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Energie

Nahwärmenetz kostet 2,3 Millionen Euro

Die Marktgemeinde Lupburg stemmt mit der Firma Naturstrom den Großteil der Summe. Endverbraucher zahlen eine einmalige Anschlussgebühr von 4900 Euro.
von Ludwig Walter

Bürgermeister Alfred Meier unterzeichnete demonstrativ einen Vorvertrag für einen Anschluss an das mögliche künftige Nahwärmeversorgungsnetz in Lupburg. Foto: Walter

Lupburg.Die Marktgemeinde Lupburg will in Sachen Nahwärmeversorgung einen eigenen Weg beschreiten. Für das westlich gelegene Siedlungsgebiet sollen Möglichkeiten geschaffen werden, die Wohnhäuser aus einer zentralen Wärmeerzeugeranlage zu versorgen. Bei einer sehr gut besuchten Anliegerversammlung, zu der die Marktgemeinde in den Gablerkeller geladen hatte, erläuterte Bürgermeister Alfred Meier den Grundgedanken hinter einer solchen Anlage.

Ausschlaggebend sei der Wunsch der Bauwilligen im neuen Baugebiet „An der Degerndorfer Straße“ (westlich des Bauhofes) gewesen, ihre neuen Wohnhäuser aus einer Nahwärme-Heizungsanlage zu versorgen. Da sich für das relativ kleine Baugebiet eine derartige Anlage nicht rechne und auch kein Investor zu finden gewesen sei, habe die Verwaltung in Zusammenarbeit mit der Firma Naturstrom den westlich gelegenen Ortsbereich (Siedlungsgebiete an der Degerndorfer Straße, Westring bis zum Schulhaus, Jägersteig und Lerchenweg) in die Überlegungen mit einbezogen. Dabei entstand ein Konzept für eine Gemeinschaftsanlage, die rund 90 Anschlussnehmer versorgt.

Das Ergebnis dieser Überlegungen erläuterte Thilo Jungkunz von der Naturstrom AG. Das Blockheizkraftwerk wird auf dem Grundstück nördlich der Streuguthalle (Ackerland) errichtet und mit Hackschnitzel aus heimischen Waldgebieten beheizt. Die Versorgungsleitungen (Nahwärmenetz) werden in öffentlichen Grundstücksflächen (Straßen, Gehwege usw.) verlegt, die nach Abschluss der Verlegearbeiten auf Kosten des Betreibers wieder hergestellt werden.

Vom Nahwärmenetz in der Straße werden die Hausanschlussleitungen über die privaten Grundstücke in die Wohnhäuser verlegt und an die Hausübergabestationen angeschlossen. Die Kosten für das Versorgungsnetz einschließlich der Grundstücksanschlüsse bis zu den Übergabestationen werden vom Betreiber getragen. Alle Kosten, die nach der Übergabestelle anfallen, müssen die Wohnhauseigentümer tragen. Die Gesamtkosten für das Projekt werden mit rund 2,3 Millionen Euro beziffert.

Als einmalige Anschlussgebühr gab Jungkunz pro Grundstücksanschluss brutto 4900 Euro pro Hausanschluss an. Sobald genügend Anschließer (mindestens 25 Hauseigentümer) verbindlich zugesagt hätten, werde die Anlage zum 1. Mai 2014 in Betrieb gehen. Die Vorverträge müssten deshalb bis zum 1. April 2014 abgeschlossen sein.

Julia Bailey erläuterte kurz den Inhalt der Anschlussverträge und übergab an die Interessenten die Vorverträge. Als Slogan für die Vorteile der Nahwärmeversorgung stellte Jungkunz heraus: Energie aus der Region – für die Region. Dabei könne man die regionalen Forstwirtschaft und Unternehmen miteinbinden, das Geld bleibe so in der Region, auch durch Steuereinnahmen für die Gemeinde. Nicht zuletzt werde so die Umwelt geschont durch weniger CO2-Emissionen und Atommüll. Nicht zu vergessen sei der Imagegewinn für die Gemeinde und deren Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern. Schließlich gestalteten sich die Heizkosten dauerhaft günstiger und kalkulierbarer, auch dadurch, dass für die Hausbesitzer kein Wartungsaufwand für die Heizung entstehe. Es werde nur die kWh-Endenergie bezahlt.

Anhand von Beispielen zeigte Jungkunz auf, dass nach dem Anschluss an das Nahwärmenetz die jährlichen Heizkosten stark vermindert werden könnten. Für die Beantwortung weiterer Fragen hält die Naturstrom AG am Dienstag, 18. März, von 15 Uhr bis 18 Uhr, am Donnerstag, 20. März, von 15 Uhr bis 19 Uhr, sowie am Dienstag, 25. März, von 15 Uhr bis 18 Uhr und am Donnerstag, 27. März, von 15 Uhr bis 19 Uhr in der Marktverwaltung auf der Burg Sprechstunden ab.

In der Fragerunde, die Bürgermeister Alfred Meier moderierte, konnten die Fragen nach ausreichenden Holzvorräten, zur Einhaltung des Zeitplanes (spätestens 1. August 2014), zu mögliche Wärmeverluste sowie zu Anschluss- und Folgekosten beantwortet werden. Zum Abschluss der Veranstaltung unterzeichnete Bürgermeister Alfred Meier demonstrativ einen Vorvertrag und setzte damit ein bekennendes Zeichen für die Verwirklichung der ersten Nahwärmeversorgung in Lupburg.

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