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Paprottas Paragrafen

Die Tücken auf dem Weihnachtsmarkt

Bratwurst und Glühwein sorgen nicht nur für Spaß. Rechtsanwalt Geedo Paprotta beleuchtet Streitigkeiten in der Adventszeit.
Von Rechtsanwalt Geedo Paprotta

Auf dem Weihnachtsmarkt lauern Gefahren. Foto: Röhrl
Auf dem Weihnachtsmarkt lauern Gefahren. Foto: Röhrl

Neumarkt.Allerorten weihnachtet es sehr. Um diese Jahreszeit kaum anders zu erwarten. Trotzdem werde ich immer eiskalt überrascht, wenn im Advent die Innenstädte gesperrt sind. Was fatale Folgen hat, wenn man als Anwalt auf den letzten Drücker in einer fremden Stadt einen Parkplatz sucht! Und wenn dort, wo sonst großzügig Stellplätze ausgewiesen sind, jetzt kleine Holzbuden mit Bratwurst und Glühwein leuchten, wird es schwer. Dabei sind Weihnachtsmärkte für Juristen durchaus attraktiv: Da wird viel und gern gestritten – wie überall in der Weihnachtszeit. Nicht nur parkplatzsuchende Rechtsanwälte, auch die Inhaber von Ladenlokalen sind nicht immer glücklich über die Holzbuden.

Zoff wegen einer Bratwurstbude

Wegen einer Bude wurde in Mainz vor dem Verwaltungsgericht gezankt. Eine sechs Meter breite Bratwurstbude wurde von der Stadt Worms direkt vor einem Schaufenster genehmigt. Der Ladeninhaber fürchtete, dass keiner mehr Geschenke bei ihm kauft. Doch die Verwaltungsrichter der 6. Kammer waren Bratwurstfreunde und urteilten: Wenn man genau hinschaut, sieht man das Schaufenster doch noch! Dauert ja nur vier Wochen, da müssen wir alle durch (Az. 6 L 897/05.MZ).

Rechtsanwalt Geedo Paprotta Foto: MZ
Rechtsanwalt Geedo Paprotta Foto: MZ

Die Richter am Verwaltungsgericht Neustadt hingegen hatten über Glühwein zu urteilen und zeigten sich in weniger adventlicher Stimmung. Geklagt hatte eine alkoholische Heißgetränkebude, die keine Standgenehmigung bekam, obwohl man in den Vorjahren immer gedurft hatte. Das lag am Strom. Also nicht daran, dass die Weihnachtsmarktbesucher nach dem Konsum der angebotenen Glühflüssigkeit besonders unter Strom gestanden hätten. Vielmehr hatte der Stand im Vorjahr die Stromrechnung nicht bezahlt. Die Ablehnung sei berechtigt, befand das Gericht, denn bei Marktstandvergaben gelte der Grundsatz „bekannt und bewährt“ und an Letzterem fehle es hier eben (Az. 6K1733/05.NW).

„Naja, wenn die stade Zeit vorbei ist, wird es wieder friedlicher.“

Rechtsanwalt Geedo Paprotta

Auf Weihnachtsmärkten begegnet man oft Gestalten mit weißen Bärten. Wobei eine Weihnachtsmarktgestalt vor dem Jugendschöffengericht Zweibrücken noch keinen Bart hatte – dafür einen Fünf-Euro Schein. Den hatte der 14-Jährige einem neunjährigen Weihnachtsmarktbesucher unter Gewaltanwendung abgenommen. Dafür bekam der böse Weihnachtswichtel im August 2018 eine Jugendstrafe wegen Raubes und zwei Jahre Bewährung. Naja, wenn die stade Zeit vorbei ist, wird es wieder friedlicher …

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