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Schule

Schüler sind mit Lehrern auf Augenhöhe

Die Tagung der Schülersprecher im Landkreis Neumarkt ist für beide Seiten wertvoll. Im Mittelpunkt steht das Thema Toleranz.
Von Christiane Vatter-Wittl

Das Impulsreferat von Alexandra Schichtl brachte für Lehrer und Schülersprecher wichtige Erkenntnisse. Foto: Vatter-Wittl
Das Impulsreferat von Alexandra Schichtl brachte für Lehrer und Schülersprecher wichtige Erkenntnisse. Foto: Vatter-Wittl

Parsberg.Mit den Lehrern auf Augenhöhe sein und selbst mitentscheiden können, was an der eigenen Schule passiert. Davon träumen viele Schüler während ihres Schulalltags. Dass dies funktionieren kann, zeigte ein Treffen aller Schülersprecher im Landkreis Neumarkt zusammen mit ihren Verbindungslehrern. Diese sogenannte Aussprachetagung fand bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr statt, dieses Mal in Parsberg. Die Schülersprecher und ihre Verbindungslehrer wurden von den Klassensprechern der jeweiligen Schulen gewählt und stellen die Verbindung zwischen Schülern und Lehrern bzw. Konrektoren und Rektoren dar. Beratungsrektor Albert Semmler, der die Tagung zusammen mit Sabrina Weidinger, der Verbindungslehrkraft im Schulamt, den Tag vorbereitete, begrüßte die vielen Schüler und Lehrer und stellte noch einmal das große Vertrauen in den Mittelpunkt, mit dem alle Anwesenden gewählt wurden.

Zeichen gegen Rassismus

Zu Beginn der Veranstaltung berichteten Lara Werner und Szymon Niespial, die Schülersprecher an der Mittelschule Parsberg über den Solidaritätsmarsch, den man zusammen mit allen anderen Parsberger Schulen ins Leben gerufen hat. Hier arbeiteten alle Lehrer und Schüler zusammen um ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen.

Für die Tagung ist es Albert Semmler zudem gelungen Oberstudienrätin Alexandra Schichtl zu gewinnen. Sie arbeitet für die Schulberatungsstelle der Oberpfalz und ist dort für das Referat für Demokratie und Toleranz tätig. In ihrem Impulsreferat beleuchtete sie die Bedeutung von Werten und Normen im sozialen Miteinander. Auch wenn der Titel kompliziert klingt, schaffte es die Referentin, spielerisch und mit ganz alltäglichen Situationen darzustellen, wo im schulischen Alltag überall Werte und Normen wünschenswert sind.

Das beginnt schon mit einer simplen Begrüßung am Morgen. Jeder Lehrer möchte gerne von seinen Schülern gegrüßt werden, umgekehrt aber auch die Schüler. Schichtl zeigte aber auch auf, woran es liegen kann, wenn einmal die Begrüßung nicht stattfindet. So hat man oft viele Gedanken im Kopf, die einen beschäftigen, dass man den Gegenüber auch einmal gar nicht wahrnimmt, ohne dass gleich böser Wille dahinter steckt. Genau diesen vermutet aber vielleicht derjenige, der diese Begrüßung erwartet hätte und reagiert gleich gereizt. So findet man sich schnell in einer Spirale wieder, die in Unmut oder gar Aggressionen gipfelt, ohne dass das zuvor gewollt war.

Was die Schülersprecher zur Tagung gesagt haben, finden Sie hier:

Treffen der Schülersprecher im Landkreis Neumarkt

Die anwesenden Schülerinnen und Schüler, aber auch die Lehrer wurden so sensibilisiert, erst einmal genau hinzuschauen, bevor sie urteilen. Diesen Effekt unterstrich auch ein Spiel, bei dem man einen Beruf zugewiesen bekam, ohne zu wissen welchen.

Kleiner Aufkleber, große Wirkung

Ein kleiner Aufkleber auf der Stirn zeichnete die Personen als Arzt, Politiker, Busfahrer, aber auch als Penner und Häftling aus. In ihren Rollen konnten die Teilnehmer schnell beobachten, wie sich das Verhalten der anderen änderte, nur weil man auf eben diesen Beruf reduziert wurde.

Alexandra Schichtl schaffte es, mit diesen einfachen Kommunikationsbeispielen zu vermitteln, wo es denn im Alltag solche Schnittstellen gibt, denen oft nur wenig oder gar keine Beachtung mehr geschenkt wird. Trotz allem seien sie extrem wichtig für das soziale Miteinander, die gegenseitige Wertschätzung und den Respekt, den man einander gegenüber aufbringen sollte, egal ob er groß, klein, dick, dünn, hellhäutig oder dunkelhäutig ist. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“, zitierte Schichtl den Artikel aus dem Grundgesetz. „Die innere Haltung zählt, wie wir einem Menschen gegenüber treten. In einer WERTvollen Schule ist dies möglich.“, so die Referentin. Die Schülersprecher, aber auch die Verbindungslehrkräfte konnten aus dem Vormittag viel Gewinnbringendes mitnehmen.

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