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Medienbildung

SchulKinoWoche lehrt kritischen Blick

Unterricht im Kino – es gibt Schlimmeres für Schüler. Doch das hat einen ernsten Hintergrund. Zwei Kinos im Kreis Neumarkt sind dabei.

Unterricht im Kinosaal verspricht die SchulKinoWoche: Dabei schauen die Schüler nicht nur Filme, sie diskutieren und können teils die Macher der Filme befragen.
Unterricht im Kinosaal verspricht die SchulKinoWoche: Dabei schauen die Schüler nicht nur Filme, sie diskutieren und können teils die Macher der Filme befragen.Foto: Leiprecht

Neumarkt. Das landesweit größte Projekt zur Förderung der Film- und Medienkompetenz bei Schulkindern feiert einen runden Geburtstag: Vom 27. bis 31. März 2017 heißt es wieder „Vorhang auf und Film ab!“, denn dann verwandeln sich bereits zum zehnten Mal bayerische Kinos im Rahmen der SchulKinoWoche in kulturelle Lehr- und Lernorte. Mit dabei sind dann auch zwei Kinos aus dem Landkreis Neumarkt: das Rialto in Neumarkt und das Berli in Berching.

Die SchulKinoWoche Bayern

ist größer als je zuvor

Man habe die Anzahl der teilnehmenden Kinos im Jubiläumsjahr von 100 auf 125 in 116 Städten ausweiten können, sagen die Veranstalter von Vision Kino, einer gemeinnützigen Gesellschaft, die von staatlichen Institutionen und solchen aus der Filmbranche gefördert wird. Mit einem auf Lehrpläne und Unterrichtsfächer abgestimmten Angebot bestehend aus pädagogisch und künstlerisch wertvollen Filmklassikern, Animations-, Dokumentar- und aktuellen Spielfilmen wollen die Macher zum Unterricht im Kinosaal einladen.

Programm setzt Schwerpunkte bei den Themen

Als wesentlicher Bestandteil des umfangreichen Filmprogramms werden verschiedene Sonderreihen zu aktuellen Themenschwerpunkten angeboten. So bringt das Programm zum Wissenschaftsjahr 2016/17 Meere und Ozeane ganz nah an die Zuschauer heran. Die Filme thematisieren die Gefährdung dieser Naturräume und die bedrohlichen Folgen des Klimawandels an Küsten und auf Inseln. Im Programm sind die Dokufilme „ThuleTuvalu“, „Zwischen Himmel und Eis“ und „Tortuga – Die unglaubliche Reise der Meeresschildkröte“, der Katastrophenfilm „Deepwater Horizon“ oder die Animationsfilme „Die Melodie des Meeres“ und „Findet Dorie“.

Filme als Hilfe beim Erlernen

der deutschen Sprache

Das Programm „Deutsch lernen mit Filmen: sehen, verstehen und besprechen“ wendet sich an Klassen mit neu zugewanderten Schülern. Die Übergangs- und Deutschförderklassen haben in allen Kinos der SchulKinoWoche die Möglichkeit, ausgewählte Kinder- und Jugendfilme, die mit geringen Deutschkenntnissen erfassbar sind, zu besuchen – wahlweise mit deutschen Untertiteln und vielerorts zu einem gesonderten Eintrittspreis von einem Euro pro neu zugewandertem Schüler. Zur Wahl stehen „Heidi“, „Paddington“ und „Vorstadtkrokodile“, „Ostwind“ und „Vincent will Meer“. Für die Lehrkräfte sind speziell für Sprachanfänger entwickelte Arbeitsblätter und Materialien erhältlich.

Gegen das Vergessen: Der Holocaust im Film

Die Sonderreihe Holocaust im Film wendet sich der Darstellung des NS-Völkermords in Spielfilmen zu. Das Programm umfasst die Filme „Auf Wiedersehen, Kinder“ und „Jakob, der Lügner“, die an ausgewählten Spielorten zu sehen sein werden. Zum Gesamtkonzept der Sonderreihe gehören auch die von Vision Kino herausgegebene didaktische DVD „Film verstehen – Geschichte: Holocaust“ sowie eine Lehrerfortbildung.

