MyMz
Anzeige

Glaube

Rudolf Meyer ist seit 60 Jahren Priester

Der Berchinger Altenheim-Seelsorger hat eine bewegte Lebensgeschichte hinter sich. Ein Unglück prägte ihn.
Von Franz Guttenberger

Bürgermeister Ludwig Eisenreich und Dekan Artur Wechsler sowie die Ordensschwestern gehörten zu den vielen Gratulanten von Pfarrer Rudolf Meyer (vorne Mitte) Foto: Franz Guttenberger
Bürgermeister Ludwig Eisenreich und Dekan Artur Wechsler sowie die Ordensschwestern gehörten zu den vielen Gratulanten von Pfarrer Rudolf Meyer (vorne Mitte) Foto: Franz Guttenberger

Berching.Berching Altenheimseelsorger Pfarrer Rudolf Meyer feierte sein 60 jähriges Priesterjubiläum. Die Feier begann mit einem Festgottesdienst in der Stadtpfarrkirche, den Dekan Pfarrer Artur Wechsler mit Pfarrer in Ruhe Josef Bierschneider aus Beilngries zelebrierte. Pfarrer Meyer hat eine bewegte Geschichte geschrieben. Er gilt als ein Pfarrer mit Zivilcourage, der offen und ehrlich seine Meinung sagt und seinen Standpunkt vertritt.

Rudolf Meyer ist in Thundorf bei Freystadt geboren und aufgewachsen. Seine Eltern hatten eine kleine Landwirtschaft und eine Schmiede. 1945 im Februar kurz vor dem Ende des 2. Weltkrieges fanden er als 15-Jähriger und seine gleichaltrigen Kameraden eine amerikanische Bombe. Sie dachten, das wäre eine Brandbombe, täuschten sich allerdings schwer. Sie brachten die Bombe mit dem Fahrrad von Thannhausen nach Thundorf, eine Strecke von drei Kilometern. Sie legten die Bombe in eine Hecke, in der e trockene Äste und Gestrüpp lagerten und warfen Steine auf die Bombe. Aus der Bombe drang Flüssigkeit heraus, ein 14 jähriger Kamerad trat mit dem Fuß auf die Bombe. Es gab einen Riesenknall, der ganz Thundorf erschütterte.

Der junge Bursche war sofort tot. Rudolf Meyer wurde von mehreren Splittern getroffen und schwer verletzt. Er überlebte, doch die vielen Splitter bereiteten ihm sein ganzes Leben Schmerzen.Nach der Verwundung reifte in ihm der Gedanke immer mehr, den Beruf als Priester einzuschlagen. Jeden Tag ging er nach Sondersfeld zu Pfarrer Schwenzl, der ihn unterrichtete und auf den Priesterberuf vorbereitete.

Zu den vielen Gratulanten zählten die Ordensschwestern des Seniorenheims St.- Franziskus, Heimleiter Gerhard Bidner, seine Haushälterin Theresia Scherer, die ihm nahezu 50 Jahre den Haushalt machte, sich um den Garten kümmerte und treu für Pfarrer Meyer sorgte. Im Namen der Stadt Berching gratulierte Bürgermeister Ludwig Eisenreich und bezeichnete Meyer dabei einen offenen und ehrlichen Seelsorger mit viel Zivilcourage. Pfarrer Meyer betonte, dass er gerne im Seniorenheim sei, und hoffte, dass er den priesterlichen Dienst noch lange ausüben kann .

Kurz & knapp

1953: Rudolf Meyer legt in Eichstätt das Abitur ab, studiert anschließend in Eichstätt Theologie.

1959: Er wird zum Priester geweiht. Seine erste Station als junger Kaplan ist Ingolstadt. Eine weitere Station ist Reichelsdorf.

1969 bis 1986: Er ist Pfarrer in Untermässing. Danach wirkt er als Pfarrer in Lenting, Böhmfeld und Lappersdorf.

2005: Seitdem ist er nun Altenheimseelsorger in Berching.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht