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OB-Wahl

Epoche Thumann soll in Runde drei gehen

Der Titelverteidiger hat noch nicht fertig. Er sagte uns, wie er Neumarkt weiter prägen will und was er Kritikern vorhält.
Von Lothar Röhrl

Thomas Thumann verspürt vor der Oberbürgermeister-Wahl keine Wechselstimmung in der Stadt. Foto: Röhrl
Thomas Thumann verspürt vor der Oberbürgermeister-Wahl keine Wechselstimmung in der Stadt. Foto: Röhrl

Neumarkt.Welches Lob an Ihre Adresse haben Sie in den vergangenen Wochen von den Bürgern am meisten gehört?

Ich höre Lob von Neumarktern dafür, dass sich die Stadt aus ihrer Sicht in den vergangenen Jahren hervorragend weiterentwickelt hat. Die Bürger beziehen sich damit nicht auf einen Punkt wie den Neuen Markt, sondern darauf, wie sich Neumarkt weiterentwickelt hat. Es gab Riesenschritte in alle möglichen Richtungen: Im kulturellen oder im Einkaufsbereich. Auch die große bauliche Entwicklung der Stadt gehört dazu.

Im Stadtrat geht es oft hart zu. Ab und zu gibt es auch eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Sie. Welcher Vorwurf gegen Sie hat Sie am meisten empört?

Als Mensch und als ausgebildeter Jurist kann ich mit Themen sachlich umgehen. Ich kann sachliche Kritik akzeptieren. Ich habe auch kein Problem, dass es in der Politik verschiedene Meinungen gibt. Mein Ziel ist: Am Ende des Tages soll das beste Argument die Mehrheit bekommen. Ich empöre mich aber dann, wenn sich jemand diffamierend gegen meine Person, Vertreter der Verwaltung, andere Stadträte oder Externe äußert. Vor allem dann, wenn von manchem der 40 Stadträte ein Bild der Stadt gekennzeichnet wird, das ich nicht gut heiße. Ich begrüße es, dass sich dann manche Stadträte durch Klopfen auf die Tischplatte als Unterstützer des Vorgehens gegen solche Angriffe äußern.

Sie sind an Vorgaben gebunden. Auf welchem Gebiet würden Sie gerne ungebundener sein? Wo sollte noch mehr Thomas Thumann bei Entscheidungen drin sein?

Ich habe halt gewisse Zuständigkeiten von meinem Vorgänger Alois Karl übernommen. Aber ich habe auch gewisse Freiheiten. Ich möchte schon möglichst zusammen mit dem Stadtrat zu Entscheidungen kommen. Ich wünsche mir aber gerade vom Stadtrat, dass aus diesem vorausschauende Ideen und Vorschläge kommen. Ein „es war schon immer so“ sollte es nicht mehr so oft geben. Am Beispiel des Park-Inn, das viele nicht wollten, steht mittlerweile fest, dass viele davon profitieren, wenn auch im Stadtrat einmal über den Tellerrand hinaus geschaut wird. Das zeigt sich mittlerweile an der Tatsache, dass jetzt für gut geheißen wird, wenn es mehr Grün in der Stadt gibt. Ich wurde früher dafür belächelt, als ich überall Bäume und Grünflächen gefordert habe – etwa im Gewerbegebiet Stauf Süd. Dort sehen die Anlieger das viele Grüne sehr positiv.

Was würden Sie gerne noch für
Neumarkt verwirklicht sehen?

Ich möchte auf die Generationen dieser Stadt zugehen. Deshalb freue ich mich schon auf die Zukunftskonferenzen, die es neu ab Herbst geben wird. Unter anderem wird im G6 eine Kinder- und Jugendkonferenz stattfinden. Diese wird wohl besonders spannend. Denn die jungen Neumarkter werden sich darüber äußern, wie sich die Stadt aus ihrer Sicht weiterentwickeln soll. Solche Konferenzen wird es auch für Familien und Senioren geben. Ich will für einige neue kulturelle Highlights wie etwa ein Classic Open-Air sorgen. Dazu hatte ich schon Gespräche mit der Nürnberger und der Münchner Philharmonie. Zudem sollen lokale Künstler dabei auftreten. Erstmals 2019 soll das stattfinden. Und dazu kommt noch mehr „Kunst im öffentlichen Raum“.

