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Energie

Bürger kämpfen gegen 380kV-Leitung

Die sogenannte „Monstertrasse“ scheint erst einmal vom Tisch. Doch durch Postbauer-Heng ist eine Hochspannungsleitung geplant

Eine neue 380 kV-Leitung soll durch Postbauer-Heng führen – auf einer bestehenden Trasse.
Eine neue 380 kV-Leitung soll durch Postbauer-Heng führen – auf einer bestehenden Trasse. Foto: Reinhardt

Berg.Nach den Entwicklungen in der zweiten Jahreshälfte 2015 können die Bürger im Landkreis Neumarkt und im Nürnberger Land davon ausgehen, dass die konfliktträchtige Süd-Ost-Stromtrasse mit den neuen Anfangs- und Endpunkten Wolmirstedt (Sachsen-Anhalt) und Landshut/Ohu (Niederbayern) auf einer nach Osten verschobenen Leitung verlaufen wird. Damit wären die Gemeinden im Landkreis Neumarkt nicht tangiert.

Trotz dieses erfolgreichen Engagements wollen die Bürgerinitiativen „Trassenwahn 17.01“ und „Schwarzachtal“ in der Gemeinde Berg ihr Engagement gegen die „Monstertrasse“ keineswegs einstellen. Vielmehr sollen die BIs im Landkreis Neumarkt und im Nürnberger Land unterstützt werden, denn da gebe es auch in den kommenden Jahren noch viel zu tun.

Treffen der 20 BI-Sprecher

Dies war das wichtigste Ergebnis einer Besprechung im Unterölsbacher Feuerwehrhaus (Barstenweg), zu der Bürgermeister Helmut Himmler 20 Sprecher der Initiativen, Dr. Jürgen Rupprecht aus Postbauer-Heng sowie Vertreter der BI Leinburg gebeten hatte.

Die Teilnehmer der Diskussionsrunde waren sich darin einig, dass noch keine endgültige Entwarnung gegeben werden könne, da die Trassenplanungen noch nicht fixiert und auch somit auch Änderungen mit unerfreulichen Ergebnissen möglich seien. Unisono herrscht die Einschätzung vor, dass mit den Höchstspannungsleitungen der europäische Stromhandel befeuert werden soll – eine energiepolitische Vorgabe der Europäischen Union – mit Vermarktung von Kohle- und Atomstrom in ganz Europa.

Die neuen Stromleitungen erstickten eine dezentrale Energiewende und böten gleichzeitig Banken, Versicherungen und anderen Geldanlegern gigantische Gewinnmöglichkeiten, lautet die Kritik. Denn diese erhielten für die neu zu bauenden Leitungen eine Kapitalrendite in Höhe von 9,05 Prozent.

Hubert Galozy von der BI Leinburg berichtete von dem Verlauf des Energiedialogs und der Situation im Nürnberger Land. Dort ist die Aufrüstung der bestehenden Leitung von Eckental bis Ludersheim bei Altdorf akut.

Dr. Jürgen Rupprecht berichtete vom anstehenden Ausbau der bestehenden 220 kV-Leitungen auf 380 kV von Ludersheim über Sittling nach Altheim, von der verschiedene Gemeinden im Nürnberger Land und im Landkreis Neumarkt betroffen seien.

Angst vor der Hochspannung

Diese Leitung führt durch Wohngebiete in Postbauer-Heng und nahe an der Schule vorbei. Dafür ist, wie bereits berichtet, eine Erhöhung der Masten von 35 auf rund 70 Meter vorgesehen. Die damit einhergehende „drastische Erhöhung der Feldstärken“ könne in den orten keinesfalls akzeptiert werden“, sagte Rupprecht.

Die Bürgerinitiativen müssen jetzt auf klare Abstandsregelungen bei der neuen 380 kV-Leitung drängen.r. Jürgen Rupprecht

In anderen Ländern wie China, Russland oder in der Schweiz dürften solche Leitungen in der Nähe von Wohngebieten nicht errichtet werden – in Deutschland sei die Lobby der Stromwirtschaft bisher aber stärker. Daher müsse man jetzt mit den Bürgerinitiativen auf klare Abstandsregelungen drängen.

„Die Bürger in Bayern benötigen den gleichen Schutz wie in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Dort haben die Landesregierungen für ihre Raumordnungspläne einen Abstand von mindestens 400 Meter zu Wohngebäuden für neue Höchstspannungsleitungen festgesetzt“, sagte Rupprecht. Eine solche Regelung sei auch in Bayern dringend erforderlich – auch für grundlegend umzurüstende Leitungen.

Für diese Regelung wollen die BIs in Zukunft gemeinsam eintreten und sich im Landkreis Neumarkt und im Nürnberger Land gegenseitig unterstützen. „Wir sind uns unserer Stärke bewusst und die Politik in München und Berlin weiß, dass sie mit uns Regionalpolitikern in Verbindung mit den Bürgerinitiativen rechnen muss“, meinte Bürgermeister Himmler. Auch der „Verein gegen die Gleichstrompassage Süd-Ost“ solle nicht aufgelöst werden, da auch in Zukunft das Gewicht der Kommunen und Bürgerinitiativen absolut erforderlich sei.

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