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Schulporträt

Hier bleibt keiner auf der Strecke

Die Zahl der Schüler an der Grundschule Parsberg ist zwar drastisch gesunken, neue Projekte gibt es trotzdem – und zwar nicht zu knapp.
Von Heike Regnet

Tortellini mit Sahnesoße und zum Nachtisch ein Stück Kuchen – so macht Mittagsbetreuung Spaß. Foto: Regnet

Parsberg. Als Brigitte Rausch vor neun Jahren Rektorin der Grundschule Parsberg wurde, waren es noch 84 Abc-Schützen, die aufgeregt ihrem ersten Schultag entgegenfieberten. Bis heute hat sich diese Zahl nahezu halbiert: 46 Mädchen und Jungen wurden im September eingeschult, denn auch Parsberg unterliegt dem demografischen Wandel.

Insgesamt werden zur Zeit 210 Kinder in neun Klassen unterrichtet. Etwa 25 Prozent von ihnen sind Kinder mit Migrationshintergrund – und auch das prägt den Schulalltag. „Vielfältigkeit“ ist daher ein wichtiges Stichwort im Leitbild der Schule. „Unsere Kinder haben vielfältige Wurzeln und lernen doch alle zusammen. Unsere Aufgabe ist es, diese soziale Schere zu schließen“, sagt Rektorin Brigitte Rausch im Gespräch mit dem Tagblatt.

Eine erste Hürde ist allzu oft die Sprache, die es gemeinsam zu meistern gilt. So steht täglich für drei Mädchen und sieben Jungen der ersten Klasse Unterricht in der Sprachlernklasse auf dem Stundenplan. Vor acht Jahren startete Rektorin Rausch dieses Projekt und der Erfolg gab ihr Recht.

Auch wenn die Zahl der Schüler im vergangenen Jahrzehnt gesunken ist: Raumnot an der Schule gab es damals und gibt es heute, denn im Lauf der Jahre änderten sich die Rahmenbedingungen. Mehr als 70 Kinder nutzen in diesem Schuljahr die verlängerte Mittags- und Hausaufgabenbetreuung. Je nach Bedarf werden die Kinder bis 14 Uhr, 16 Uhr oder 16.30 Uhr betreut.

An der Parsberger Grundschule jedoch ist der Weg in die Mittagsbetreuung ein wenig wie „nach Hause kommen“. Die Kinder bleiben nicht im Schulhaus, sondern sie gehen nach nebenan in die Förderschule, in der seit jeher eine Wohnung eingerichtet ist. Diese wurde für die Bedürfnisse der Mittagsbetreuung umgebaut und bietet nun den idealen Platz für die Kleinen, wenn sie aus der Schule kommen. Es gibt ein Zimmer, um Hausaufgaben zu machen, mehrere Spielzimmer mit Puppenecke oder Legosteinen und eine richtige Küche mit angrenzendem Esszimmer – da schmeckt das Essen gleich nochmal so gut.

Gesunde Ernährung ist ein wichtiges Thema an der Schule. So gibt es regelmäßig Obst für die Schulkinder und das wird nicht in mundgerechte Häppchen geschnitten, sondern jeder kann einfach zugreifen. „Es ist doch toll, mal so richtig in einen knackigen Apfel zu beißen“, sagt Brigitte Rausch und lacht. Am Freitag ist übrigens Aktionstag an der Schule. Dann dreht sich alles rund ums Thema Äpfel und es wird frischer Apfelsaft gepresst.

Die Aktionen an der Schule sind vielfältig. Rektorin Rausch und ihr Team sind stets offen für Neues. Zu Schuljahresbeginn kam Konrektorin Birgit Gerhart-Ahr ins Kollegium. Ihr Steckenpferd ist die Musik und so soll künftig der musische Bereich an der Grundschule weiter ausgebaut werden. Fortgeführt wird die Bläserklasse, neu ist der Schulchor.

Beim Gang durchs Haus fällt auf, dass kein größerer Raum für schulische Veranstaltungen vorhanden ist. Diese finden daher außerhalb der Schule statt, sagt Rausch. Im sportlichen Bereich setzt sich die Enge fort. Es gibt nur einen Gymnastikraum im Keller. Viele Sportstunden werden in umliegenden Schulen abgehalten. Auf Nachfrage des Neumarkter Tagblatts sagte Bürgermeister Josef Bauer, dass das Problem erkannt sei und zeitnah gelöst werden soll.

Arrangiert haben sich Schüler und Lehrer mit der Pausensituation. Da die Schule direkt an der Straße liegt, müssen die Kleinen diese überqueren, um auf die Wiese zu gelangen: Daher sorgen drei Lehrer in jeder Pause für den sicheren Übergang, denn in der Schulfamilie Parsberg soll keiner auf der Strecke bleiben.

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