Ein Vorwurf an Sie als Oberbürgermeister lautet: Er wirft Geld für Größenwahn zum Fenster raus?

Ich kann das nicht nachvollziehen, zumal der Stadtrat und die Gremien bei jeder Investition über 100 000 Euro für die Entscheidung zuständig sind und somit unter Beschluss des jeweiligen Jahreshaushalts dafür auch verantwortlich sind, welche Investitionen in der Stadt getätigt werden.

Was soll auf das Flugplatzgelände?

Nach dem integrierten Stadtentwicklungskonzept, das ich vor einigen Jahren entwickeln und vom Stadtrat beschließen ließ, werden auf dem Flugplatzgelände verschiedene Bereiche mit verschiedenen Nutzungen vorgesehen. Dabei soll aus der Woffenbacher Richtung das „Teilgebiet Wohnen“ entstehen. Aus Sicht der Nürnberger Straße in Richtung Woffenbach wird den dort ansässigen Gewerbetreibenden oder anderen die Möglichkeit gegeben, Gewerbe anzusiedeln. In der Mitte des Bereichs wird die Situation ausgenutzt, dass die Kleinbiotope und der Umstand, dass hier eine Frischluftschneise in die Altstadt erkannt worden ist, als grüner Bereich ausgewiesen wird.

Die Leser schlugen Alternativen für den alten Bauhof vor: Statt eines Hotels sollte es ein Sportzentrum, ein Behindertenwohnheim, die Hochschule, eine Disco, einen Edeka oder einen American Diner geben. Was schlagen Sie vor?

Letztlich wird es dem Stadtrat vorbehalten sein, den alten Bauhof dementsprechend mit verschiedenen Nutzungen zu versehen. Meiner Meinung nach ist dies ein sehr wertvolles Gelände mitten in der Stadt, das eine hochwertige Nutzung verdient.

Stichwort Flugplatz: Ist dort nicht doch der beste Standort für die Hochschule?

Ein Großteil der Grundstücke auf dem Flugplatz-Gelände gehört nicht der Stadt, sondern privaten Eigentümern. Die meisten Grundstücke, die der Stadt gehören, sind bis 2020 im Rahmen der Flugplatznutzung verpachtet. Demgegenüber stand die Forderung des Freistaats Bayern und der Technischen Hochschule Nürnberg, möglichst bald einen angemessenen Raum für die wachsende Zahl an Studentinnen und Studenten zu schaffen. Allein aus diesem Grund wie auch aus städtebaulichen Gesichtspunkten ist der Standort Flugplatz für mich nicht vorhanden. Ich bin froh, dass der Stadtrat vor kurzem die Überplanung des Residenzplatzes als künftigen Standort der Hochschule beschlossen hat.

Wo steht Neumarkt in zehn Jahren?

Ich sehe Neumarkt in zehn Jahren als prosperierende Stadt mit weit über 40 000 Einwohnern, in der viele Arbeitsplätze vorgehalten werden und in der die Menschen aufgrund der sehr hohen Lebensqualität nicht nur arbeiten, sondern auch leben wollen. Hierzu werden nicht nur die Kinderbetreuungsmöglichkeiten sowie die schulischen Möglichkeiten bis zur Hochschule angeboten. Auch die infrastrukturelle Anbindung ist hervorragend, so dass Neumarkt als größte kreisangehörige Kommune der Oberpfalz weit über die Grenzen der Oberpfalz bekannt sein wird.

Wie wird Ihr Tagesablauf am 25. September aussehen?

Egal, wie die Wahl am 24. September ausgeht: Ich bin noch bis 4. Dezember als Oberbürgermeister gewählt. Das heißt: Ich werde auch am 25. meinen Amtsgeschäften nachgehen und versuchen, Neumarkt weiterzubringen.

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