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Verkehr

Jubiläumsschifffahrt auf dem Kanal

Vor 25 Jahren wurde der Kanal freigegeben. Beim Festakt auf der Spessart bei Hilpoltstein wurde auch in die Zukunft geblickt.
Von Alexandra Nurtsch

Mit zahlreichen Ehrengästen feierte die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) das Kanaljubiläum ganz passend mit einer Fahrt auf dem Main-Donau-Kanal. Foto: Schwarzott
Mit zahlreichen Ehrengästen feierte die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) das Kanaljubiläum ganz passend mit einer Fahrt auf dem Main-Donau-Kanal. Foto: Schwarzott

Berching. Als hätten ihn die Verantwortlichen der Wasserstraßen- und Schifffahrtverwaltung des Bundes (WSV) extra bestellt: Kurz vor 11 Uhr überholte auf Höhe von Hilpoltstein ein Schubverband das Bereisungsschiff Spessart mit zahlreichen Ehrengästen. Sie waren der Einladung der WSV gefolgt, um mit einer kleinen Schifffahrt das Kanaljubiläum zu feiert. Am 25. September 1992 war das letzte Teilstück des Kanals zwischen Hilpoltstein und Berching feierlich für den Schiffsverkehr freigegeben worden.

Vorrang für Schubverband

Der Schubverband führte den Anwesenden die Bedeutung des Kanals für die Wirtschaft und den Gütertransport in Deutschland direkt vor Augen. „Stünden wir jetzt an der Autobahn, müssten etwa 200 Lastwagen an uns vorbeifahren. So viele sind nötig, um die Ladung dieses Frachters aufzunehmen“, sagte Guido Zander, der als Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Nürnberg Hausherr auf dem Kanal ist, in seiner Begrüßung. So war es auch nicht weiter schlimm, dass die Spessart dem Schubverband bei der Schleuse Hilpoltstein den Vorrang geben und erst einmal warten musste, bis sie 25 Meter nach oben geschleust und ihre Fahrt fortsetzen konnte.

Gigantische Wasserleitung

Reinhard Klingen
Reinhard Klingen

Reinhard Klingen vom Bundesverkehrsministerium, der Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, Prof. Dr. Hans-Heinrich Witte, der Präsident des Bundesverbands der deutschen Binnenschifffahrt, Martin Staats, und Dr. Karin Jäntschi-Haucke vom Bayerischen Verkehrsministerium waren sich in ihren Grußworten einig und sprachen über den Kanal als eine Erfolgsgeschichte. Sein Nutzen gehe heute weit über die Güterschifffahrt hinaus, sagte Prof. Dr. Witte. Er sei eine gigantische Wasserleitung, die in den Trockenmonaten Nordbayern mit Wasser versorge. Von der Personenschifffahrt profitiere die gesamte Region, fügte Jäntschi-Haucke hinzu.

Einen Artikel zum 20-jährigen Kanaljubiläum lesen Sie hier.

Doch auch künftige Anforderungen an die Binnenschifffahrt, wie im Bereich der Dieselabgase, kamen zur Sprache. „Gesehen auf die Gütertonne ist das Schiff aber trotzdem das umweltfreundlichste Transportmittel“, sagte Klingen und Staats kündigte an: Im Bereich Emissionen haben wir in den nächsten Jahren viel vor.“

Geistliche spendeten Segen

Pfarrerin Verena Fries und Kaplan Janusz Mackiewicz erbaten am Denkmal für die Europäische Hauptwasserscheide den göttlichen Segen für den Kanal und die Menschen, die auf dem Kanal fahren. Foto: Nurtsch
Pfarrerin Verena Fries und Kaplan Janusz Mackiewicz erbaten am Denkmal für die Europäische Hauptwasserscheide den göttlichen Segen für den Kanal und die Menschen, die auf dem Kanal fahren. Foto: Nurtsch

Unter den Ehrengästen war auch Alfred Baumeister, der zur Zeit der Kanalfertigstellung Chef der RMD AG war. Er erinnerte sich noch gut an den 25. September vor 25 Jahren, an dem, wie gestern, die Sonne schient. Heute ist er stolz auf das Bauwerk. „Es ist ein gelungenes Projekt“, sagt er. Für die Schifffahrt sei etwas Gutes gebaut worden und der Kanal habe sich gut in die Landschaft integriert. „Insgesamt hat die Region durch den Kanal gewonnen.“

Am Denkmal für die Europäische Wasserscheide erbaten Pfarrerin Verena Fries und Kaplan Janusz Mackiewicz den göttlichen Segen für den Kanal und die Menschen, die auf ihm fahren. An der Schleuse Hilpoltstein endete die Jubiläumsfahrt.

Einige Zahlen zum Kanal:

Die Schleuse Hilpoltstein ist eine von 16 Schleusen zwischen Bamberg und Kelheim. Foto: Nurtsch
Die Schleuse Hilpoltstein ist eine von 16 Schleusen zwischen Bamberg und Kelheim. Foto: Nurtsch

Der Main-Donau-Kanal ist 171 Kilometer lang und verbindet den Main bei Bamberg mit der Donau in Kelheim. 2016 wurden auf dem Kanal 4,6 Millionen Tonnen Güter transportiert. Für 2017 ist die Tendenz steigend. Spitzenjahr war 2000 mit 8,53 Millionen Tonnen. Die Bedeutung des Kanals für Flusskreuzfahrten steigt. Vor zehn Jahren legten in Nürnberg 439 Schiffe an, 2016 waren es 1140. Wanderer und Radfahrer schätzen die flachen Wege entlang der Wasserstraße.

Weitere Artikel zum Main-Donau-Kanal finden Sie hier.

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