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Multikulti

Eine Schule, so bunt wie das Leben

In der Bräugassenschule Neumarkt lernen Kinder aus 15 Nationen. Die Schulleiterin sagt: Wenn sich alle schätzen, ist Integration kein Problem.
von heike regnet

Spiele wie der „Lese-Bücherwald“ gehören zum Alltag der Schule. Foto: Regnet

Neumarkt.197 Schüler mit 15 Nationalitäten, zehn Klassen und 24 Lehrer – das ist die Grundschule an der Bräugasse. „Wir verstehen Schule als ein Haus des Lebens und des Lernens. Die Schule ist Lebensraum“, sagt Tanja Kölbel. Sie hat vor einem halben Jahr die Leitung der Schule, die sie als musisch-literarisch-philosophisch bezeichnet, übernommen.

Schon als Lehramtsanwärterin war Tanja Kölbel an der Grundschule Bräugasse im Einsatz. Den Kontakt zu ihrer „Mutterschule“ hat sie nie ganz verloren und mit der Übernahme der Schulleitung hat sich für sie „ein Traum erfüllt“. An neuen Ideen mangelt es der engagierten Pädagogin nicht, doch sie will auch an Bewährtem festhalten, erklärt sie im Tagblatt-Gespräch.

Große räumliche Veränderungen stehen im kommenden Jahr an, wenn das Schulhaus den Bedürfnissen einer Ganztagsschule entsprechend umstrukturiert wird. So nutzen schon heute etwa 60 Kinder die Mittags- beziehungsweise Hausaufgabenbetreuung. Das gemeinsame Mittagessen muss derzeit jedoch aus Platzmangel im Raum im Nachbargebäude eingenommen werden.

Im Januar wurde der Verein der Förderer und Freunde des Grundschule an der Bräugasse gegründet. „Der Verein wird künftig die schönen Dinge, die Schulleben ausmachen, unterstützen“, sagt Tanja Kölbel. Großes Potenzial biete die multikulturelle Schülergesellschaft. Hier gelte es, Schätze, die jedes Kind mitbringe, zu entdecken und zu nutzen. Auch die Eltern sollen noch aktiver mit eingebunden werden. Kulturelle Begegnungen sollen stattfinden, von denen alle profitieren. „VIP“ lautet das Motto für die künftige Arbeit: V-ielfalt wahren und wertschätzen, I-ntegrieren, P-ersönlichkeit stärken. „Unsere Schüler sollen die Möglichkeit bekommen, sich individuell nach ihren persönlichen, emotionalen und kognitiven Stärken entwickeln zu können.“ Es gelte, einander wertzuschätzen, dann sei Integration kein Problem.

Einmal im Monat ist große Schulversammlung in der Aula. Hier kommen die Schüler zu Wort und gemeinsam werden Sozialziele festgelegt. „Was kann ich tun, damit ich mich in der Schule wohlfühle?“ lautet die Frage. Hierbei wird schnell deutlich, dass es nicht nur die Pädagogen stört, wenn Müll statt im Eimer daneben landet, sondern auch den Schülern Ordnung wichtig ist. So wurde die „Müllpolizei“ eingeführt und auch „Energieflitzer“ sind nun im Schulhaus unterwegs, um darauf zu achten, dass bei Verlassen des Klassenzimmers alle Lichter gelöscht werden.

Bei 15 Nationalitäten im Schulhaus sind Sprachlerngruppen eine wichtige Einrichtung. Die „Lesezeit“ ist ebenso fester Bestandteil im Stundenplan, ob nun „Lesen mit Genuss“ – hier gibt es zur Lektüre feine Köstlichkeiten für den Gaumen – oder ein Ausflug in den Lese-Bücherwald. Auch Lesepaten gibt es an der Schule.

Doch nicht nur an die Förderung schwächerer Schüler will die Schule denken, die Begabtenförderung ist ebenso ein Thema. So treffen sich regelmäßig die Mathefüchse, die auch nach dem regulären Unterricht gerne einmal eine Stunde länger bleiben, um gemeinsam die Welt der Zahlen zu erobern.

Am Herzen liegt Tanja Kölbel die Werteerziehung. So bietet sie den Schülern die Möglichkeit zu philosophischen Gesprächen über „Gott und die Welt“. „Gerade die kulturelle Vielfalt an unserer Schule bietet hier Themen im Überfluss. Und nur wer den anderen kennt, wird ihn auch wertschätzen.“

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