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Politik

Richard Graf: „Ich will OB werden“

Mit 100 Prozent Zustimmung schicken die CSU-Mitglieder ihren Kandidaten in die Oberbürgermeisterwahl in Neumarkt.
Von Eva Gaupp

  • Der Stadtverbandsvorsitzende Marco Gmelch überreichte dem OB-Kandidaten Richard Graf im Beisein seiner Frau Tracy und des Fraktionsvorsitzenden Markus Ochsenkühn einen roten Faden – für seinen Wahlkampf und auch als späterer Oberbürgermeister. Foto: Gaupp
  • Fraktionsvorsitzender Markus Ochsenkühn gehörte zu den ersten Gratulanten. Foto: Gaupp
  • Der Bezirksvorsitzende und Staatssekretär Albert Füracker mahnte die CSU zur Geschlossenheit. Foto: Gaupp

Neumarkt.„Ich bin kein Zählkandidat. Ich trete an, um die Wahl zu gewinnen.“ Seit Donnerstagabend ist Richard Graf offizieller Kandidat der CSU für die Oberbürgermeisterwahl am 24.September. Mit feuchten Augen und roten Backen vernahm er zusammen mit seiner Gattin Tracy das Ergebnis der Wahl im Berggasthof Sammüller: Von 88 anwesenden Stimmberechtigten hatten 87 dem CSU-Stadtrat ihre Stimme gegeben, die eine Enthaltung müsse als ungültig gewertet werden, erklärte Wahlleiter Prof. Dr. Elmar Forster. Dieses Votum sei ihm eine Ehre und ein Ansporn, erklärte der 57-jährige Graf. „Das heißt für mich Vollgas!“

Strahlend nahm Richard Graf den Applaus nach der Wahl entgegen. Foto: Gaupp
Strahlend nahm Richard Graf den Applaus nach der Wahl entgegen. Foto: Gaupp

Vor der geheimen Abstimmung hatten der Stadtverbandsvorsitzende Marco Gmelch, Staatssekretär Albert Füracker und die stellvertretende Landrätin Heidi Rackl bereits die Parole ausgegeben, dass die CSU wieder das Rathaus der Großen Kreisstadt erobern müsse. Allerdings sei das nicht ganz einfach, räumte der Staatssekretär und Bezirksvorsitzende ein. Erstens sei es ja nicht so, dass „Neumarkt im Chaos liegt“, und zweitens sei es nicht einfach, gegen einen amtierenden Oberbürgermeister anzutreten. „In der Kommunalpolitik gibt es nichts, was unmöglich ist“, machte Füracker aber dem Kandidaten Mut.

Gespannt verfolgten Richard Graf und seine Frau Tracy die Verkündigung des Wahlergebnisses. Foto: Gaupp
Gespannt verfolgten Richard Graf und seine Frau Tracy die Verkündigung des Wahlergebnisses. Foto: Gaupp

Gleichzeitig rief er in seiner leidenschaftlichen Rede die CSU-Mitglieder dazu auf, Graf zu unterstützen – und zwar geschlossen. Ein Wahlkampf brauche Unterstützer, keine Beobachter. Und Füracker ging auch auf die jüngste Debatte um das Bürgerhaus in Pölling ein: Da habe Richard Graf gezeigt, dass er sachlich bleibe und zu seinen Ideen stehe. „Du lässt andere Parolen verbreiten, die offensichtlich nicht der Realität entsprechen.“

Graf selbst streifte das Thema nur am Rande: Im Stadtratsbeschluss stehe, dass sich die Stadt um Zuschüsse kümmern müsse. Bisher habe er jedoch nur juristische Spitzfindigkeiten vernommen. Er habe indessen ein Förderprogramm aufgetan, mit dem eine 90-prozentige Förderung der Kosten möglich sei. „Da muss ich als Privatperson suchen.“ Die Freien Wähler hatten in der vergangenen Woche eine Pressemitteilung herausgegeben, in der harsche Kritik an Graf geübt und die Realisierung des geplanten Gemeinschaftshauses in Pölling infrage gestellt wurde (wir berichteten).

Heidi Rackl schenkte ihm deshalb einen Briefbeschwerer in Form eines Elefanten: mit großen Ohren, einem dicken Fell, scharfen Zähnen, breitem Buckel und einem langen Rüssel, „um Deine Nase überall reinstecken zu können“.

Die stellvertretende Landrätin Heidi Rckl überreichte Richard Graf einen Elefanten – und erklärte auch, warum. Foto: Gaupp
Die stellvertretende Landrätin Heidi Rckl überreichte Richard Graf einen Elefanten – und erklärte auch, warum. Foto: Gaupp

Dass er sein Ohr bei den Bürgern haben wolle, das wiederholte Graf in seiner Bewerbungsrede mehrfach. Bürger seien Kunden, Politiker Dienstleister. Und in seinem Beruf als Elektroingenieur bei IBM habe er gelernt, Kunden zuzuhören. Er könne in großen Teams arbeiten, pflege einen kooperativen Führungsstil, weil dann die besten Ergebnisse erzielt würden, wenn die Verantwortung geteilt werde.

Er machte aber auch deutlich, dass er als Oberbürgermeister der sein wolle, der voran geht. Auch im Rathaus. Er unterstrich, dass die Mitarbeiter der Verwaltung kompetent und freundlich seien – doch in den vergangenen zwölf Jahren habe er den Eindruck gewonnen, dass nicht OB Thomas Thumann – wobei er den Namen nicht nannte – die Verwaltung leite, sondern eher die Verwaltung den Oberbürgermeister. Es fehle an Zukunftsvisionen – in den vergangenen zwölf Jahren sei das verwaltet worden, was die CSU-Oberbürgermeister aufgebaut hätten.

Aus dieser Kritik heraus laute sein Motto „Heute für morgen“. Lebenslang lernen, Trends frühzeitig erkennen und langfristig planen – das sei sein Credo. Und trotzdem gab er zu: „Ich habe vor diesem Amt Respekt“.

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