MyMz
Anzeige

Themenwoche

Sieben Fragen an die Tagblatt-Reporter

Muss ich für den Bericht etwas bezahlen? Darf ich vorher gegenlesen? – Es gibt Fragen, die Reporter immer wieder hören.
von Wolfgang Endlein

Zur Arbeit des Neumarkter Tagblatt gibt es immer wieder Fragen. Foto: Wolfgang Endlein
Zur Arbeit des Neumarkter Tagblatt gibt es immer wieder Fragen. Foto: Wolfgang Endlein

1. Ihr wollt einen Zeitungsartikel über mich schreiben: Für den Bericht muss ich doch sicher etwas zahlen, oder?

Es passiert immer mal wieder: Man stößt auf eine interessante Person – sagen wir Herr XY – dessen Geschichte man gerne im Tagblatt erzählen möchte. Man ruft daher Herrn XY an. Der reagiert verhalten, denn er vermutet damit verbundene Kosten. Kostet ein Artikel im Tagblatt tatsächlich Geld? Die Antwort ist klar: Nein. Im redaktionellen Teil sind Artikel nie mit Kosten verbunden. Anders verhält es sich in der Anzeigenabteilung. Redaktion und Anzeigenabteilung arbeiten aber strikt getrennt voneinander.

2. Müsst Ihr den Artikel dem Bürgermeister vorlegen, bevor er erscheint? Bekommt überhaupt jemand den Text vorab?

Wir berichten strikt unabhängig. Das gilt im Übrigen auch im Fall von Anzeigenkunden. Mitunter hört man die Behauptung, Anzeigenkunden beeinflussten die Berichterstattung. Das ist nicht der Fall. Artikel werden im Rahmen der Pressefreiheit grundsätzlich nicht zum Gegenlesen gegeben. Einzig Zitate und Wortlautinterviews bilden eine Ausnahme. Sie werden dem Gesprächspartner auf Wunsch zur Freigabe vorgelegt.

Das Tagblatt

  • NS-Zeit:

    Die Ausrichtung des Tagblatts war katholisch-konservativ. Boegl, der für Centrum und Bayerische Volkspartei auch im Stadtrat saß, geriet bald in Konflikt mit den Nazis. Diese zwangen ihn, den Verlag an sie zu verpachten.

  • Nachkriegszeit:

    Nach dem Krieg geht die Familie Boegl eine Kooperation mit der Mittelbayerischen Zeitung ein, die eine frühe Zeitungslizenz der US-Amerikaner erhielt. Ab 1947 erscheint eine Ausgabe für die Landkreise Neumarkt, Parsberg und Beilngries unter dem MZ-Dach. 1948 gibt es dann wieder das erste Tagblatt nach dem Krieg.

3. Ich wüsste gar nicht, wie ich jeden Tag die Zeitung füllen sollte. Wie kommt Ihr an die Themen für die Ausgabe?

Das Tagblatt hat immer im Blick, was sich in Neumarkt und dem Landkreis tut. Foto: Wolfgang Endlein
Das Tagblatt hat immer im Blick, was sich in Neumarkt und dem Landkreis tut. Foto: Wolfgang Endlein

Es erfordert einigen Planungsaufwand, um jeden Tag Nachrichten aus der Region Neumarkt parat zu haben. Der Weg, wie die Artikel in die Zeitung kommen, ist dabei ganz unterschiedlich. Der Lokalteil setzt sich zusammen aus Pressemitteilungen, die wir beispielsweise von Behörden, Vereinen oder sonstigen Absendern erhalten. Einen sehr wichtigen Teil steuern die freien Mitarbeiter des Tagblatts bei, die aus allen Landkreis-Gemeinden beispielsweise über Gemeinderatssitzungen und Bürgerversammlungen berichten. Die Redakteure sind ebenfalls immer auf der Suche nach Geschichten aus der Region. Geschichten, die die Leser in der Region direkt betreffen.

