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Passionsspiele

Es wurde ein Abend des großen Dankens

Beim Abschlussfest des großen Neumarkter Ereignisses war zu spüren, dass viele Mitwirkende von heuer 2029 dabei sein wollen.
Von Lothar Röhrl

Regisseur Michael Ritz (2. v. l.) und seine Gattin Sophia (4. v. r.) wurden mit Erinnerungen an die Neumarkter Spiele 2019 bedacht. Fotos: Lothar Röhrl
Regisseur Michael Ritz (2. v. l.) und seine Gattin Sophia (4. v. r.) wurden mit Erinnerungen an die Neumarkter Spiele 2019 bedacht. Fotos: Lothar Röhrl

Neumarkt.Was schenkt man einem Regisseur als Erinnerung an fast zwei Jahre Proben- und dann Aufführungszeit eines Passionsspiels? Die Antwort darauf haben den Betroffenen – in diesem Neumarkter Fall Michael Ritz – richtig gut überraschen können. Denn neben einem druckfrischen Bildband und einem Hochglanzbild mit einer Gruppe von Spielern war das vor allem ein Kissen. Dessen Füllung hatte es genauso in sich wie der Verkauf der Abschlussfeier der Passionsspiele 2019 am Samstag in der Kleinen Jurahalle.

Damit füllten rund 500 Akteure sowie eingeladene Sponsoren genau die Halle, die seit 9. März Spielort war. Freilich: An die Aufführungen erinnerte am Samstag nichts mehr. Seit der letzten Aufführung an Karfreitag waren Bühne, technisches Equipment und der gesamte Zuschauerbereich aus der Halle geschafft worden. Wer die Halle von beiden großen Festen her kennt, erlebte ein Wiedersehen mit der dort das ganze Jahr üblichen Bühne. Dort war für den Gottesdienst ein Altar errichtet. Die „Werkstod-Musi“ sorgte für die Umrahmung einer Messe, in welcher der geistliche Leiter des Ereignisses sehr persönliche Worte fand: „Ich bin dankbar und glücklich, dieser Gemeinschaft angehören zu dürfen“, sagte Domkapitular Norbert Winner. Er berichtete, dass sich viele der fast 20 000 Besucher „ganz ergriffen“ von dem, was sie gesehen hätten, geäußert haben.

Von Krankheiten verschont

Bei den folgenden Fürbitten wurde unter anderem der Ehepartner und Familien-Angehörigen der Mitwirkenden gedankt, dass sie deren Engagement mit Verständnis begleitet hätten. Hervorgehoben wurde, dass die Neumarkter Passionsspielgemeinde vor Krankheitsfällen und Unglücken bewahrt worden sei.

In einem Grußwort bescheinigte Bürgermeister Albert Löhner als Vertreter der Stadt, dass die Leidenschaft und das Durchhaltevermögen aller Beteiligten für den Erfolg dieser Passionsspiele gesorgt hätten. Ihr Zusammenhalt und Gemeinschaftsgeist hätten auf das Publikum ausgestrahlt. Mit einem großen Abschlussessen wolle sich die Stadt dafür bedanken. Zu diesem merkte Co-Organisationsleiter Franz Ebenhöch an, dass sich daran als Sponsor auch die Familie Irmgard und Konrad Herrmann von der Firma „Jura Fleisch“ daran beteiligt hätten.

Regisseur zeigte sich stolz

Ebenhöch und mit Franz Düring sein Co-Partner in der Organisationsleitung durften sich dann über den meisten Applaus der Anwesenden freuen. Dem stand der für den Regisseur nicht besonders nach. Michael Ritz attestierte den Darstellern, dass „sie nie in Routine und Gleichgültigkeit versumpft“ seien. Das habe sich bis zur letzten Aufführung an Karfreitag gehalten. Gerade diese sei „so was von gelungen gewesen“, schwärmte der oft in den sechs Wochen Spielzeit als Zuschauer anwesende Regisseur. Und er fügte an: „Ich bin total stolz auf Euch.“ In Abwandlung seines Spruches „Bringt Sie zum Weinen!“, mit dem Ritz alle spielenden und singenden Akteure motivieren wollte, appellierte Ritz: „Nun geht raus in die Welt und bringt sie zum Lachen!“

Das durfte Ritz dann erst einmal selbst, als er und seine Gattin Sophia beschenkt wurden. Hauptgeschenk war ein Kissen. Dieses war mit den Haaren gefüllt worden, die nach der letzten Aufführung bei den männlichen Darstellern abrasiert worden waren. Entsprechend gereinigt ergaben diese eine pralle Füllung.

Persönliche Erinnerungsstücke

Auch für alle Darsteller und die Mitglieder des Chores gab es als Dank Erinnerungsstücke. So erhielt jeder die Gedenkmünze, die der Neumarkter Münzverein anlässlich der Spiele geprägt hatte. Viele nutzten die Einladung, sich ins Goldene Buch der Stadt einzutragen. Eine von Ingrid Maschek gedrehte DVD soll für jeden noch folgen. Die Hauptdarsteller bekamen noch zusätzlich ein Werk der Papier- und Buchkünstlerin Erika Gulder. Jedes zeigt das Konterfei des Spielers.

Viel Applaus gab es auch für die Dankesworte des an diesem Abend mehrmals gefeierten Jesus-Darstellers Thomas Fries („Ihr habt mich getragen“) und Chorleiter Peter Bruckschlögl („Es war klasse!“) an die Akteure.

Einige davon schlüpften dann noch einmal in einige Gewänder. Bei einer Art „Brettl“ wurde witzig, tänzerisch oder gesanglich-anspruchsvoll der Regisseur auf den Arm genommen beziehungsweise Chorleiter Peter Bruckschögl gedankt. Den Vogel schoss dabei Pilatus-Darsteller Stefan Simon an. Er tat das, was er seit vielen Jahren bei jedem Deininger Faschingszug tut: Er verwandelte sich in Franz Josef Strauß und nahm in dessen unnachahmlicher Art Personen und Geschehnisse der Spielzeit ins Visier.

Vor der nächsten Spielzeit 2029 steht ein Termin schon fest: Am 28. März 2020 gibt es das jährliche Treffen der Passionsspielgemeinde. Nicht wenige, der heuer Mitwirkenden, wollen auch 2029 dabei sein. Auch das zeigte sich an diesem Abend des großen Dankens. In welcher Funktion auch immer ließen sie offen.

Wir begleiteten die Passionsspiele ausführlich mit vielen Bildern, Videos und Hintergrundberichten. In unserer Serie sind unter anderem erschienen:

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