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Vorlauf

Fast genau ein Jahr bis zur Premiere

Die Neumarkter Passionsspiele 2019 beginnen am 9. März. Schon jetzt läuft die Vorbereitung auf Hochtouren.
Von Lothar Röhrl

Die beiden „Franzens“, Franz Ebenhöch (l.) und Franz Düring (r.), als Organisationsleiter umrahmten bei der Vorstellung der Werbematerialien (v.l.) Christian und Veronika Meier (Grafik, Werbung), Domkapitular Norbert Winner (Geistlicher Leiter) und Manfred Knedlik (Text, Dokumentation).Fotos: Röhrl
Die beiden „Franzens“, Franz Ebenhöch (l.) und Franz Düring (r.), als Organisationsleiter umrahmten bei der Vorstellung der Werbematerialien (v.l.) Christian und Veronika Meier (Grafik, Werbung), Domkapitular Norbert Winner (Geistlicher Leiter) und Manfred Knedlik (Text, Dokumentation).Fotos: Röhrl

Neumarkt.Am Freitag dieser Woche in genau einem Jahr beginnen die Passionsspiele 2019. Gut 365 Tage davor haben Franz Düring und Franz Ebenhoch, die führenden Köpfe des Organisationsteams, dafür große Zuversicht ausgestrahlt: „Bei der Vorbereitung läuft es sehr gut.“ Bei einem Pressetermin vor kurzem spürte der Präses der Kolpingsfamilie Neumarkt und der geistliche Leiter der Passionsspiele 2019, Domkapitular Norbert Winner gar „eine Hochstimmung momentan“. Diese gelte es am Blühen zu halten.

Zu den Vorbereitungen gehörte das Rühren der Werbetrommeln für die am 9. März 2019 beginnenden und am Karfreitag, 19. April, endenden Spiele. Beste erste Gelegenheit war die Nürnberger Freizeit-Messe. Auf dieser wurden auf dem Stand der Stadt Neumarkt Flyer verteilt. In einer ersten Auflage von 5000 Stück gibt es auf acht Seiten neben einem Abriss über die Geschichte der Passionsspieltradition in Neumarkt und dem Überblick über die Aufführungstermine eine Darstellung des Sitzplans in der Kleinen Jurahalle. Weil es eine weniger geben wird, stehen bei jeder der 18 Aufführungen 903 Plätze zur Verfügung. 2009 waren es 925. Die Preise der vier Kategorien liegen zwischen 37 und zwölf Euro.

Über die Nürnberger Messe wollten Stadt und Kolpingsfamilie Neumarkt, welche die Spiele organisiert und ausrichtet, schon einmal im weiten Umkreis um Neumarkt angesiedelte Busunternehmen ansprechen. Zudem sollen – so das Konzept der Werbung – Pfarreien und Pfarrgemeinderäte auf die Neumarkter Passionsspiele aufmerksam gemacht werden. Ähnlich sei nach den Worten von Franz Düring schon im Vorfeld der Passionsspiele 2009 vorgegangen worden. Nicht zuletzt dies habe dazu geführt, dass alle Aufführungen ausverkauft gewesen waren.

Erstmals Online-Tickets

Der Vorverkauf für die Passionsspiele 2019 wird am 29. Oktober beginnen. Dabei wird nicht nur die herkömmliche Art des Kaufs im Passionsspielbüro in der Rathauspassage angeboten. Wie in heutiger Zeit üblich, können Interessierte ab 29. Oktober auch online ihre Karte(n) ausdrucken unter der Adresse www.neumarkt-ticket.de/passion. Damit werde es wohl keine Bilder von Warteschlangen der Interessenten mehr geben, mutmaßte Franz Düring.

Für die Mitwirkenden der Spiele wird der Samstag, 14. April, ein erster wichtiger Termin sein: Am Abend dieses Tages kurz nach Ostern findet das jährliche Treffen der Passionsspielgemeinde statt. Dieses beginnt wie gewohnt um 18 Uhr mit einem Gottesdienst im Münster St. Johannes. Es wird ab 19 Uhr im Kolpinghaus Johanneszentrum fortgesetzt. Zusätzlich zur Tradition, dass es einen neuen Film über die vergangenen Passionsspiele zu sehen gibt, werden an diesem Abend die Texthefte für die Sprechrollen und ein Arbeitsplan verteilt.