Dafür beobachten die Redakteure nicht zuletzt die eigene Zeitung mit all ihren kleinen Meldungen, in denen mitunter große Geschichten stecken, vor allem aber sprechen sie auch mit den Menschen vor Ort. Im Laufe der Jahre entsteht ein Netz an Kontakten, das zu so manchem Artikel den Anstoß gibt. Nicht zuletzt sind es auch die Leser, die anrufen, Briefe schreiben oder sich per E-Mail bei uns melden, und uns so zu interessanten Themen bringen. Wir freuen uns, von Ihnen zu hören!

4. Ich habe ein Thema, das ich der Redaktion schildern möchte. Aber interessiert Ihr Euch überhaupt dafür?

Wir sind sogar sehr daran interessiert, was unsere Leser beschäftigt. Schließlich schreiben wir nicht nur über, sondern vor allem für die Menschen in der Region. Es ist nicht schwer, mit uns in Kontakt zu treten. Wir sind telefonisch über die Nummer (0 91 81) 25 21 5 ebenso erreichbar wie per E-Mail unter tagblatt@mittelbayerische.de und über die Facebook-Seite des Tagblatts. Oder Sie schauen einfach persönlich in der Redaktion in der Obere Marktstraße 8 in Neumarkt vorbei. Wir haben immer ein offenes Ohr für Sie.

5. Auf was ist man als Redakteur beim Tagblatt spezialisiert? Berichtet man eher über Politik, Kultur oder Wirtschaft?

Redakteur Thorsten Drenkard bei der täglichen Arbeit.  Foto: Roth
Redakteur Thorsten Drenkard bei der täglichen Arbeit. Foto: Roth

Als Redakteur einer Lokalausgabe wie dem Neumarkter Tagblatt ist man ein Allrounder. Von einem Konzert über den politischen Streit im Stadtrat und der Bilanzpressekonferenz eines lokalen Unternehmens bis hin zur Geschichte über eine vermisste Katze – die Berichterstattung ist so vielfältig wie das Leben in der Region. Lokalredakteure sind daher Universalisten. Eine kleine Ausnahme stellt der für den Lokalsport zuständige Redakteur dar. Er darf sich auf den Sport in der Region konzentrieren. Doch wenn Not am Mann oder der Frau ist, kann auch er einspringen und sich sportfernen Themen annehmen.

Wie die Nachricht ins Tagblatt kommt

6. Kamera, Smartphone, Mikrofon und Stativ? Ich dachte, Ihr Zeitungsredakteure schreibt nur…

In 132 Jahren hat das Neumarkter Tagblatt so manche Veränderung durchgemacht. Die Digitalisierung unserer Gesellschaft ist die neueste, der sich auch das Tagblatt nicht entzieht. Das Tagblatt erscheint nicht nur als Zeitung, sondern auch in verschiedenen digitalen Formen – ob als digitale Zeitung im E-Paper oder als Webartikel auf der Website. Zudem werden die Nachrichten aus der Region über Facebook und Instagram verbreitet. Die digitale Welt ermöglicht und verlangt weitere Erzählformen als nur Text und Foto. Videos, Bildergalerien oder andere digitale Erzählformen wie interaktive Grafiken, Stories auf Instagram oder Live-Schaltungen in Facebook gehören inzwischen zur Arbeit eines Redakteurs ebenso dazu.

7. Als rasender Zeitungsreporter trifft man doch sicher ständig Promis und hat ein aufregendes Leben, oder?

Ja, ab und an kommt auch ein Prominenter nach Neumarkt, wobei diese sich meist als ganz normale Menschen erweisen. Über Promis berichten wir auch, aber eben nicht nur. Der Fokus der Berichterstattung des Tagblatts liegt vielmehr auf den alltäglichen Themen, die unsere Leser in der Region beschäftigen.

Hier geht es zu den weiteren Teilen unserer Themenwoche „Das Tagblatt stellt sich vor“.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht