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Finanzen

Neumarkter Passionsspiele tun viel Gutes

Weil sie eine gemeinnützige Gesellschaft sind, ist klar, wofür der Erlös zu verwenden ist. An Spiele 2029 wird auch gedacht.
Von Lothar Röhrl

Die Raiffeisenbank (6. v. l. Direktor Josef Dunkes) überreichte den Erlös aus dem Crowdfunding-Projekt für den Kauf der Römerrüstungen. Fotos: Lothar Röhrl
Die Raiffeisenbank (6. v. l. Direktor Josef Dunkes) überreichte den Erlös aus dem Crowdfunding-Projekt für den Kauf der Römerrüstungen. Fotos: Lothar Röhrl

Neumarkt.Jeder, der eine Karte bei den Passionsspielen Neumarkt kauft, tut Gutes. Genauso wie alle, die bei den 18 Aufführungen auf und hinter der Bühne in Aktion sind. Denn von dem, was bei diesem Ereignis an Geld übrig bleibt, werden Hilfsideen in der ganzen Welt unterstützt.

Teils auch ganz anders, als bei jeder anderen Kulturveranstaltung im Jahresverlauf in Neumarkt, geht es bei der Finanzierung zu. Wie bei den anderen auch steuert der Verkauf der Eintrittskarten den Löwenanteil bei den Einnahmen bei. Maximal sind 18 mal 904 verkaufte Karten – das wäre 18 Mal ausverkauft – möglich. Dieses Ziel ist zumindest jetzt, in der noch laufenden Phase des Vorverkaufs, noch nicht erreicht.

Wie Franz Ebenhöch, der zusammen mit Franz Düring Organisationsleiter ist, dem Tagblatt auf Anfrage mitteilte, sind noch gut 1600 Karten zu haben. „Die Leute müssen sich nicht davor scheuen, wenn sie meist nur noch Tickets für die hinteren Reihen bekommen können. Es wurde einiges mit dem neuesten Standard an Licht- und Tontechnik dafür getan, dass auch von den Reihen mit den höchsten Nummern aus alles bestens zu sehen und zu hören ist.“

Rüstungen dank Crowdfunding

Die neuen Zeiten spielten auch bei der Finanzierung der Spiele insgesamt und von Requisiten im besonderen gegangen. So wollte der Regisseur der 2019-Ausgabe der Passionsspiele, Michael Ritz, dass das ganze Stück möglichst realistisch dargestellt werde. Auf diese Weise sollten alle Zuschauer noch tiefer in die einzelnen Szenen hineingezogen werden. Der goldfarbene Kunstlederharnisch der Römer, wie es ihn noch bei den Spielen vor zehn Jahren gegeben hatte, passte damit nicht mehr zum Gesamtkonzept. Die Organisatoren machten im Westen Deutschlands einen Hersteller von originalgetreuen Römerrüstungen ausfindig und wollten diese kaufen.

Eine Rolle spielte dabei, dass die Passionsspiele eine gemeinnützige GmbH (gGmbH) sind. Das bedeutet, dass die Erträge nach Abschluss der Passionsspiele gemeinnützigen Organisationen zufließen. Daher ist das gesamte, rund 490-köpfige Team der Passionsspiele daran interessiert, die Aufwendungen möglichst niedrig zu halten.

Die Crowdfunding-Plattform „Viele schaffen mehr“ der Raiffeisenbank Neumarkt bot sich als Finanzierungsweg an. Über diese Plattform können gemeinnützige Vereine und Institutionen modern und anschaulich um Unterstützung für verschiedene Vorhaben werben.

Zwei Väter einer großen Familie

Dieser Tage, Monate nach Projektstart, freute sich Raiffeisen-Direktor Josef Dunkes bei der offiziellen Scheckübergabe, dass die benötigten 5099 Euro für die Anschaffung der Rüstungen durch 141 Personen getragen wurden. Somit war das Projekt erfolgreich und der Scheck kann ausbezahlt werden. Wäre dies nicht geglückt, hätten alle 141 Spender ihr Geld wieder zurückbekommen müssen. Die Raiffeisenbank Neumarkt stellte nicht nur die Plattform kostenlos zur Verfügung, sondern unterstützte jede erste Spende ab zehn Euro mit weiteren zehn Euro. Insgesamt trug die Bank mit 1330 Euro zum Erfolg des Projekts teil.

Düring und Ebenhöch

Franz Düring und Franz Ebenhöch sind der Kopf des Orga-Teams. Foto: oH
Franz Düring und Franz Ebenhöch sind der Kopf des Orga-Teams. Foto: oH

Die Geschäftsführer der Passionsspiele gGmbH – das sind die Organisationsleiter Franz Düring und Franz Ebenhöch in Personalunion – bedankten sich bei der Raiffeisenbank Neumarkt für die Unterstützung. Der größte Dank galt allen Unterstützern, die den Erfolg des Projekts mit ihren Spenden erst ermöglicht haben. Zu den sonst kommerziell orientierten Unterstützern gehören neben der Raiffeisenbank auch die Sparkasse, die Lammsbrauerei und die drei Neumarkter Baufirmen Bögl, Klebl und Pfleiderer. Weil es sonst hinter der Bühne in der Kleinen Jurahalle viel zu eng hergehen würde, wurde erstmals mit vier Containern geplant. Diese stellte die Firmengruppe Max Bögl zur Verfügung. In diesen lagern die Gewänder für die rund 120 Akteure, die im Volk mitwirken. Dort ziehen sie sich auch um. In einem kleineren vierten werde alle, die geschminkt werden müssen, von den Maskenbilderinnen betreut.

Passionsspiel-Proben starten früh

Jeder, der für die Neumarkter Passionsspiele Eintritt bezahlt, tut auch etwas Gutes. Foto: Hailer
Jeder, der für die Neumarkter Passionsspiele Eintritt bezahlt, tut auch etwas Gutes. Foto: Hailer

Schließlich, aber bei weitem nicht zuletzt als Förderer nennen wollte Franz Ebenhöch die Stadt Neumarkt. Diese hat wie schon vor zehn Jahren die Kleine Jurahalle als Spielort unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Heuer ist sie deutlich früher für das Großereignis reserviert worden. Denn schon seit Anfang November hatten die Mitwirkenden der Passionsspiele Zeit, die Bühne aufzubauen und kurz darauf mit den ersten Proben zu beginnen. Damit hatten Regisseur Ritz, die Darsteller, der Chor und Letztendes auch die Technik viel länger Gelegenheit, sich auf die Gegebenheiten am Originalschauplatz einzustellen.

Zurück zum Finanziellen: Bei den Spielen 2009 waren rund 100 000 Euro für karitative Zwecke übriggeblieben. Mit etwa diesem Betrag rechnet Franz Ebenhöch auch für dieses Mal. Wie vor zehn Jahren dürfen auch dieses Mal wieder die Mitwirkenden mitentscheiden, für welche Projekte eingespieltes Geld ausgegeben werden soll.

Zu 100 Prozent geschieht das aber auch nicht. Denn an mögliche Spiele im Jahr 2029 wird schon jetzt auf die gleiche Weise gedacht, wie das 2009 im Bezug auf Spiele im Jahr 2019 geschehen ist. „Ein Grundstock für ein Beibehalten des Zehn-Jahre-Rhythmus von 10 000 Euro wird zurückbehalten, damit die nächsten Passionsspiele in zehn Jahren nicht bei Null beginnen müssen“, stellte Franz Ebenhöch klar.

Übrigens: Dieses Mal war erst Mitte 2017 klar, dass es 2019 weitergeht.

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