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Sicherheit

Die Ordnungshüter an der Bushaltestelle

Schulweghelfers gibt es an Neumarkts Realschulen seit 13 Jahren. Trotz des schwierigen Jobs gibt es stets Freiwillige.
von Luis Münch

  • Die Schulweghelfer stellen sich an die Eingänge der Busse, um dort einen sicheren und geregelten Ablauf zu gewährleisten. Foto: Münch
  • Martin Schlaffer und Thomas Quaas von der PI Neumarkt unterstützen die Schulweghelfer bei der Ausbildung. Foto: Münch

Neumarkt.13.05 Uhr: Die ersten Schüler treffen an der Bushaltestelle an der Seelstraße gegenüber des Neumarkter Freibades ein. Nachdem die ersten Busse die Haltestelle erreichen, nehmen einige Schüler ihre gelben Warnwesten aus den Schultaschen und stellen sich an die Eingänge der eintreffenden Busse. Sie sind als Schulweghelfer aus der Mädchen- und Knabenrealschule Neumarkt an der Bushaltestelle in der Seelstraße aktiv.

Seit 13 Jahren werden Schulweghelfer aus den beiden Neumarkter Realschulen an der Bushaltestelle eingesetzt. Koordiniert durch die Lehrkräfte Katharina Macho, Ursula Appl, Susanne Zankl und Anja Henze und in enger Zusammenarbeit mit der Polizeiinspektion Neumarkt und dem Busunternehmen Arzt-Reisen wurden auch dieses Schuljahr zahlreiche Schulweghelfer der Neumarkter Realschulen ausgebildet. Mit dem Ziel, das Risiko an der gefährlichen Haltestelle zu minimieren, begeben sich die Schüler nach dem Unterricht an den Brennpunkt.

„Vor 13 Jahren wurde das gemeinsame Projekt aufgrund eines prägenden Erlebnisses eines Lehrers an der Realschule ins Leben gerufen“, berichtet Anja Henze, Lehrerin an der Knabenrealschule und dort zuständig für die Schulweghelfer. Zwischen 60 und 70 Schüler, aufgeteilt in sieben Gruppen, seien als Schulweghelfer im Einsatz. „Neben dem Einsatzbereich an der Bushaltestelle an der Seelstraße werden die Schulweghelfer auch noch bei der Straßenüberquerung auf dem Weg zu Schulgottesdiensten eingesetzt“, so Henze. Dort sollen diese die ankommenden Autos aufhalten, bis die Schüler die Straße überquert haben.

Einen Tag lang Schulung

„Die Voraussetzung, die jeder Schülerlotse mitbringen sollte, ist die Bereitschaft, aktiv zu werden“, meint Ursula Appl, Lehrerin an der Mädchenrealschule. In der Ausbildung verfolge man das Motto „learning by doing“. Dort werden die Schüler einen Tag lang von Lehrern und der Polizei geschult. Vormittags werden den künftigen Schülerlotsen die theoretischen Grundlagen nahegebracht. Diese werden durch einen Vortrag der Polizei und einem Bericht aus Sicht der Busfahrer abgeschlossen. Nach der Teambildung und der Einteilung der festen Dienste folgt eine praktische Einweisung an der Bushaltestelle am Freibad. Die Schüler haben so die Möglichkeit, sich von der Situation an der Haltestelle ein Bild zu machen und sich bereits im Voraus in die Rolle als Schulweghelfer zu versetzen.

Bernd Glas vom Busunternehmen Arzt-Reisen ist für die Hilfe der Schüler sehr dankbar: „Umso mehr Augen die Situation überwachen, desto besser. Meiner Meinung nach ist diese Bushaltestelle die schlechteste im ganzen Umfeld“, meint Glas. Durch die räumliche Enge werde die Haltestelle vor allem durch das Freibad im Sommer zur Problemzone. Zudem sei die Bushaltestelle in keinem guten Zustand. Er findet es „extrem klasse“, dass sich trotzdem jedes Jahr Schüler dazu bereiterklären, das Amt des Schulweghelfers auszuüben.

Polizei greift unter die Arme

Zunächst ist das Projekt eine Sache der Stadt, beziehungsweise der Gemeinden oder der Schulen. Unterstützt werden die Schulweghelfer und die Lehrer der Realschulen zudem von der Polizei. Martin Schlaffer und Thomas Quaas sind als Vertreter der Polizeiinspektion Neumarkt an manchen Tagen vor Ort, um den Schulweghelfern unter die Arme zu greifen. Außerdem unterstützen sie die Lehrer bei der Ausbildung der Schulweghelfer. „Die Hauptaufgabe der Schulweghelfer ist, zunächst Ordnung in das Chaos zu bringen und die Eingänge in die Busse zu kanalisieren“, so Quaas. Zudem seien die Schulweghelfer für einen geordneten Ablauf an der Haltestelle zuständig. Erstaunlicher Weise gibt es seiner Meinung nach immer wieder Freiwillige, die diesen „schweren Job“ ausüben möchten. Trotz der schlechten Bushaltestelle sollten die Schülerlotsen versuchen, das Geschehen in „halbwegs geregelte Bahnen zu bekommen.“ Durch den Bau eines Ganzjahresbades könnte die Situation der Bushaltestelle an der Seelstraße noch einmal überdacht und möglicherweise neu gestaltet werden. Somit wäre den Schülern und Lehrern, den Schulen sowie den Beteiligten der Polizei und den Busfahrern auf jeden Fall geholfen.

Neben den Realschulen in Neumarkt gibt es ausgebildete Schülerlotsen in den Schulen in Berg, Berching und Freystadt. In den Orten Pyrbaum, Seligenporten, Möning, Woffenbach, Holzheim, Berngau sowie in der Theo-Betz-Schule sind Erwachsene für die Sicherheit der Kinder bei den Bushaltestellen verantwortlich.

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