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Maschkerer hatten eine närrische Zeit

Von Büttenreden über Tanzeinlagen bis zu Sketchen reichte das launige Programm. Für Hofnarr Gerri I. war die Gemeindepolitik ein gefundenes Fressen.
Von Ludwig Walter

Bei der Maschkerersitzung in Lupburg herrschte beste Stimmung. Fotos: Walter

Lupburg.In einem dreieinhalbstündigen Programm boten fast 40 Maschkerer mit mehr als 15 Helfern (hinter der Bühne) des Lupburger Maschkerervereins (LMV) auch bei ihrem 44. Bühnenauftritt Büttenreden, Tänze, Sketche, Gesang und Playback am laufenden Band.

Mit bodenständigem Humor und geschliffenen Worten forderten sie die Zuschauer zu frenetischen Beifallsstürmen heraus. Angeführt vom Hofnarr und der LMV-Garde zog das LMV-Präsidium unter den Klängen des „Narhallamarsches“ in den voll besetzten Narrentempel beim Pfeiferlwirt ein. Nach der humorvollen Begrüßung der Anwesenden in allen bekannten und unbekannten Sprachen durch das LMV-Dreigestirn, sorgten die LMV-Gardemädchen mit ihrem schmissigen Gardemarsch für den ersten Augenschmaus.

Für den Hofnarr Gerri I. waren die Gemeindepolitik und die bevorstehenden Kommunalwahlen ein gefundenes Fressen. Dabei hatten es ihm die „ABL“-Gruppierung („Alles bloß Luft“), die als „Eselpartei“ den Sprung auf die Kandidatenliste verpasste, das Jahrhundertbauwerk der Eggenthaler Laberbrücke und die neuen „PAR-Nummernschilder („Penner auf Rädern“) ganz besonders angetan.

Nicht „Was bin ich?“, sondern „Wer bin ich?“ galt es in einem Sketch zu erraten. Dabei handelte es sich bei der zu erratenden Person um einen Plastikflaschen-Sammler aus Haid, der damit sein Taschengeld aufbessert und dem Rateteam einige Rätsel aufgab.

Im unterhaltsamen Dialog zwischen den drei Lupburger Wahrzeichen „Kirchturm, Burg und Kriegerdenkmal“, bei dem die brennendsten Neuigkeiten ausgetauscht wurden und das „Kriegerdenkmal“ mit seinen steinharten, martialischen Versen glänzte, mussten sich diese plötzlich mit einem vierten auseinandersetzen.

Der „Marienbrunnen“ hatte sich erdreistet, in diese Gruppe einzubrechen und dort mitzureden. Die drei „Gestandenen“ nahmen gelassen den Neuling in ihrer Runde auf. Einen Rundgang durch Lupburgs alten Ortskern mit den verwinkelten Gassen nutzte ein „Pilger in Aussicht“, um für einen „Büßer-Trip“ auf dem Jakobsweg zu trainieren.

Ein trautes Zwiegespräch

Die dabei gewonnenen Eindrücke über den „Lupburger Jakobsweg“ teilte er den Zuhörern bei einem trauten Zwiegespräch mit. In himmlische Gefilde fühlten sich die Besucher entführt, als die zwei Engel Martina und Alfred auf die Bühne schwebten und mit ihren Liedern die Lachmuskel strapazierten. Sie hatten in ihren Gesängen viele Ungereimtheiten verpackt und fanden bei den Marktratskandidaten und in der Gemeindepolitik manches Haar in der Suppe. LMV-Pfarrer Christian Rakete schickte mit seiner vierten „Göttlichen Rede“, in der sich heilsamer Humor mit spitzfindig-hintergründigen Beiträgen abwechselte, alle Anwesenden in die Pause.

Mit einem „Hingucker“ leiteten die LMV-Gardemädchen mit ihrem Show-Tanz „Swing the Mood“ den zweiten Teil der Prunksitzung ein. „Zieglers Faschingscomedy“ – hinter diesem Singspiel verbarg sich ein Sketch, der mit hintergründigem Humor gewürzt war.

Der Moderator gab viele Neuigkeiten zum Besten und die Darsteller forderten mit „Winterzeit in Wien“, „Katzenwerbung“, „Fensterln bei einer uralten Bekannten“, „Handysketch“ sowie „Die zwei Hanswursten in Fürstenfeld“ zu Beifallsstürmen heraus. Der „Noachtwachter“ kam zur vollen Stunde und erläuterte nachhaltig, dass er auf der Burg und in den Straßen und Gassen ein sehr gefragter Mann sei.

Natürlich waren seine Neuigkeiten und Begebenheiten, die er auf seinen Rundgängen erspähte, vom Feinsten. Seinen „Weitblick“ untermauerte er mit einigen Abstechern nach Parsberg, deren Bewohner nicht zu kurz kamen.

Für die Aufklärung der Einbruchserie in See und Umgebung war in den Räumen auf der Burg eigens eine Polizeistation eingerichtet worden. Die Oberpolizisten lösten nach dem Schema von „Hubert & Staller“ den Kriminalfall schnell auf, so dass die Bürger wieder beruhigt schlafen können. „Johnny Cash & June Carter“ gastierten im Narrentempel und brachten mit ihren Liedern „Jackson“ und „Times a wastin“ die Stimmung zum Brodeln.

Fluchtartig gegangen

„Speeddating“ heißt das neue Wort, bei dem sich zwei Partnersuchende treffen und das Zusammenpassen ausloten. Dieses einfühlsame Gespräch ging solange gut, bis sich das gestandene Mannsbild als „Noasnrammel-Sammler“ zu erkennen gab und daraufhin seine Auserkorene fluchtartig den Schauplatz verließ.

Beim „Parsberger Kasperltheater“ waren es die komödiantischen Feinheiten, mit denen das Geschehen rund um das „Letzte Wirtshaus vor Lupburg“ (Ripperl-Rudi) und den neuen öffentlichen Zeltplatz dargestellt wurden. Mit einem Medley aus den 1972/1973er-Jahren leiteten die „Les Humphrey-Singers“ den Schlussspurt ein, den die „LMV-Abschlusssänger“ mit ihrem „Rock me“ und anderen Melodien vollzogen.

Dazwischen dankte Obermarktgraf Jürgen Gabler allen Mitwirkenden für die Gestaltung der Prunksitzung. Die Pausen waren mit den Beiträgen „Dou bin I dahoam“ ausgefüllt worden.

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