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Erster Weltkrieg

Neumarkter bejubeln Kronprinzen

Am 25. August 1914 meldet das Neumarkter Tagblatt Siegesnachrichten von der Westfront unter bayerischem Befehl. Doch bald sollte der Jubel verstummen.

Der bayerische Kronprinz Rupprecht befehligte im Ersten Weltkrieg deutsche Truppenteile. Foto: Berliner Staatsbibliothek

Neumarkt.Von jeher ist die Marktstraße die Lebensader Neumarkts. Täglich gehen dort viele Menschen ein und aus. Das war auch 1914 nicht anders. Zu Markttagen strömten die Menschen aus der Region in die Innenstadt. Doch eine derartige Menschenansammlung wie sie das Neumarkter Tagblatt für die letzten August-Tage des Jahres 1914 meldet, war auch damals ungewöhnlich.

Am 25. August berichtet die Heimatzeitung mit Blick auf die vergangenen Tage: „Vor unserer Redaktion sammelte sich eine große Volksmenge an und konnte sich am Lesen unseres Extrablattes gar nicht genug tun und das Hurrarufen wollte kein Ende nehmen.“

Was war geschehen? Ein Blick auf die erste Seite des Tagblatts am 25. August 1914 zeigt, was Extrablätter bereits die Tage zuvor den Neumarktern verkündet hatten. In großen schwarzen Buchstaben steht dort: „Siegesnachrichten!“

Am 20. August hatten deutsche Truppen an der Westfront im Bereich zwischen Metz und dem Mittelgebirge der Vogesen einen großen Sieg über acht französische Armeekorps errungen. Dabei gerieten 10 000 Franzosen in deutsche Gefangenschaft und über 50 Geschütze wurden erbeutet. Das Tagblatt kommentiert: „Ungestüm und tapfer geht es im Westen voran.“

Der Jubel fällt in Neumarkt und ganz Bayern umso größer aus, als die siegreichen Truppen unter dem Oberbefehl des bayerischen Kronprinzen Rupprecht stehen.

Es sind die ersten Wochen des Weltkrieges. Auch weiter nördlich, auf dem belgischen Kriegsschauplatz, sind die Soldaten des Kaisers noch auf dem Vormarsch. Sie rücken nach siegreichen Gefechten in Brüssel ein. Auch in den Tagen danach dringen die Deutschen immer weiter voran, doch schon bald ist die Frontlinie überdehnt und der Überblick der Generäle über die Lage schwindet. In der Folge gingen die Alliierten in der sogenannten Schlacht an der Marne zum Gegenangriff über.

Die weit auseinandergezogenen deutschen Truppen, drohten einzeln eingekesselt zu werden. Die Heeresführung gab schließlich für Teile der Armee den Befehl zum Rückzug. Mitte September ging der bis dahin noch bewegliche Krieg allmählich in einen Stellungskrieg über, der in den folgenden Kriegsjahren bestehen bleiben und viele Millionen Soldaten das Leben kosten sollte.

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