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Kolumne

Schwarzer Humor hinter Gitter

Vor Gericht geht es nicht immer bierernst zu, wie der Neumarkter Jurist in diesem Teil seiner Kolumne beweist.
Von Geedo Paprotta

 Foto: Jochen Lübke/dpa
Foto: Jochen Lübke/dpa

Neumarkt.Eine der machtvollsten Sanktionen, die unser Rechtsstaat kennt, das ist sicher der Freiheitsentzug. Ob die damit beabsichtigte abschreckende Wirkung allerdings wirklich funktioniert? Manche Straftäter scheinen nichts daraus zu lernen und rücken immer wieder ein.

Ein Gefängnisdirektor fragte einen solchen Kandidaten einmal ganz direkt: „Warum sind Sie denn schon wieder hier?“. Der erneut wegen Diebstahls verurteilte Strafgefangene antwortete: „Geburtsfehler: Zu lange Finger, zu kurze Beine!“.

Dabei gilt es ja als justizpolitischer Irrweg aus dunklen Zeiten anzunehmen, Straftäter hätten quasi von Geburt an eine Veranlagung zum Verbrechen. Aber Fakt ist: Das sind Leute wie Du und ich, obwohl … Wissen Sie, wie sich Strafgefangene vermehren? Durch Zellteilung! Ha, ha. Nur ein Kalauer. Aber Gefängnis, das ist natürlich kein Witz, das macht keiner freiwillig!

Der Richter zum Angeklagten: „Sie können wählen: zehn Tage Gefängnis oder tausend Euro?“ Der Angeklagte zögert nicht lange: „Dann nehme ich das Geld!“

Man darf Insassen von Justizvollzugsanstalten allerdings nicht für dumm halten. Die sind teilweise verdammt gerissen! Ein Bauer wurde zu drei Jahren verurteilt. Seine Frau schrieb ihm wütend: „Du sitzt da rum und ich soll das Feld umgraben und die Kartoffeln pflanzen!“ Der Bauer antwortet ihr: „Rühr das Feld nicht an! Ich habe dort Waffen und Sprengstoff vergraben!“ Zwei Wochen darauf ein Brief der Bäuerin: „Jemand im Gefängnis muss unsere Post lesen! Die Polizei war da. Sie haben jeden Meter auf dem Acker umgegraben. Aber gefunden haben sie nichts.“ Darauf er: „Gut. Dann kannst du jetzt die Kartoffeln pflanzen.“ Sie sehen, beim Thema Haftstrafen menschelt es oft arg.

Eine 80-Jährige Dame steht vor Gericht wegen Diebstahls. Der Richter fragt: „Was haben Sie denn gestohlen?“. Die Dame: „Eine Dose Pfirsiche. Mich hat es so gehungert“. „Ach so?“, fragt der Richter und lächelt milde. „Wie viele Pfirsiche waren denn drin?“ „Sechs Stück, Euer Ehren“. „Na“, sagt der Richter mitleidig. „Dann verurteile ich Sie zu sechs Tagen Gefängnis.“ Plötzlich schreit der 86-jährige Ehemann von den Zuschauerplätzen aus: „Herr Richter! Eine große Dose Erbsen hat sie aber auch noch geklaut!“

Bei uns darf man ja wenigstens davon ausgehen, dass Haftstrafen zu Recht ausgeurteilt werden. In Unrechtsstaaten wie einst die DDR war Gefängnis hingegen oft reine Willkür: Drei Gefangene in Bautzen tauschen sich aus. Der Erste: „Ich kam immer fünf Minuten zu früh. Da haben sie mich wegen Spionage verurteilt.“ Der Zweite: „Ich kam immer fünf Minuten zu spät. Sie haben mich wegen Sabotage verurteilt.“ Der Dritte: „Ich war immer pünktlich. Da sind sie mir draufgekommen, dass ich eine West-Uhr habe!“ Am Ende hilft in Sachen Knast nur noch ein guter Anwalt. Fragt der Angeklagte seinen Verteidiger: „Wie lange wird es dauern?“ Der antwortet: „Für mich drei Stunden. Für Sie drei Jahre.“

Weitere Teile der Serie finden Sie hier.

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