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Stromtrasse
Montag, 20. August 2018 28° 2

Energie

Professor: Monsterstromtrasse nicht nötig

Vertreter einiger Bürgerinitiativen aus dem Landkreis Neumarkt informierten sich bei einem Vortrag in Oberfranken.

Viele Interessierte informierten sich bei dem Fachvortrag.
Viele Interessierte informierten sich bei dem Fachvortrag. Foto: Himmler

Neumarkt.Auch in den kommenden drei Jahren wird man noch über die Süd-Ost-Tangente diskutieren: Dieser Meinung ist Prof. Christian von Hirschhausen, Wirtschaftswissenschaftler der TU Berlin und Forschungsdirektor für internationale Infrastrukturpolitik und Industrieökonomie am DIW Berlin. Er erläuterte seine Rechenmodelle bei einer Info-Veranstaltung im oberfränkischen Creußen, zu der am Montagabend auch Vertreter der Bürgerinitiativen Schwarzachtal Berg, Pavelsbach und Freystadt gefahren waren.

Laut einer Pressemitteilung der Gemeinde Berg kommt Hirschhausen zu dem eindeutigen Ergebnis, dass die HGÜ (gemeinhin Monsterleitung genannt) weder erforderlich noch sinnvoll sei. Allerdings werde man bei einer Rendite von 9,05 Prozent für die Investoren immer Gründe finden, eine Leitung – „gegebenenfalls zum Mond“– zu bauen.

Hirschhausen sagte auch: In seiner Studentenzeit hätten Stromnetzbetreiber im Brustton der Überzeugung erklärt, es wären allenfalls vier Prozent der Stromerzeugung durch erneuerbare Energien möglich. Heute seien es bundesweit bereits 30 Prozent. Die Energiewende sei äußerst erfolgreich und das Braunkohlezeitalter gehe zu Ende. Auch die Klimaschutzziele der Bundesregierung seien nur durch einen stetigen Ausstieg aus der Braunkohleversorgung möglich. Daher werde es auch keine neuen Genehmigungen für die Ausbreitung von Braunkohlerevieren in Ostdeutschland geben. Darüber hinaus gebe es in Deutschland ein bestens ausgebautes Stromnetz, das zur Netzoptimierung stetig umgebaut und erweitert werden müsse – nicht aber durch HGÜs. Zugleich habe man es in den kommenden Jahrhunderten mit den Scherben der Atomwirtschaft zu tun.

Hirschhausen wird seine Forschungsergebnisse am 10. Januar in München beim Energiedialog Bayern einbringen. Bergs Bürgermeister Helmut Himmler vereinbarte mit dem Berliner Industrieökonomen nach Abschluss des Energiedialogs eine Veranstaltung in der Gemeinde Berg. Im Februar sei der Energiedialog abgeschlossen und man könne dann auch die Ergebnisse bewerten.

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