Filme zum Jubiläum der Reformation

Martin Luther und die Reformation sowie deren Einfluss auf westliche Gesellschaften sind im Jubiläumsjahr ein weiterer Schwerpunkt im Programm der SchulKinoWoche Bayern. Vision Kino und die Bundeszentrale für politische Bildung präsentieren in der Sonderreihe 500 Jahre Reformation die Filme „Luther“ und „Sophie Scholl – Die letzten Tage“, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven dem Thema annähern.

Diese Filme sind im Rialto

und im Berli zu sehen

Im Rialto und im Berli werden neun beziehungsweise sieben Filme während der SchulKinoWoche gezeigt. Das Rialto-Kino in Neumarkt bringt die Filme „Molly Monster“, „Mullewapp (2) – Eine schöne Schweinerei“, „Heidi“, „Findet Dorie“, „Rico, Oskar und der Diebstahlstein“, „Stella“, „Tschick“, „Das kalte Herz“ und „Monsieur Claude und seine Töchter“ auf die Leinwand. Im Berli sind die sieben gezeigten Filme: „Molly Monster“, „Findet Dorie“, „Heidi“, „Rico, Oskar und der Diebstahlstein“, „Tschick“ und ergänzend „Gregs Tagebuch –Von Idioten umzingelt“ sowie „Deepwater Horizon“.

KinoSeminare bieten ein pädagogisches Zusatzprogramm

Herzstück der SchulKinoWoche sind die KinoSeminare, die an zahlreichen Spielorten das Filmerlebnis zielgruppen- und themenspezifisch vertiefen werden. In den medienpädagogisch begleiteten Filmvorstellungen analysieren die Schüler gemeinsam mit Filmpädagogen ausgewählte Filme und diskutieren über Inhalte, Filmsprache, Wirkung und Ästhetik. Vielerorts werden die KinoSeminare von Filmschaffenden oder Fachexperten begleitet, die einen differenzierten und exklusiven Blick hinter die Kulissen des Films ermöglichen. Mehr Infos unter www.schulkinowoche.bayern.de.

Lehrerfortbildungen und Begleitmaterialien

Etablierter Bestandteil SchulKinoWoche sind Lehrerfortbildungen, die im Vorfeld zu unterschiedlichen Aspekten der Film- und Medienkompetenz stattfinden. Diesmal stehen insgesamt sechs Fortbildungen zur Auswahl. Die Fort- und Weiterbildungsangebote finden vom 20. bis 24. Februar in Aschaffenburg, Augsburg, München, Nürnberg und Regensburg statt. Flankierend unterstützen pädagogische Begleitmaterialien Lehrkräfte bei der unterrichtlichen Aufbereitung des Kinobesuchs. Die Begleitmaterialien stehen den Schulen zum kostenfreien Download zur Verfügung. Detaillierte Infos zu beiden Punkten finden sich unter www.schulkinowoche.bayern.de.

Bayerns Bildungsminister

ist voll des Lobes

„Die SchulKinoWoche Bayern leistet seit einem Jahrzehnt einen wertvollen Beitrag zur Medienbildung unserer Schülerinnen und Schüler“, lobt Bayerns Bildungsminister Dr. Ludwig Spaenle. „Filme sind als ein Leitmedium unserer Zeit heute nahezu immer und überall zugänglich. Umso wichtiger ist es, jungen Menschen einen verantwortungsvollen und bewussten Umgang mit Filmen zu vermitteln.“

Bayerns Bildungsminister Dr. Ludwig Spaenle lobt die SchulKinoWoche: „Die SchulKinoWoche leistet seit einem Jahrzehnt einen wertvollen Beitrag zur Medienbildung“. Foto: Ebener
Bayerns Bildungsminister Dr. Ludwig Spaenle lobt die SchulKinoWoche: „Die SchulKinoWoche leistet seit einem Jahrzehnt einen wertvollen Beitrag zur Medienbildung“. Foto: Ebener

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