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Mutmaßlicher Mörder vor Gericht

Der 44-Jährige, der im Januar zwei Männer in der Neumarkter Badstraße getötet haben soll, muss sich Anfang des neuen Jahres vor Gericht verantworten.

Tatort Badstraße: Am Abend des 29. Januar sicherten mehrere Polizeibeamte die Spuren vor Ort. Foto: Archiv

Neumarkt.Schreckliche Szenen spielten sich an diesem Dienstagnachmittag in einer Wohnung in der Badstraße ab. Am 29. Januar eskalierte ein Familienstreit, an dessen Ende zwei Männer tot sind und ein Mann, der Beschuldigte, schwere Schnittverletzungen erleidet.

Bereits im Vorfeld des Gewaltausbruchs schwelte der Konflikt zwischen dem 44-jährigen mutmaßlichen Täter und seiner Frau sowie deren Familie. Nachdem sie sich von ihrem Ehemann getrennt hatte, sei es immer wieder zu Morddrohungen gekommen, so die Frau. Zwischenzeitlich hatte sie in einem Frauenhaus Zuflucht gesucht.

Ihr 26-jähriger Bruder und ihr 65-jähriger Vater, die beide Opfer der Messerstecherei wurden, hatten wiederholt versucht zu vermitteln. Doch der beschuldigte Neumarkter sei gewalttätig gewesen, habe immer wieder seine Frau geschlagen. Bei den Auseinandersetzungen ging es auch um das Besuchsrecht für den gemeinsamen 13-jährigen Sohn. Einen Tag vor der Tat hatte der 44-Jährige damit gedroht, sich umzubringen, wenn seine Frau und sein Sohn sich nicht bei ihm meldeten.

Mithilfe der Polizei wurde ein Selbstmord des Mannes verhindert, der sich danach freiwillig in stationäre therapeutische Behandlung begab. Doch bereits am 29. Januar verließ er die Einrichtung wieder – mit blutigen Folgen.

Die Familie der Opfer hatte schwere Vorwürfe gegen die Polizei erhoben, den Beamten Untätigkeit vorgeworfen. Mehrmals habe man auf die Gefahr durch den 44-Jährigen hingewiesen – vergebens. Die Polizei weist jegliche Kritik der Familie zurück. Die Polizisten in Neumarkt und Nürnberg hätten alles getan, was möglich gewesen sei. Sogar eine Feier sei gesichert worden.

Am 7. Januar muss sich nun der Beschuldigte wegen zweifachen Mordes vor dem Schwurgericht im Landgericht Nürnberg-Fürth verantworten. Er bestreitet, die Tat geplant zu haben. (kh)

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