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Fasching

Sie singen von Leuten und lustigen Taten

Auch heuer ziehen die Moritatensänger durch die Wirtshäuser. Ihre Tour startet bereits am Nachmittag.
Von Johann Grad

Die Moritatensänger sind eine lustige Truppe. Kein Wunder, denn sie wissen von allerhand Missgeschicken, die passiert sind.  Foto: Grad
Die Moritatensänger sind eine lustige Truppe. Kein Wunder, denn sie wissen von allerhand Missgeschicken, die passiert sind. Foto: Grad

Dietfurt.Viele werden lachen und sich freuen, andere ärgern sich, weil sie derbleckt werden oder auch nicht. Die Moritatensänger, seit mehr als 50 Jahren im Dietfurter Fasching unterwegs, haben so ziemlich alles parat für die heurige Tour am Sonntag, 16. Februar.

Dabei sind natürlich wieder allerhand lustige Geschichten aus der Großgemeinde, die von den vier Männern in vier Moritaten zusammengefasst wurden. „Heuer war es gar nicht so leicht, einige Dinge hat man mir zugeflüstert, aber ich musste viel nachfragen, wie sich die Sache richtig zugetragen hat“, sagt Martin Neger. Er hat das Ohr an der Bevölkerung, fiesel die Zeitungen nach sonderbaren Begebenheiten durch und archiviert alles.

Das Gehörte und Gelesene bringen die vier „Moritaristen“ in Form für Gesang, Musik und Bilder. „Drei bis vier Abende gehen allein für die Texte drauf und dann braucht man noch Musik und üben müssen wir ja auch“, so die einhellige Meinung. So werden es leicht bis zu zehn Sitzungen. „Pro Bild brauch ich acht bis zehn Stunden“, sagt Martin Huber, Maler und Sänger. Zuerst wird überlegt, wie es aufgebaut wird, dann gibt es einen Entwurf, der wieder geändert wird, bis alles passt. Dann bastelt er zu manchen Geschichten weitere Requisiten, wie 2017 einen „Maibaum to go“, einen faltbaren Maibaum mit 2,20 Metern Höhe und „a Vogelhaisl“ noch oben drauf.

Requisiteur, Notenständer, Geldbeutelträger, Umblätterer und Ankündiger sind nur ein paar Aufgaben, die Stephan Graf zu erledigen hat. Wenn er beim Einzug mit der Glocke schellt, wissen alle Gäste, was die Stunde schlägt. Stefan Röll hängt sich dann seine Quetsche um, spielt ein und los geht es mit dem Gesang, die großen Bilder werden gezeigt oder durchs ganze Lokal getragen, damit ja jeder die „Taten“ sieht. Da gibt es was zum Schmunzeln oder zum lauthals Lachen und schon geht es weiter mit den Moritaten. „Zwischendurch gibt es a Maul voll Bier, dass ma durchhält“, so der Musikant. Und ab und zu ein Stamperl, das gehört auch dazu und eine Lachssemmel und ein Hochmoorgeist.

Ist alles gesungen, gezeigt und getrunken, öffnet Stephan Graf den großen Geldbeutel und keiner der Zuhörenden lässt sich lumpen und jeder wirft was hinein. Dann pressiert es und Martin Neger, „der Schäfer“, treibt seine „Zweibeiner“ an und hinausgeht es zum nächsten Auftritt. Insgesamt neunmal präsentieren die Moritatensänger ihr Programm, das an die 35 Minuten dauert. Heuer fangen sie schon um 15.30 Uhr in Mühlbach im Café Untermühle an. Dann geht’s weiter im Dreiviertel-Stunden-Takt.

Die Vier machen nicht nur mit ihrer Show großen Eindruck, sie richten sich auch standesgemäß zusammen: Maßgeschneiderter schwarzer Frack, weißes Hemd, rote Bauchbinde, lang genug, dass sie nicht zu sehr spannt, rote Fliege und schwarzer Klapp-Zylinder. Seit neun Jahren ziehen sie durch die Wirtshäuser und setzen damit die Tradition fort, die Anton Bachhuber 1969 wiederbegründete.

Der Tourenplan

  • Dietfurt:

    17 Uhr Café BayChi, 17.45 Uhr Gasthaus Zum Lukas, 18.30 Uhr China Restaurant 7-Täler, 19.15 Uhr Pizzeria Da Enzo, 20 Uhr Gasthaus Scheippl, 20.45 Uhr Gasthaus Zur Post, 21.30 Uhr Gasthaus Zum Bräu Toni

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