MyMz
Anzeige

Pinguine und Marienkäfer auf der Straße

Am Unsinnigen Donnerstag war erlaubt, was sonst unmöglich ist. Vor allem die Schüler feierten und in den Banken trug man Fliege statt Krawatte.
von Matthias Schmickl

  • Sie organisierten die Party im Haus St. Marien: Jana Scheurer, Sarah Strachowitz und Jasmin Hierl. Fotos: Schmickl
  • Aloha! In der Sparkasse fühlte man sich gestern in die Südsee versetzt – auch wenn es den Männern an Kragen beziehungsweise Krawatte ging.
  • Lecker! In der Neumarkter MZ-Redaktion war gestern Krapfenzeit.
  • Diesem kleinen Käfer war die Polonaise im Haus St. Marien noch nicht so ganz geheuer...
  • Krapfen waren gestern in den Bäckereien eine viel gefragte Leckerei – auch bei diesen gut behüteten Damen in der Bäckerei Feihl.
  • Eine Fee mitten auf der Marktstraße: Theresa Guttenberger
  • Am Donnerstag mal mit vier Ohren unterwegs: Katja Meier

Neumarkt.Es ist 11.30 Uhr. Am Oberen Markt schleppen ältere Frauen ihre Einkaufstüten durch die Fußgängerzone. Hier und da sieht man Kinder eine Kugel Eis schleckend um einen Brunnen hüpfen. Eigentlich ist der „Unsinnige Donnerstag“ für Partystimmung bekannt. Doch Neumarkt wirkt nicht anders als die Tage zuvor: Es ist still und nur die Stimmen einzelner Passanten sind zu vernehmen. Doch auf einmal kommt ein Schüler um die Ecke gebogen – in Lederhosen. Eine Minute später tauchen schreiende Marienkäfer, ein Pirat mit spitzem Dolch und zwei Händchen haltende Pinguine auf. Neumarkt lebt, Neumarkt feiert doch – die Tour am „Unsinnigen Donnerstag“ kann beginnen.

Beim „Bäcker Feihl“ am Oberen Markt wird man nicht wie üblich von Mitarbeiterinnen in weißem Polohemd und roter Schürze empfangen. Die Damen tragen stattdessen schicke schwarze Oberteile und Partyhüte. Die Kunden erfreuen sich an der Verkleidung der Verkäuferinnen – das Krapfenangebot in der Faschingszeit kommt ihnen da gerade recht.

Ein Banker hat eigentlich ein typisches Outfit: feiner Anzug, faltenfreies Hemd und – Krawatte. Doch letztere fiel in den Neumarkter Banken der Tradition zum Opfer. Den Sparkassen-Mitarbeiter Florian Rotter brachte dies allerdings nur zum Grinsen. Auch Bereichsleiter Oliver Melde von der Raiffeisenbank erklärt lachend den Brauch: „In den oberen Stockwerken unserer Bank schneien komstümierte Mitarbeiterinnen in alle Büros. Dann muss jede Krawatte dran glauben.“ Melde dagegen ist von diesem Schabernack nicht betroffen – er trägt eine Fliege.

Spaß ist allerdings nicht nur im Berufsleben angesagt: Auch die Schulen lassen es so richtig krachen. Allen voran das Haus St. Marien – hier steigt eine Fete, die keiner so schnell vergessen wird. „Wir von der Klasse 10KA haben in den letzten zweieinhalb Wochen eine richtig fette Party geplant“, berichtet Jasmin Hierl. Die 18-Jährige moderiert die Veranstaltung mit ihrer Freundin Sarah Strachowitz. Jede Klasse bereitete eine kleine Show oder ein witziges Spiel vor.

Die Polonaise mit hunderten von Schülern und Lehrern schlängelt sich durch die Turnhalle, während die Teilnehmer mit aktueller Chartmusik beschallt werden. Im Sinnesparcours testen die Schüler ihre Fähigkeiten und das „Rückenspiel“ sorgt dafür, dass alle wild durcheinander purzeln. Im Haus St. Marien sind alle gut drauf.

Bester Laune sind auch Katja Meier (16) und ihre gleichaltrige Schulfreundin Theresa Guttenberger. „Heute ist bei uns SMV-Tag. das heißt, die beiden Gymnasien feiern in der Aula des Ostendorfers zusammen“, erklärt Katja. Ihre Freundin ergänzt: „Ein DJ spielt Musik und ein Bobby-Car-Rennen sorgt für Action.“ Auf die Frage, ob sie noch feiern geht, antwortet Theresa mit „Nein“. Die Schülerin muss lernen, morgen steht eine Klausur an. Dann ist es auch schon wieder Freitag – und Neumarkt verwandelt sich zurück in die beschauliche Residenzstadt.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht