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Nach dem Umzug folgte der Tadel

Bunt kostümiert wurde in Deining gefeiert. Doch beim „Aussingen und Derblecken“ machte „Franz Josef Strauß“ seinem Unmut über die Politik Luft.
von Rosi Sippl

  • Eine bunte Menge feierte gemeinsam beim Faschingszug. Foto: Sippl
  • Franz-Xaver Horváth, Bürgermeister Alois Scherer als Vampir und Stefan Simon alias „Caramba“ alias Franz Josef Strauß feierten mit. Foto: Sippl
  • Die Kindergartenkinder hatten sich als Eisbären verkleidet. Foto: Sippl
  • Corinna I. und Patrick I. winkten ihren närrischen Untertanen. Foto: Sippl

Deining.Von Samba und Zumba über Kuhherden und Windräder bis hin zur „Serbauern-Res“ und Franz Josef Strauß – so bunt und vielseitig wie der Deininger Faschingszug waren auch die Themen beim anschließenden „Aussingen und Derblecken“ am Dorfplatz. Das Narrenvolk feierte auch nach dem diesjährigen 23. Gaudiwurm in den Gasthäusern oder im Elferrats- und Herzkasperlzelt ausgelassen weiter.

Heuer startete der Zug bereits um 13.30 Uhr mit der Blaskapelle Deining unter der Leitung von Michael Kirsch an der Spitze. Im Gefolge der Musiker strahlte das Prinzenpaar Corinna I. und Patrick I. in der prächtig geschmückten Kutsche. Für die Kindergartenkinder war der Faschingszug ein großes Ereignis: Sie hatten sich als Eisbären verkleidet und legten auf der Bühne einen gelungenen Auftritt hin.

Mindestens ebenso gelungen war der erstmalige Auftritt von „Caramba“ alias Stefan Simon aus Waltersberg: Im Engelskostüm schlüpfte er in die Rolle des Franz Josef Strauß. Von seiner bajuwarischen Wolke blickte er herab auf die Deininger Politik und kam zu dem Entschluss, diesen „Intelligenzlegasthenikern im Deininger Rathaus samt den nickenden und jasagenden Windmühlenräten“ einmal gründlich den Kopf waschen zu müssen. Vom „roten Melkstandscasanova“ über den „Waltersberger Herbert Wehner“ bis hin zum „politischen CSU-Kleinganoven“ bekam jeder sein Fett weg. „Bürgermeister werden und bleiben, das wollen beide ja, und Sie meine Damen und Herren haben dann die Wahl zwischen Pest und Cholera“, sagte Caramba.

„In Deining kennt man sie schon lang, sie gehört zur Gattung Sturm und Drang“, machte der Faschingsverse-Reimer Karl Sippl neugierig, und brachte den „bühnenreifen Vollblackout“ der „Serbauern-Res“ ans Licht. Die hatte sich mit der Blumenfrau verkracht. Beim Wiedersehen in einem Discounter ergriff die Resi dann so schnell die Flucht, dass sie durch die falsche Tür hinausrannte und die Alarmsirenen heulten. „Und die Moral von der Geschicht? Ein bisschen Resi gibt es nicht“, resümierte Sippl.

Die entlaufenen Kühe vom Graßahof am Weißmarter wurden vom Oberbuchfelder Burschenverein aufs Korn genommen. Die Dorfvereine aus Mittersthal deckten so manches Malheur auf, bei dem die „Petrus-Brüder“ im Dorf für Furore gesorgt hatten. „In Deining gibt’s koa Atomkraftwerk, doch Windradla steh’n aufm Berg“, war es lautstark von den „Kellerbudn-Maschkerern“ aus Deining-Bahnhof zu hören. Moderator Franz-Xaver Horváth führte wie gewohnt souverän durch das Programm. Für Beifallsstürme sorgte auch der Samba-Tanzauftritt des Elferrats. Und auch die Damen der Dietfurter Kaisergarde zeigten schwungvolle Tänze.

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