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Jubiläum

Schwimmender Festakt für Kanal

300 Gäste schipperten zum 25. Geburtstag ab Kelheim ein Stück auf dem Main-Donau-Kanal. Gleich zwei Minister feierten mit.
Von Beate Weigert

  • Für Kelheims Landrat Martin Neumeyer, Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Bundes-Verkehrsminister Alexander Dobrindt ist der Main-Donau-Kanal eine Erfolgsgeschichte. Das wurde am Freitag mit einem schwimmenden Festakt auf der „Altmühlperle“ gefeiert. Fotos: Weigert
  • Die Gäste genossen das gute Wetter.

Kelheim.Dass er unerwartet an der Schleuse in Kelheim-Gronsdorf noch vom Ausflugsschiff „Altmühlperle“ ausgebremst würde, das hätte der Schiffsführer der MS Merlin am Freitagmittag wohl nicht gedacht. Gerade noch war das Güterschiff an dem Fahrgastschiff vorbeigezogen. Doch auf der Altmühlperle fand etwas statt, dass Vorrang hatte – der schwimmende Festakt zum 25-jährigen Kanaljubiläum. Und die Merlin wurde vom Boot der Beilngrieser Wasserschutzpolizei quasi zum Parken verdonnert.

Im „schönsten Kreis Bayerns“

Gefeiert wurde mit 300 geladenen Gästen an Bord und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann in Vertretung für Ministerpräsident Horst Seehofer und Bundes-Verkehrsminister Alexander Dobrindt als Ehrengästen.

D’Spreißler hatten in Kelheim alle bei bestem Wetter aufs Schiff gespielt. Ein gut gelaunter Landrat Martin Neumeyer begrüßte die Gäste aus Kommunal- und Landespolitik, Schifffahrtsverwaltung, RMD AG, Hafenmanager und viele mehr „im schönsten Landkreis Bayerns“. Alle Anwesenden hatten auf eine Weise „etwas mit dem Kanal zu tun“.

D’Spreißler spielten zünftig auf.
D’Spreißler spielten zünftig auf.

Zur Zeit des Baus sei der Kanal teils umstritten gewesen, doch wenn er heute die Frage nach einem Rückbau stellte, wären wohl 99,9 Prozent dagegen, so Neumeyer. 25 Jahre Main-Donau-Kanal seien ein Grund zum Feiern. Touristen erlebten heute die Region als „Traumlandschaft“. Neumeyer schlug nochmals den Bogen zum „schönsten Landkreis Bayerns“. Dass sein Kollege aus Neumarkt, Willibald Gailler, da merklich räuspern musste, konnten aber nur die unmittelbar Umstehenden hören.

Mehr Impressionen vom Festakt sehen Sie hier.

Festakt zu "25 Jahre Main-Donau-Kanal" in Kelheim

Ungewohnte Klänge brachten die Männer des Kelheimer Shantychors auf die Altmühlperle. „Nimm’ mich mit Kapitän auf die Reise...“ Doch schließlich verbindet der Kanal das Schwarze Meer mit der Nordsee. Also, passten die Lieder doch.

Innenminister Joachim Herrmann erklärte, warum das Jubiläum der Eröffnung des letzten Teilstücks, die streng genommen am 25. September 1992 stattgefunden hatte, vorgezogen worden war. Weil sich am Tag nach der Bundestagswahl den Andrang der Gäste wohl in Grenzen gehalten hätte.

Viel Polizei und „Exotisches“

  • Die wohl best-bewachteste Schleuse

    Bayerns war am Freitag, die in Gronsdorf. Sowohl an Bord, wie auch an Land und zu Wasser waren viele Polizisten im Einsatz. Die Wasserschutzpolizei aus Beilngries und Regensburg eskortierten mit Booten die Altmühlperle.

  • Der Shanty-Chor

    aus Kelheim schlug die musikalische Brücke zur Nordsee. Schließlich verbindet der Kanal diese mit dem Schwarzen Meer. Noch an Land hatten findige Mitglieder versucht, Bundes-Minister Alexander Dobrindt als neues Mitglied zu gewinnen.

  • Nicht nur Politiker

    waren geladen. Auch Kelheims Hafen-Manager Herbert Engl sowie stellvertretender Kreisbrandinspektor Helmut Dötzel und Kelheims Feuerwehr-Kommandant Georg Sinzenhauser waren dabei. Sowie Vertreter von DLRG, Wasserwacht und Maltesern.

