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Erster Weltkrieg

Sprengstoff-Fabrik macht Neumarkt nervös

Das Cahücit-Werk in Neumarkt wurde von Franzosen gegründet und zu Beginn des Ersten Weltkriegs auch noch geführt. Dann kam die Verstaatlichung.

„Fabrik gefahrloser Sprengstoffe“: Mit diesem Titel warb das Cahücit-Werk aus Neumarkt für sich und seine Produkte. Foto: Stadtarchiv

Neumarkt.Zwar hat Neumarkt keine Militärgarnison – der letzte Kavallerieverband verlässt 1909 die Stadt –, ganz ohne militärische Bedeutung ist die Stadt aber nicht. Das Cahücit-Werk, die Vorgänger der Wasag-Werke, produzierte seit 1896 einen Schwarzpulver ähnlichen Sprengstoff.

Das machte die Bevölkerung vor dem Hintergrund des Ersten Weltkriegs offenbar etwas unruhig. Zumindest lässt eine Anzeige im Neumarkter Tagblatt vom 17. August 1914 darauf schließen. In dieser droht der Direktor des Cahücit-Werks gegen Gerüchte vorzugehen. Um welche Gerüchte es sich handelte, ist nicht erwähnt. Weiter heißt es in der Anzeige, dass die Fabrik ihren Betrieb in kleinerem Rahmen wieder aufnehme. Besonders betont die Anzeige, dass keine Gefahr bestehe.

In Zusammenhang mit den Gerüchten könnte aber stehen, dass der Direktor und Fabrikbesitzer – wie auch schon der Gründer des Cahücit-Werks Louis Cahüc – ein Franzose war. Im November 1915 wurde die Firma daher von den Behörden unter Zwangsverwaltung gestellt. „Zwangsweise Verwaltung feindlicher Unternehmungen“ nannte sich das in der Behördensprache der damalige Zeit.

Während des Ersten Weltkriegs erfuhr das Cahücit-Werk eine erhebliche Erweiterung. Die Fabrikfläche wuchs auf 50 Hektar an. 800 Arbeiter stellten dort vor allem Handgranaten und weitere 22 Granatentypen her.

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