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Geschichte

Fotos dokumentieren den Bau des Kanals

Franz Lindner arbeitete vor 25 Jahren in Kelheim in der Naturschutzbehörde. Jetzt sind die Bilder in Dietfurt zu sehen.

In Anwesenheit von Landrat Willibald Gailler hat Bürgermeisterin Carolin Braun die Wanderausstellung eröffnet. Rechts steht Franz Lindner, der den Kanalbau mit seiner Kamera dokumentiert hat. Foto: ufb
In Anwesenheit von Landrat Willibald Gailler hat Bürgermeisterin Carolin Braun die Wanderausstellung eröffnet. Rechts steht Franz Lindner, der den Kanalbau mit seiner Kamera dokumentiert hat. Foto: ufb

DIETFURT.Zum Jubiläum „25 Jahre Main Donau Kanal“ – er wurde am 25.September 1992 eröffnet – gibt es das ganze Jahr über verschiedene Veranstaltungen. Zu ihnen gehört die Wanderausstellung der „Kanalbau in Bildern“. Sie war vor kurzem in Kelheim und wird bis zum 20. Juli in Dietfurt gezeigt. Bei der Eröffnung der Fotoausstellung erinnerte Landrat Willibald Gailler an die Widerstände, die es beim Bau der Wasserstraße gegeben hat und sagte, der Landkreis Neumarkt sei zu allen Zeiten voll hinter dem Projekt gestanden.

Die Eröffnung der Ausstellung in den Räumen der ehemaligen Bücherei im Rathaus fand in einer kleinen Runde statt. Bürgermeisterin Carolin Braun konnte dazu neben Landrat Gailler die früheren Bürgermeister Rupert Faltermeier und Franz Stephan, einige Stadträten sowie Franz Lindner, den ehemaligen Geschäftsführer des Trägervereins Altmühltal, begrüßen. Der Verein war ein Zusammenschluss der Gemeinden im Altmühltal, die vom Kanalbau besonders berührt waren. Denn mit vereinten Kräften ließen sich Forderungen der Kommunen gegenüber der RMD AG leichter durchsetzen. Braun dankte Lindner, der vor und während des Kanalbaus und auch noch danach die Landschaft fotografisch dokumentierte. Nun, nach 25 Jahren, sind diese Fotografien eine gute Hilfe, sich an das Projekt zu erinnern.

Bilder sagen mehr als Worte

Als Studentin habe sie sich 1984 mit dem Kanal befasst, erzählte die Bürgermeisterin. „Die Großbaustelle damals war schrecklich. Aber heute ist der Kanal touristisch gesehen eine großartige Bereicherung. Man weiß nicht, wie sich Dietfurt ohne Kanal entwickelt hätte.“ Durch den Kanal sei beispielsweise der Wert der Grundstücke gestiegen. Das sei heute noch bei Grundstücksverhandlungen zu spüren.

Dietfurt sei schon immer ein reizvoller Ort gewesen, sagte Landrat Willibald Gailler. Und diese Reize hätten unter dem Kanalbau nicht gelitten, obwohl dieser die Landschaft verändert habe. Neben Dietfurt liegen auch die Landkreisgemeinden Berching, Freystadt und Mühlhauen am Kanal, der eine Bedeutung als wirtschaftlich wichtige Ader habe.

Als es 1988 darum gegangen sei, den Bau der Wasserstraße „qualifiziert zu beenden“, habe sich der Landkreis Neumarkt zu Recht für den Weiterbau eingesetzt. „Trotz vieler Veränderungen kann man sich unsere Landschaft ohne Kanal kaum noch vorstellen.“ Zu den Fotos der Ausstellung sagte er: „Hier trifft der Spruch zu ,Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte‘.“

Franz Lindner berichtete, dass er als Leiter der Natur- und Umweltschutzabteilung am Kelheimer Landratsamt in alle Pläne der Kanalbauer Einsicht gehabt habe und deshalb auch gewusst habe, wo und was sich durch den Kanalbau verändert. Davon habe der Trägerverein Altmühltal profitiert, so dass er als Geschäftsführer habe entsprechend agieren können. So sei es gelungen, mit dem Landschaftsarchitekten Grebe im Altmühltal eine Betonrinne zu verhindern und einen Kanal mit Flusscharakter entstehen zu lassen, bei dem die Vegetation bis zum Wasser reicht.

Trägerverein wurde 209 aufgelöst

Auch wenn sich dadurch der Bau verteuert habe und auch die Betreuung der Ufer etwas kostspieliger ist, „der Natur wurde ein guter Dienst erwiesen“. Nachdem der Trägerverein seine Ziele erreicht hatte, wurde dieser im Jahr 2009 aufgelöst, sagte Lindner. Er zeigte eine gewisse Genugtuung darüber, dass es ihm gelungen ist, die verschiedenen Phasen des Kanalbaus auf 7500 Fotos festzuhalten. Die Bilder gehören dem Landkreis Kelheim und können bei Bedarf eingesehen oder sogar ausgeliehen werden.

Marlene Gmelch-Werner vom Bund Naturschutz machte bei dem Pressetermin darauf aufmerksam, dass der Main Donau Kanal auch Schattenseiten gebracht habe. „Wenn er touristisch so gelobt wird, dann muss ich sagen, dass man mit einer gezielten Förderung das Altmühltal zum Beispiel mit dem Bau von Radwegen ebenso attraktiv hätte machen können.“ Sie sprach auch das Absinken des Grundwasserspiegels im Raum Dietfurt an, dessen Auswirkungen noch heute spürbar seien. Dazu meinte Franz Lindner, dass der Kanal Dietfurt mit dem Verlust des Ottmaringer Moores und der Irrlewiesen besonders stark getroffen habe. (ufb)

Erfahren Sie mehr über den Bau des Kanals vor 25 Jahren und die Jubiläumsveranstaltungender Anrainergemeinden in unserem MZ-Spezial.

Die Ausstellung

  • Ort:

    Erdgeschoss des Rathauses in den Räumen der ehemaligen Bücherei.

  • Zeit:

    Die Exponate sind von Montag bis Freitag von 8.30 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr zu sehen.

  • Umfang:

    Insgesamt werden 61 Bilder von der Strecke des Kanals im Altmühltal gezeigt. Aufgrund der Größe des Raumes und der zur Verfügung stehenden Schautafeln könnte die Ausstellung noch umfangreicher sein.

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