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Rückblick

Der Kanal und seine Geschichte

Zum 25. Jubiläum zeigt eine Foto- und Fossilienausstellung in Berching die Auswirkungen des Bauwerks auf die Stadt.
von Franz Guttenberger

Bürgermeister Eisenreich eröffnete die Ausstellung im Rathaus von Berching. Fotos: Guttenberger
Bürgermeister Eisenreich eröffnete die Ausstellung im Rathaus von Berching. Fotos: Guttenberger

Berching. Im September 1992 wurde der Rhein-Main-Donau-Kanal (RMD) eingeweiht. Groß gefeiert wurde das damals auch in Berching – mit 3000 geladenen Ehrengästen und den Bürgern. Es war für viele ein unvergessliches Erlebnis. Zum 25. Jubiläum dieses Ereignisses hat Bürgermeister Ludwig Eisenreich nun im Berchinger Rathaus eine Foto- und Fossilienausstellung eröffnet. Sie zeigt Berching vor dem Kanalbau – und die vielen Baustellen.

Fossilien und viele Fotos

Der RMD-Kanal habe Berching natürlich verändert, sagte Eisenreich – aber nicht nur die Stadt, sondern auch Sollngriesbach, Eglasmühle und Plankstetten. Eisenreich dankte Johann Schimpl aus Berching, der bei den Baumaßnahmen und Ausgrabungen viele Funde gemacht hat, darunter alte Saurierknochen und Fossilien. Einen Teil davon hat er der Ausstellung zur Verfügung gestellt. Edmund Pawek, Alfons Lichtenegger, Ulrich Trommer und Roland Schickel haben Bilder aus ihrer Privatsammlung zur Verfügung gestellt. Als Dank dafür bekamen sie bei der Eröffnung der Ausstellung Berchinger Edelschokolade.

In dem Buch„150 Jahre König-Ludwig-Kanal“ ist zu lesen: Schon Karl der Große wollte 793 eine Verbindung zwischen Rhein, Main und Donau herstellen. Unter König Ludwig I von Bayern sei Freiherr von Pechmann damit beauftragt worden, eine Trasse zu finden. Nachdem 1836 die Finanzierung gesichert gewesen sei, hätten die Arbeiten begonnen. Für die 173 Kilometer von Bamberg über Nürnberg und Neumarkt bis Kelheim seien 100 Schleusen, fast 100 Brückenwerke und Dammaufschüttungen gebaut worden. Zehn Brückenkanäle führten den Kanal über Flüsse hinweg oder überqueren Straßen und Täler. In den zehn Jahren Bauzeit seien zeitweise bis zu 10 000 Arbeiter beschäftigt gewesen.

Auf dem Kanal seien Treidelschiffe von Kelheim bis Bamberg im Einsatz gewesen. Sie wurden von Menschen oder Pferden gezogen. Die Ladekapazität habe bis zu 120 Tonnen betragen – bei modernen Europaschiffen sind es 2000 Tonnen.

Mit Gesamtkosten von mehr als 17 400 000 Gulden habe man damals die Angaben des Kostenvoranschlags um fast 100 Prozent überschritten. 1850 sei das höchste Transportaufkommen mit 200 000 Tonnen erreicht worden – doch 1945 wurde der Schiffsverkehr wegen erheblicher Kriegsschäden eingestellt.

1972 Freigabe für den Verkehr

Drei Jahre lang ratterten vor den Toren der Stadt die Baumaschinen.
Drei Jahre lang ratterten vor den Toren der Stadt die Baumaschinen.

1921 wurden die Verträge für den Bau eines neuen, größeren Kanals zwischen dem Deutschen Reich und dem Freistaat Bayern abgeschlossen. Zunächst wurde der Main bis Bamberg mit Staustufen und Kraftwerken ausgebaut, dann begann der Donauausbau. 1972 wurde das 72 Kilometer lange Teilstück Bamberg – Nürnberg freigegeben. Für die restlichen 98 Kilometer zwischen Nürnberg und Kelheim waren weitere 20 Jahre erforderlich.

16 Schleusen überwinden den Höhenunterschied von 243 Metern zwischen Kelheim und Bamberg. Je drei Sparbecken neben den Schleusen vermindern den Wasserbedarf bei jeder Schleusung um 60 Prozent. Insgesamt wurden 4,7 Milliarden Mark investiert. Zwischen Kelheim und Bamberg wurden 122 Straßen und Fußgängerbrücken sowie eine Kanalbrücke und eine Kanalunterführung gebaut.

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Die Südbrücke

  • Planfeststellungsverfahren:

    Es gab massive Einsprüche gegen den Bau einer Südbrücke. Eine Initiative von Bürgern – hauptsächlich aus Berching-Süd – wollte den Bau der Brücke verhindern.

  • Befürchtung:

    Die Initiative befürchtete eine höhere Verkehrsbelastung und, dass sich mit dem hohen Damm für die Südbrücke ein Luftstau bilde. Unter anderem wurde auch die Rentabilität der Brücke in Frage gestellt.

  • Ergebnis:

    Die Brücke wurde trotzdem gebaut. Vor allem der damalige UPW-Sprecher Stadtrat Alfred Stephan machte sich stark für eine Südbrücke, um einfache Wege für die Bürger zu haben. Sein Argument: Über die Sulz führen in Berching sieben Brücken, über den großen Kanal solle nur eine entstehen. (ugu)

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