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Sitzung

Nahwärme für neues Baugebiet in Berg

Die Häuser im Gebiet Richtheim-Straßfeld sollen ihre Energie verpflichtend von den Stadtwerken Neumarkt beziehen.
Von Hans Stepper

Die Gemeinderäte stimmten der Aufstellung eines Bebauungsplanes „Stöckelsberg-Breitling II“ zu. Dort sollen 17 Bauplätze entstehen.  Foto: Hans Stepper
Die Gemeinderäte stimmten der Aufstellung eines Bebauungsplanes „Stöckelsberg-Breitling II“ zu. Dort sollen 17 Bauplätze entstehen. Foto: Hans Stepper

BERG.Die Vorstellung einer baulichen Konzeption zum Neubau eines Gebäudes für eine Tagespflege im 2900-Einwohner-Ort Berg, die Vorstellung eines Nahwärmekonzeptes für das 140000 Quadratmeter große Baugebiet „Richtheim-Straßfeld“ und die Aufstellung von Bebauungsplanes für Stöckelsberg und Kettenbach im beschleunigten Bebauungsplan-Verfahren standen im Mittelpunkt der öffentlichen Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend.

Erfreulich war, dass viele Zuhörer anwesend waren und auch der Gemeinderat seit langem wieder in voller Besetzung tagte.

So soll das Gebäude der aha-Tagespflege in der Nähe des Sport- und Kulturzentrums in der Schulstraße aussehen.  Foto: Berschneider+Berschneider
So soll das Gebäude der aha-Tagespflege in der Nähe des Sport- und Kulturzentrums in der Schulstraße aussehen. Foto: Berschneider+Berschneider

Architekt Rico Lehmeier vom Architekturbüro Berschneider+Berschneider stellte dem Gemeinderat das Konzept für den Neubau einer Tagespflege-Einrichtung vor, das Kerstin Schmid, Leiterin des aha-Pflegedienstes aus Berg, im Herbst 2020 errichten möchte. Zwischen den Sportstätten der Schwarzachtal-Schule, dem Kultur- und Sportzentrum und dem Immobila-Wohnblock in der Winkelstraße soll auf dem 870 Quadratmeter großen Grundstück, das noch der Gemeinde Berg gehört, die Tagespflege-Einrichtung entstehen und Platz für 30 Personen bieten.

Tagespflege befürwortet

Das Gebäude soll zwei Vollgeschosse und ein Dachgeschoss für die Verwaltung des aha-Pflegedienstes beherbergen und mit einem Satteldach ausgestattet werden. Nach einer kurzen Diskussion befürwortete der gesamte Gemeinderat das Konzept für eine weitere Tagespflege im Hauptort Berg.

Einen längeren Zeitraum nahm in der Sitzung das Baugebiet „Richtheim-Straßfeld“ ein. Hier sollen in den kommenden Jahren viele Einfamilien- und Mehrfamilien-Häuser sowie Gebäude für Handel und Gewerbe entstehen werden. Zunächst ging es um die Vorstellung des Nahwärmekonzepts der Stadtwerke Neumarkt für das größte Baugebiet, das jemals in der Gemeinde Berg ausgewiesen wurde und für das bereits jetzt über 262 Bauplatz-Anfragen bei der Gemeindeverwaltung vorliegen.

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„Häuslebauer“ sollen ins Boot geholt werden

Vertreten waren die Stadtwerke beim Treff durch den Prokuristen und Elektro-Ingenieur Franz Hunner, Uwe Gailler, Teamleiter für Anlagenplanung, Ausführung und Steuerung und dem Koordinator und Ansprechpartner für die zukünftigen Bauherren, Reiner Kerschbaum. In den Mittelpunkt der Ausführungen stellte Gailler die klima- und immissionsfreundliche Gasversorgung durch eine Kraft- und Wärmekoppelung, die er als zukunftssicher bezeichnete. Allerdings müssten bei dem Gesamtkonzept der Nahwärmeversorgung mit Gas für „Richtheim-Straßfeld“, dass Gailler als „Bilderbuch-Baugebiet“ bezeichnete, möglichst alle „Häuslebauer“ mit ins Boot geholt werden.