Regisseur Michael Ritz wird den Mitwirkenden an einem separaten Termin den Probenplan aushändigen. Die erste Probe findet am Samstag, 13. Oktober, ab 14 Uhr in der kleinen Jurahalle statt. Im Gegensatz zu den Spielen 2019 finden dort alle Proben statt. Um diese zu gewährleisten, wird schon vor dem 13. Oktober mit dem Aufbau der Bühne begonnen. Ende September und Anfang Oktober findet dieser zusammen mit weiteren Vorbereitungen statt.

Parallel zu den Proben der Mitwirkenden im Volk und in Sprechrollen wird es einen eigenen Probenplan für den gut 140 Personen umfassenden Chor geben. Für diesen zeichnet der musikalische Leiter Peter Bruckschlögl verantwortlich. Die erste Chorprobe ist für den 13. Juni im Johanneszentrum angesetzt worden.

Mit Instrumenten von damals

Bruckschlögl hat die ganze Musik bereits zusammengestellt und teils entsprechend bearbeitet. Er hat auch einiges neu komponiert. Einerseits greift dessen musikalisches Konzept auf klassisch sakrale Chorliteratur zurück. Diese soll laut Peter Bruckschlögl einen Bogen zwischen der „unsrigen Zeit und unseren Vorstellungen von der grausamen Realität der Passion“ spannen. Andererseits will Bruckschlögl Instrumente verwenden, die wohl in der Zeit von Jesus gespielt worden waren. Als Beispiele führte Bruckschlögl die Nay (eine persische Flöte), römische Tuben und ein Schofar (ein Widderhorn) an.

Mit zu dem Medienteam zum Stand der Vorbereitungen waren Veronika und Christian Meier gekommen, die beide für die Werbung verantwortlich zeichnen. Und auch der Germanist Manfred Knedlik war anwesend. Sein Spezialgebiet ist die Geschichte der Neumarkter Passionsspiele-Tradition. Um deren Geschichte geht es auch vom 6. bis 26. November im Reitstadel. Dann sind vor allem Fotografien der Passionsspiele zu sehen. Die ältesten reichen bis ins Jahr 1922 zurück. Damals war die nach 1793 eingetretene Zwangspause zu Ende. Doch Spiele in der heute bekannten Art gab es erst wieder 1959 und 1964 und dann endgültig in einem Turnus wieder ab 1984 beziehungsweise 1989.

Schon jetzt warf das Orga-Team einen Blick auf das Ende der Passionsspiele voraus: Die Kleine Jurahalle muss spätestens am 30. April geräumt sein. Dann sind die Passionsspiele 2019 auch schon wieder Geschichte.

Wie geht es Ihnen ein Jahr davor?

  • Sabine Radschinsky:

    Die Maria-Darstellerin denkt allein deshalb viel an die Spiele, weil sie oft darauf angesprochen wird. Je näher der Karfreitag heuer naht, desto mehr werden ihr die Leiden, die Maria wohl durchlitten haben musste, bewusst. Schon jetzt freut sie sich aufs Kennenlernen vieler neuer Menschen.

  • Ludwig Haubner:

    Für den Kaiphas-Darsteller sind die Passionsspiele 2019 rund 365 Tage vor deren Premiere ebenso weit entfernt: „Ich befasse mich noch gar nicht damit.“ Das werde sich bei ihm sicher ändern, wenn im Oktober die Proben beginnen.

  • Thomas Fries:

    Für den Jesus-Darsteller von 2009 und auch jetzt 2019 gibt es einen großen Unterschied: „Jetzt bin ich im Passionsspiel-Ausschuss und damit voll in die gesamte Vorbereitung eingebunden.“ Schon für die intensive Proben-Zeit hat er einen großen Wunsch: „Ich und auch alle anderen mögen gesund bleiben!“

  • Michael Ritz:

    Den Regisseur sprachen wir, als er in einem Café in Marrakesch Geburtstag feierte. „In Marokko war ich auf Motivsuche. Es ging mir um Aussehen und Verhalten von Menschen im Orient, wo sich ja auch die Passion ereignet hatte.“ (lr)

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