  • Der Landkreis Neumarkt

    war mit Landrat Willibald Gailler dabei sowie mit Vertretern der Kanal-Gemeinden Dietfurt, Berching und Beilngries. In ihrer Mitte hatten die Oberpfälzer den tschechischen Honorarkonsul Hans-Peter Schmidt. (re)

Herrmann lobte den Kanal als Erfolgsgeschichte, die von Bayern aus in entscheidender Weise „durchgesetzt“ worden sei. Damit gemeint war wohl Franz-Josef Strauß. Der Bau sei richtig gewesen – und von großer Bedeutung für Freistaat, Deutschland und Europa. Und werde künftig noch an Bedeutung gewinnen. Die Wasserstraße habe sich heute in fast allen Köpfen durchgesetzt. Fast alle könnten damit leben, nur die Grünen stünden nach wie vor damit „auf Kriegsfuß“.

Joachim Herrmann bezeichnete den Main-Donau-Kanal als Erfolgsgeschichte. Wir wollten wissen, wie kann diese auch künftig gelingen?

Video: Weigert

Sicher die transportierten Gütermengen seien ausbaufähig, doch die 170 Kilometer lange Wasserstraße, sei ein Jobmotor. In den Häfen wie im Tourismus. Insbesondere für die boomende Flusskreuzfahrt spiele der Kanal eine zentrale Rolle. Auch wenn man diese beim Bau nicht einmal geahnt hätte. Der Kanal biete „erheblichen Freizeitwert“ und sei nach 25 Jahren „herrlich eingewachsen“. Und mit dem Triathlon in Roth wäre ohne ihn auch ein „Weltsportereignis“ nicht möglich.

Kurz nachdem Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt ans Rednerpult trat, wendete die Altmühlperle in Prunn-Nußhausen wieder. Mehr Zeit blieb nicht. Dobrindt bezeichnete den Kanal als Jahrhundertprojekt, das Europa vernetze.

Bundes-Verkehrsminister Alexander Dobrindt spricht in unserem Video über die Zukunft des Main-Donau-Kanals.

Video: Weigert

Milliarden würden auch in den kommenden Jahren in die Bundeswasserstraßen investiert. Als Beispiel nannte er den Neubau von Wehr und Schleuse in Obernau am Main. Nur wenige an Bord erinnerten sich beim anschließenden „fliegenden Büffet“ im kleinen Kreis an das „ökologische Desaster“ oder die „wirtschaftliche Unrentabilität“. SPD-MdL Johanna Werner-Muggendorfer war eine, die sich mit ihrer Meinung auch zitieren ließ.

Minister konnten nicht weglaufen

Die meisten Teilnehmer genossen ohnehin mehr das gute Wetter, das Büffet. Und viele versuchten, sich einen der beiden Minister zu angeln. „Auf dem Schiff können sie ja nicht weglaufen“, meinte einer schmunzelnd.

Neumarkts Landrat Willibald Gailler nutzte die Gunst der Stunde, um Dobrindt auf die dringend gewünschte Autobahnausfahrt Traunfeld an der A6 anzusprechen. Minister Herrmann ging’s nicht anders.

Nach dem Festakt erfüllten die Minister gut gelaunt Fotowünsche, hier mit der Kapelle D‘Spreißler:

Video: Weigert

Der Staatskanzlei war’s wichtig, dass nicht nur die „Großkopferten“ eingeladen waren, hatte Herrmann in seiner Rede betont. Daher waren auch Hilfsorganisationen wie Feuerwehr, DLRG, Wasserwacht oder Malteser geladen. Von Bamberg bis Kelheim. Da blieb dann doch meist nur Platz für den Chef der Truppe. Drei Weltenburger DLRG-ler ohne besondere leitende Funktion hatten es kurzfristig an Bord geschafft. Vermutlich hatte der ein oder andere „Großkopferte“ doch abgesagt.

Der Schiffsführer der Merlin konnte nach fast zwei Stunden seine Fahrt fortsetzen. Zur Entschädigung hatte ihm der Kapitän der Altmühlperle, Michael Sattler, Bier spendiert.

Der Shanty-Chor sang beim Festakt:

Video: Weigert

Ein kurzer Video-Schwenk zeigt die Ehrengäste:

Video: Weigert

Unser MZ-Spezial zum Kanal-Jubiläum gibt es hier zum Nachlesen.

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