In die Diskussion seitens der Gemeinderäte wurden auch eine Biosgas-Anlage und eine Versorgung des Gebietes durch eine Hackschnitzel-Heizungs-Anlage vorgebracht, die manche als nachhaltiger bezeichneten. Letztendlich erteilte der Gemeinderat mit einer Gegenstimme vom CSU-Gemeinderat Johann Nutz aus Oberölsbach „grünes Licht“ für die Nahwärmeversorgung durch die Stadtwerke Neumarkt. Diese wollen die Leitungen im Ringschluss-Verfahren zügig bauen und mit bestem Stahlrohr-Material ausstatten. Bürgermeister Himmler bemerkte zum Schluss des Tagesordnungspunktes, dass alle Bauplatz-Erwerber sich der vorgetragenen Gas-Wärmeversorgung der Stadtwerke anschließen müssten.

Verschiedenes aus dem Gemeinderat

  • Straßennamen für das Baugebiet in Richtheim:

    Die neuen Straßen werden heißen: Beckenhofener Straße; Straßfeld, Oskar-Maria-Graf-Straße, König-Ludwig-Straße, Kurt-Eisner-Straße, Luitpoldstraße.

  • Mobile Bühne für Sport- und Kulturzentrum:

    Keine große Zustimmung fand die Anfrage der SPD-Gemeinderätin Anita Vogel auf Anschaffung einer mobilen Bühne. Diese würde so Vogel auch für Veranstaltungen des aktiven Kulturfördervereins Berg benötigt.

  • Straße:

    Anita Vogl monierten den schlechten Zustand der Doktorshofstraße beim Alten- und Pflegeheim Doktorshof in der Altgemeinde Hausheim.

  • Straßenlampe:

    Gefordert wurde von Vogel auch eine Straßenlampe in der Birnengasse in Richtheim.

  • Vereinbarung mit Wasserwacht Berg:

    Dieser Tagesordnungspunkt wurde wegen einiger Ungeklärtheiten zurückgestellt und wird im neuen Jahr bei einer Sitzung behandelt.

Staatsstraße 2240 wird drei Monate gesperrt

Ausführlich informierte Ingenieur Bernhard Birgmeier, Leiter des gemeindlichen Bauamtes, die Ratsversammlung und die Zuhörer über die Erschließungs- und Verkehrsplanung für das Baugebiet „Richtheim-Straßfeld“, das sich zwischen der befahrenen Staatsstraße 2240 und dem Ludwigskanal im Westen befindet. Das neue Entwicklungsgebiet wird von der anliegenden Staatsstraße 2240 zuerst durch Abbiege-Spuren und an der jetzigen Kreuzung Richtheim-Beckenhof mit einem vierastigen Kreisverkehr und Abbiegespuren erschlossen. Für drei Monate soll die Staatsstraße 2240 dann wegen des schnellen Ausbaus voll gesperrt werden. Diese Forderung wird die Kommune nun an die zuständigen Straßenbau-Behörden stellen. Eine Umleitung des Verkehrs ist über die Autobahn Nürnberg-Regensburg vorgesehen.

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Derzeit laufen die umfangreichen Erschließungs-Planungen. Im April 2020 wird Baubeginn sein. Die Gemeinde Berg wird die Erschließungs-Planungen und Ausschreibungen für das Baugebiet und auch die Verkehrsplanung an der Staatsstraße in eigener Verantwortung und auch die umfangreichen Bauarbeiten in Zusammenarbeit dem Ingenieurbüro Miller durchführen, obwohl an der Staatsstraße der Staat zuständig wäre. „Die gesamten komplexen Abläufe müssen in einer Hand bleiben, sonst werden sie nicht funktionieren“, sagt dazu Bürgermeister Helmut Himmler.

Märkte werden 2020 gebaut

Die gesamten Tiefbaumaßnahmen an der Staatsstraße 2240 sowie im Baugebiet werden von April 2020 bis in den Spätfrühling 2021 dauern. Anschließend kann der Wohnungs- und Gewerbebau stattfinden. Der Baubeginn für die zwei Verbrauchermärkte direkt an der Staatsstraße ist bereits im Herbst 2020 geplant.

Keine Gegenstimmen gab es für die Aufstellung der Bebauungspläne „Stöckelsberg-Breitling II“ und „Kettenbach-Harlasbach“. In Stöckelsberg könnten nach dem beschleunigten Bebauungsplan-Verfahren 17 Wohnhäuser im Nordwesten entstehen und in Kettenbach zwei Häuser am Ortsrand. Zugestimmt wurde seitens der Gemeinderäte der energetischen Teilsanierung des Rathauses zwei, die im Rahmen des Einbaus eines Aufzuges auch die Erneuerung der jetzigen Fenster beinhaltet. Nochmals ausgeschrieben – allerdings in beschränkter Form – wird die Bestuhlung für das Sport- und Kulturzentrum.

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