch die Fußgängerbrücke waren interessante Bauwerke. „Brücken verbinden, sie sind Kunstbauwerke und werden statisch und architektonisch geplant“, sagt Schmidt.

Der größte Feind einer Brücke sei das Streusalz. Dass teilweise einfach zu viel Salz gestreut werde, das könne Schmidt nicht nachvollziehen.

Eine der ersten Baumaßnahmen der RMD sei die Unterdükerung des Stadtbaches in Höhe des Gredinger Tors gewesen. Sie kostete damals 1,5 Millionen Mark. Die Verwirklichung der Schleuse Berching folgte danach. Es war die letzte von zehn Schleusen, die zur Fertigstellung der Bundeswasserstraße zwischen Nürnberg und Kelheim noch erforderlich war. Zum Bau der Schleuse war die Verlegung der Gemeindeverbindungsstraße Berching-Fribertshofen sowie ihre Überführung über den Main-Donau-Kanal am Unterhaupt der Schleuse und über die Sulz notwendig. Außerdem musste die Sulz im Schleusenbereich nach Osten verlegt werden. Wirtschaftswege mussten verlegt und einige neu gebaut werden. Für den Bau der Schleuse wurden 800 000 Kubikmeter Erdaushub bewegt werden.

Neben der heutigen Schleuse Berching war vor 25 Jahren die RMD-Außenstelle Berching angesiedelt. Ein Büro befand sich während der Bauarbeiten beim Stadtdurchgang in Berching im Gebäude der früheren Fahrschule Schönhammer. Die Baufahrzeuge verursachten zwangsläufig viel Dreck und Staub, was auch zu Verärgerungen der Bürger führte. Aber die meisten hätten Verständnis dafür gehabt, sagte Schmidt. Während die Notwenigkeit der Nordbrücke nicht zu Diskussion stand, war die Südbrücke äußerst umstritten. Beim Planfeststellungsverfahren für den Main-Donau- Kanal gab es ganz massive Bedenken und Einsprüche gegen den Bau einer Südbrücke.

Initiative aus besorgten Bürgern

Es hatte sich eine Initiative besorgter Bürger hauptsächlich aus Berching- Süd gebildet, die den Bau der Südbrücke mit aller Macht verhindern wollte. Die Südbrückengegner befürchteten höhere Verkehrsbelastung. Außerdem wurden Befürchtungen laut, dass sich durch den hohen Damm für die Südbrücke ein Luftstau bilden würde. Neben Klimaveränderungen sei auch die Ästhetik der Brücke ein Ansatz zum Widerstand gewesen. Immer wieder wurden die Stadtväter und Vertreter der RMD mit dem Bau der Südbrücke konfrontiert. Die Rentabilität überhaupt der Südbrücke wurde von den Gegnern in Frage gestellt.

Eine Serie zum Bau des neuen Kanals finden Sie hier:

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht