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Wahlkampf

Händler bringen Ideen für die Altstadt vor

Die CSU hatte Geschäftsleute, Experten und Bürger zu einer Diskussion eingeladen. Es ging um Neumarkt als Einkaufsstadt.
Von Michael Schrafl

Einzelhändler und Bürger brachten ihre Sorgen und Wünsche bezüglich der Innenstadtentwicklung vor.Foto: Schrafl
Einzelhändler und Bürger brachten ihre Sorgen und Wünsche bezüglich der Innenstadtentwicklung vor.Foto: Schrafl

NEUMARKT.Nach dem Thema Schule, Bildung und Kinderbetreuung hat die CSU im Zuge ihres OB-Wahlkampfs ein weiteres aktuelles Thema aufgegriffen: Neumarkt als Einkaufsstadt. Unter dem Titel „Wie sieht die Zukunft der Innenstädte aus?“ ging Josef Kellermann vom Handelsverband Bayern im Johanneszentrum auf die große Online-Konkurrenz für die Einzelhändler ein.

Sorgen, die die Neumarkter Geschäftsleute umtreibt, sind der fehlende Supermarkt in der Altstadt, zunehmende Leerstände in den Seitenstraßen und eine damit verbundene sinkende Kundenfrequenz für die dort noch verbleibenden Geschäfte. Die zentrale Frage war deshalb: Welche Entscheidungen müssen getroffen werden, damit Neumarkt als Einkaufsstadt auch in zehn Jahren und darüber hinaus attraktiv bleibt?

Positiv bewertete Kellermann die Bevölkerungsentwicklung und die wirtschaftliche Stärke von Neumarkt. Das heißt: Die Innenstadt gewinnt an Bedeutung als Wohnstandort. Für den Einzelhandel heißt das, dass er auf absehbare Zeit außerhalb der attraktiven Lagen an Bedeutung verliert.

Gute Erreichbarkeit ist wichtig

Nach einer Umfrage machten gute Einkaufsmöglichkeiten, Kultur und Freizeit, Parkmöglichkeiten und eine gute Erreichbarkeit der Geschäfte eine attraktive Innenstadt aus, erklärte der Experte. „Die Kunden sehen die Innenstadt vor allem als Erlebnisraum.“ Seiner Ansicht nach verfügt Neumarkt über die Widerstandskräfte, um sich gegen eine Abwärtsentwicklung erfolgreich zu wehren: Da ist einmal die hohe Kaufkraft, die Zentralität, die geringe Arbeitslosenquote, die hohe Investitionsquote und die hohen Verkaufsflächen. Die Politik müsse an einer funktionierenden Innenstadt mit einem funktionierenden Handel interessiert sein – und deshalb den Handel nach Möglichkeiten unterstützen.

Auch Citymanager Roland Kittel zeigte sich davon überzeugt, dass Neumarkt ein großes Potenzial an Entwicklungsmöglichkeiten besitzt. Als Geschäftsführer gab er die Wünsche der Mitglieder von Aktives Neumarkt wieder: eine echte Fußgängerzone im Bereich des Rathauses. „Müssen wirklich alle Busse durchfahren?“, frage er. Und: Sehr oft führen Privatleute durch den verkehrsberuhigten Bereich. Außerdem schlug er eine City-Linie im 10-Minuten-Takt vor, die zwischen Volksfestplatz, Klinikum, Innenstadt, Bahnhof und Ärztehaus verkehrt. 59 Fahnenmasten zählte er in der Marktstraße – „warum werden sie nicht mehr genutzt?“

Ein Stiefkind sei die Hallertorstraße, hier befinde sich das lauteste Pflaster und viel Verkehr. Die Sanierung der Straße und die Absenkung der Gehsteige könnte die Hausbesitzer animieren, die Seitenstraße für den Einzelhandel interessant zu machen. In einem leerstehenden Haus kann sich Kittel ein multifunktionales Sanitärhaus mit ebenerdigen und behindertengerechten WCs, Wickeltisch und Fahrradboxen vorstellen. Die Situation in der Klostergasse wolle er nicht schlecht reden – mehr Gastronomie mit Freisitzen, mehr Sitzgelegenheiten und Spielgeräte für Kinder könnten die Gasse mit ihrem wunderbaren Flair attraktiver machen. „Die Klostergasse ist geradezu prädestiniert für Gastronomie.“ Und der Citymanager forderte eine Beschilderung, damit Kunden wissen, in welcher Seitenstraße sich welche Geschäfte befinden. „Einzelhandel und Stadt müssen viel experimentierfreudiger sein und nicht immer fragen ,Brauchen wir das?‘.“

Tiefgarage unter der Marktstraße

In der allgemeinen Diskussion teilten die Einzelhändler und Bürger dem CSU-OB-Kandidaten Richard Graf ihre Sorgen, Wünsche und Vorschläge zur Innenstadtentwicklung mit. So sollte in das Erdgeschoss des neuen Seniorenzentrums, das an Stelle des früheren Kaufhauses Hackner entstehen wird, ein Nahversorger einziehen. Die Klostergasse brauche unbedingt einen Frequenzbringer, waren sich alle einig. Die große Bitte an den Stadtrat und den Oberbürgermeister: Edeka sollte nur den Großmarkt auf dem Gelände der ehemaligen Baumschule Pohl bauen dürfen, wenn der Konzern im Gegenzug einen Nahversorger in der Altstadt errichtet. Josef Achatz forderte eine Tiefgarage unter der Marktstraße. „So wären die Geschäfte für alle gut erreichbar und die Marktstraße könnte so wirklich verkehrsberuhigt werden.“ Ihm liege viel an einer lösungsorientierten Verwaltung und an einer Zusammenarbeit von Gewerbetreibenden, Kunden und Verwaltung, sagte Richard Graf.

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