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Neumarkts närrische Öffnungszeiten

Am Faschingsdienstag sind städtische Behörden und Verwaltungen nur vormittags besetzt – wenn überhaupt. Im Einzelhandel gibt es große Unterschiede.

In der Bäckerei Feihl in der Oberen Marktstraße sind die verkleideten Verkäuferinnen in Faschingslaune – und am Faschingsdienstag bis 18 Uhr für ihre Kunden da. Foto: kh

Neumarkt.Paul Prengel ist Leiter des Neumarkter Finanzamts – und ein waschechter Rheinländer. Versteht sich von selbst, dass der gebürtige Krefelder ein feierfreudiger Karnevalsjeck beziehungsweise Faschingsnarr ist. Rosenmontag und Faschingsdienstag, für Prengel zwei Höhepunkte des fünf Jahreszeiten umfassenden Karnevalskalenders.

„Momentan blutet mir allerdings das Herz“, gesteht er im MZ-Gespräch. Schließlich heißt es für Prengel sowie 60 weitere Angestellte an Faschingsdienstag arbeiten, trockene Zahlen- statt bunter Faschingswelt. Die andere Hälfte der Belegschaft hat Rosenmontag und Faschingsdienstag frei. Immerhin für Prengel und Kollegen: Die Öffnungszeiten gehen am Faschingsdienstag nur bis 12Uhr – so wie in fast allen Behörden und Verwaltungen Neumarkts.

Frühzeitig kommen

Wer Faschingsdienstag also noch wichtige Erledigungen tätigen muss, sollte nicht zu lange warten – sonst drehen ihm die Faschingsnarren eine lange Nase.

Auch in den Neumarkter Rathäusern I, II und III sowie in den Nebenstellen der Stadtverwaltung herrscht an Faschingsdienstag Kurzarbeit. Hier ist gar bloß bis 11 Uhr geöffnet. Thomas Thumann, Leiter des Hauptamts, weiß: „Das ist eine uralte Tradition, dass am Faschingsdienstag im Rathaus die Narren los sind.“

Früher hätten bereits im 10 Uhr die Sektkorken geknallt, mittlerweile wird eine Stunde später mit Musik vom Band etwas zu Essen und Trinken gefeiert. Rund 50 verkleidete Rathausangestellte kommen laut Thumann jährlich zusammen. Dann werde für gewöhnlich bis 15oder 16 Uhr. Nicht länger, schließlich ist am Mittwoch ja wieder Arbeit angesagt.

Der Hauptamtsleiter wird übrigens bei den Feierlichkeiten nicht dabei sein. Er habe Termine. „Darüber bin ich aber auch nicht unglücklich“, schließlich zähle er sich nicht zur pappnasentragenden Gattung der Faschingsnarren. Sagt‘s und lacht.

Auch im Neumarkter Landratsamt Neumarkt, im Wertstoffhof Blomenhof und in der Erd- und Steindeponie Pollanten wird am Faschingsdienstag eher Feierabend gemacht – nämlich jeweils um 12Uhr. Bei der Zulassungsstelle im Landratsamt ist gar bereits um 11.15Uhr Anmeldeschluss.

Die Stadtwerke Neumarkt (SWN) fangen erst gar nicht mit halben Sachen an. Hier ist ganztägig geschlossen. Willibald Spies von den SWN erklärt auf Nachfrage die Hintergründe. „Wir haben den Faschingsdienstag als allgemeinen Brückentag für unsere Belegschaft eingeführt.“ Damit spare man sich auch die Energiekosten, die sonst wegen eines halben Arbeitstages anfielen. Der Bereitschaftsdienst für Notfälle der SWN ist aber unabhängig vom Faschingstreiben unter der Nummer 239-0 zu erreichen.

Kundenfreundliche Arbeitszeit

Keine närrische Ausnahmen gibt es unterdessen für die Angestellten des Kauflands, des Real oder der Norma in der Oberen Marktstraße – hier können Kunden wie gewohnt am Faschingsdienstag bis 20 Uhr einkaufen. Ansonsten zeigen sich die Geschäftstreibenden in der Marktstraße ausgesprochen faschingsfreudig. Die große Mehrzahl schließt früher als üblich. So wird beispielsweise die Müller-Filiale bereits um 14 Uhr zugesperrt, im Café Plank sowie im Blumengeschäft „Grün Punkt“ ist jeweils um 13 Uhr Feierabend.

Auch die Neumarkter Filialen der Modehäuser Wöhrl und C&A haben am Faschingsdienstag eine närrische Öffnungszeit: 14statt wie gewöhnlich 19 Uhr.

In bester Faschingslaune waren bereits am Rosenmontag die verkleideten Verkäuferinnen der Bäckerei Feihl in der Markstraße. Sie sind auch am Faschingsdienstag für ihre Kunden da – und zwar bis 18 Uhr.

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