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Unterricht

Vom Nutzen und Nachteil von Handys

Smartphones sind nicht mehr aus dem Alltag vieler Menschen wegzudenken. Wie die Schulen damit umgehen, wollte unsere Zeitung wissen.
von Luis Münch

Derartig scharf wie hier eine Schule aus Baden-Württemberg, die die Handys ihrer Schüler einsammelt, gehen die Schulen in Neumarkt nicht vor. Aber auch bei ihnen gibt es Regeln.
Derartig scharf wie hier eine Schule aus Baden-Württemberg, die die Handys ihrer Schüler einsammelt, gehen die Schulen in Neumarkt nicht vor. Aber auch bei ihnen gibt es Regeln. Foto: Daniel Bockwoldt

Neumarkt. Handy und Unterricht – für viele Schulen passt das nicht zusammen. In den meisten Fällen stören die Handys der Schüler den Unterricht. Deshalb ist es auch in vielen Schulen verboten, während des Unterrichts das Smartphone zu benutzen. Unser Medienhaus hörte sich bei den Neumarkter Schulen um, wie die Handynutzung in den jeweiligen Schulen geregelt ist und was die Schüler und Elternbeiräte davon halten.

Thomas Volz, Vorstandsmitglied des Elternbeirats am Ostendorfer Gymnasium meint, dass das Thema Handyverbot ein zweischneidiges Schwert sei: „Wir sollten die Kinder heutzutage nicht von der Technik fernhalten.“ Man solle aber aufpassen, weil Smartphones auch missbraucht werden könnten.

Zudem ist er der Ansicht, dass man mit der Zeit gehen solle und es wichtig sei, den Schülern einen vernünftigen Umgang mit den Handys zu ermöglichen. Am Ostendorfer Gymnasium gebe es keine größeren Probleme mit der Handynutzung während der Unterrichtszeit. Dies liege laut Volz daran, dass die Kinder in höherführenden Schulen reifer seien: „Die Älteren sollten mit gutem Vorbild vorangehen“, meint er. Es könne aber auch viel Unfug mit den Mobiltelefonen getrieben werden.

Der erste Vorsitzende des Elternbeirats an der Knabenrealschule in Neumarkt, Herbert Meier, meint, dass es während des Unterrichts sinnvoll wäre, das Handy auszuschalten. Trotzdem gäbe es aber immer wieder Fälle, in denen Schüler vergessen, ihr Smartphone abzuschalten. „Sie bekommen ihr Handy aber am Ende des Unterrichts wieder“, erklärt Meier. „Wenn es störend ist, sollte der Lehrer auch das Recht haben, das Handy abzunehmen“, sagt der Vorsitzende des Elternbeirates der Knabenrealschule. Es komme aber auch immer auf den Lehrer an.

Neues Konzept in Planung

„Grundsätzlich gilt, dass das Handy von 8 bis 13 Uhr abgeschalten sein muss“, sagt Günter Lenyk, Schulleiter der Mädchenrealschule Neumarkt. Die Schülerinnen müssten schon einen Grund haben, um ihr Mobiltelefon benutzen zu dürfen. „Wenn sich eine Schülerin abholen lassen möchte, kann unter Absprache mit der Lehrkraft das Handy benutzt werden“, erklärt Lenyk.

Sollte das Smartphone einmal versehentlich klingeln, so liege es im Ermessen des jeweiligen Lehrers, ob dieser das Handy abnimmt oder nicht. „Falls den Schülerinnen das Handy abgenommen werden sollte, bekommen sie es aber nach 13 Uhr wieder“, sagt Lenyk. Wenn das Handy aber wiederholt klingeln sollte, bekomme die Schülerin eine Zusatzarbeit.

Schulleiter Lenyk erklärt, dass an der Mädchenrealschule derzeit ein neues Konzept in Planung sei: „Wenn Kinder bei Hausaufgaben oder Übungen in der Schule nicht mehr weiter wissen, können sie auf ein Tutorial des jeweiligen Lehrers zugreifen.“ Der Lehrer zeigt dann in einem kurzen Video, wie die Hausaufgabe oder die Übung zu lösen ist. Die Schüler können dann über ihr Mobiltelefon oder ihren PC und mittels einer Plattform auf das Video zugreifen. Dieser Vorgang werde dann laut Lenyk im Unterricht eingeübt. Für dieses Konzept soll auch ein WLAN-System in der Schule eingerichtet werden, das vom Lehrer nach Bedarf freigeschaltet werden kann.

Handy im Unterricht tabu

Herrmann Zienecker, Schulleiter der Knabenrealschule in Neumarkt, erklärt die Regelungen zum Handyverbot an der Realschule: „Im Unterricht ist das Handy auszuschalten. Im Schulgelände kann das Handy nur mit der Bestätigung des Lehrers benutzt werden.“ Wenn das Smartphone während des Unterrichts an wäre, würde es den Lehrer und die Schüler massiv stören, meint Zienecker. Sollte das Handy einmal versehentlich klingeln, so regele dies der Lehrer „pädagogisch“. „Es gibt natürlich auch Situationen, bei denen der Lehrer den Schüler dann ermahnt und ihm sagt, dass er das Handy ausschalten sollte“, erklärt Zienecker.

„Im Unterricht dürfen wir das Handy nur benutzen, wenn es der Lehrer erlaubt“, erklären die Schülersprecher der Mädchenrealschule Katharina Berkovski aus der 10 a und Sabrina Kirsch aus der 10 c. Das Smartphone sollte ansonsten von 8 bis 13 Uhr ausgeschaltet sein. „Falls jemand beim Spielen mit dem Handy erwischt wird, wird es demjenigen abgenommen und er kann es nach 13 Uhr wieder abholen“, sagen die beiden Realschülerinnen.

Aus der Sicht der beiden Schülersprecherinnen bringt die Smartphonenutzung im Unterricht aber auch gewisse Vorteile mit sich. So können Handys als Hilfe beim Lösen von Übungen dienen. „Wir finden es aber gut, dass das Handy von 8 bis 13 Uhr aus ist, weil sonst jeder nur am Handy sein würde“, erklären die Zehntklässler. Außerdem sei das Handyverbot sinnvoll, weil so verhindert werde, dass man mit seinem Smartphone bei anderen Schülern angibt. Im Fach Kunst dürfen die Schüler der Mädchenrealschule ihr Handy nutzen, um Musik zu hören.

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