MyMz
Anzeige

Vorbereitung

Bühne für die Passionsspiele aufgebaut

Die MZ verfolgte in Neumarkts Kleiner Jurahalle den Aufbau der Bühne. Auf ihr findet schon am Samstag die erste Probe statt.
Lothar Röhrl

Auf den gelben Querträgern wurden 22 Millimeter starke, nagelneue Spanplatten verlegt. Einige davon wurden mit Feinarbeit beim Sägen passend gemacht. Alois Hörteis schaut hier Alois Bierschneider beim Ausmessen zu.Foto: Lothar Röhrl
Auf den gelben Querträgern wurden 22 Millimeter starke, nagelneue Spanplatten verlegt. Einige davon wurden mit Feinarbeit beim Sägen passend gemacht. Alois Hörteis schaut hier Alois Bierschneider beim Ausmessen zu.Foto: Lothar Röhrl

Neumarkt.Talente richtig einsetzen: Das ist eines der Rezepte, mit denen auch die Passionsspiele 2019 zum Erfolg werden können. Die einen – gut 100 an der Zahl und gut bei Stimme – proben schon seit Juni unter Leitung von Peter Bruckschlögl für den Chor. Eine Gruppe von fingerfertigen Damen trifft sich regelmäßig bei und mit Rita Iberl, um alle Gewänder anzufertigen. Doch bevor am 13. Oktober die erste Probe für die Darsteller der 19 Bilder stattfindet, muss die Bühne schon stehen. Dazu muss erst die Kleine Jurahalle in eine Festspielhalle verwandelt werden. Gut sieben Wochen nach der letzten ausgeschenkten Maß in der zum Volksfestbetrieb gehörenden Kleinen Halle ist das dieser Tage geschehen.

Erst die Handwerker, dann die Spieler

Dafür garantierten gut 20 Herren, die ihr Talent im Kräftig-Hinpacken, aber auch im Genau-Ausmessen beziehungsweise Genau-Arbeiten einsetzten. Dabei gaben mit Fritz Gerber und Georg Wölfl zwei ausgefuchste Handwerker den Takt an. Das taten beide nach einem genauen Plan. Dieser war zusammen mit Regisseur Michael Ritz entworfen worden. Oder genauer ausgedrückt: Ritz gab vor, wie er sich die Bühne vorstellte. Im Gegensatz zu den Spielen 2009 soll es bei den Spielen 2019 weniger Kulissenelemente geben. Der Regisseur will statt derer mit Lichteffekten arbeiten. Auf diese Weise würde ein Vorhang ersetzt.

Wir haben über Tag eins des Aufbaus der Bühne einen Film gedreht:

Video: Lothar Röhrl

Doch erst musste weg, was stört. Etwa das Geländer auf der festinstallierten Bühne, die beim Schaustellergottesdienst für Gläubige freigegeben worden ist. Dabei genügte es nicht, mit starkem Druck auf jede Ratsche den festsitzenden Schrauben an die jeweils sechs Kanten zu gehen. Einige Verbindungen waren festgeschweißt. Daher musste geflext werden. Nun ist das so eine Sache: Flexen bedeutet Funkenflug und der löst die sensibel eingestellte Brandmeldeanlage aus. Damit nicht sofort „Alarm“ in der 400 Meter Luftlinie entfernten Feuerwehr an der Florianstraße ausgelöst wird, hatte Thomas Krauser, der technische Leiter der beiden Jurahallen, dort Bescheid gegeben. Erst danach durfte „Flex-Chef“ Xaver Wölfl loslegen.

Auch mit der Fotokamera haben wir einen Großteil der Aufbauarbeiten begleitet:

Die Bühne für die Passionsspiele wurde aufgebaut

Neben dem allgemein schlicht „Flex“ genannten Winkelschleifer wurden eine Kreissäge und eine Bohrmaschine in der ersten Phase der Aufbauarbeiten benötigt. Denn wie im Akkord mussten erst beispielsweise 200 laufende Meter Kantholz als Stützen zusammengeschnitten werden. Sie wurden mit ebenfalls passend gemachten Latten verschraubt. So ergaben sich die „Füße“ für die gelben Doka-Träger, auf welchen die Spanplatten für den Bühnenboden verlegt wurden. Übrigens hatte Spender Firma Pfleiderer mitgedacht und ausschließlich schwer entflammbare Platten bereitgestellt.

Eine Spende wog zehn Tonnen

Mit zehn Tonnen ergab sich bei dieser Spende eine respektable Menge. Doch die vom städtischen Bauhof angelieferten Stapel sollten erst einmal von den Ladeflächen zweier Tieflader ins Innere der Halle umgesetzt werden. Dabei musste jedoch der Hallenboden geschont werden. Welche die beste Methode sein sollte, wurde erst einmal ausdiskutiert und auch ausprobiert. Schließlich kam eine Lösung heraus, bei der nur vier Mann als Anschieber beziehungsweise als Ausbalancierer sowie eine Kraft für das Steuern eines Handhubwagens benötigt wurden.

Und so ging es an Tag zwei des Aufbaus weiter:

Video: Lothar Röhrl

Von den Stapeln mit 300 beziehungsweise 230 Zentimeter langen, 170 Zentimeter breiten und 2,2 Zentimeter dicken von Nut und Feder freien Platten wurde ein Großteil gebraucht. Viele wurden in Maßarbeit für die nicht wenigen Ecken im Bühnenbereich zurechtgeschnitten. Was dort oder in den Tagen danach für Aufbauten keine Verwendung fand, wird bei der Zuschauertribüne verbaut. Auch hier gilt: Von dem, was 2009 an Holz gebraucht worden war, hatte man sich schon damals beim Abbau der Bühne getrennt. Kleingärtner profitierten davon.

Weitere Nachrichten aus der Region Neumarkt lesen Sie hier.

Passionsspiele: So geht es weiter

  • Vorverkauf:

    Ab dem 29. Oktober sind Karten für die Aufführungen in der Zeit vom 9. März bis 19. April zu haben. Dafür wird in der Rathauspassage ein Verkaufsbüro geöffnet sein. Interessenten können sich auch Tickets über Online-Buchung sichern.

  • Fotoausstellung:

    Im Reitstadel sind zum ersten Mal in dieser Art und Zusammenstellung ab dem 9. November Bilder der Passionsspiel-Aufführungen in Neumarkt seit dem Jahr 1922 zu sehen. Diese Schau beginnt mit einer Vernissage am 9. November und endet am 25. November. (lr)

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht