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Tausende Besucher feierten ausgelassen

Beim Chinesenfasching waren mehr Narren als im Vorjahr unterwegs – viele reisten von weit her an. Mehr Gäste bedeutete aber auch mehr Abfall.

Zum letzten Mal in seiner Eigenschaft als Rektor erlebte Jochen Vatter die Weckrufmusikanten. Er begrüßte sie mit Versen und überreichte Orden. Fotos: ufb

Dietfurt.Nach wochenlangen Vorbereitungen für Dietfurts längsten Tag des Jahres, den Unsinnigen Donnerstag, der noch mehr Besucher anlockte als im Vorjahr, ist dieser schon wieder Geschichte. Bei einer Nachlese zeigen sich wie immer Licht und Schatten.

Grundsätzlich ist festzustellen, dass der Chinesenfasching grandios war. Von vielen Seiten kam Lob für den Festzug, der wieder mit vielen Ideen gespickt war. Zum Teil waren waghalsige Nummern dabei, die große Bewunderung fanden. Aber auch die vielen Fußgruppen mit ihren farbenfrohen Kostümen beeindruckten.

Ein Ehepaar aus Deggendorf: „Wir haben schon viel von den Dietfurter Chinesen gehört, konnten jedoch aus beruflichen Gründen nicht kommen, deshalb sind wir heuer zum ersten Mal da. Was uns aber geboten wurde ist Spitze, wir kommen wieder.“ Ähnliche Lobeshymnen hörte man zuhauf.

Dass sich der Chinesenfasching schon weit herumgesprochen hat, konnte man an den Kfz-Kennzeichen der vielen Autos sehen, die am Donnerstagnachmittag und auch noch am Freitag in und am Stadtrand von Dietfurt abgestellt waren. Die Gäste waren nicht nur aus den Nachbarlandkreisen, sondern auch von weiter her gekommen – zum Beispiel Schwandorf, Roth, Pfaffenhofen, München, Würzburg und sogar aus Görlitz und Zürich.

Die örtlichen Gasthöfe und Zimmervermieter, soweit sie am Unsinningen Übernachtungsmöglichkeiten angeboten haben, waren ausgebucht. Da ist es nicht verwunderlich, dass nicht wenige Besucher mit Wohnmobilen und Wohnwagen angereist waren und somit ihr Quartier mitbrachten. Ein Team einer auswärtigen Umzugsfirma kam mit einem Klein-Lkw, setzte das Mobiliar vom Kastenwagen ins Freie, um auf der Ladefläche nächtigen zu können.

Unschöne Folgeerscheinungen

Mehr Besucher am Nachmittag bedeutete auch mehr Besucher in der Nacht von Donnerstag auf Freitag. Das hatte die Folge, dass am Freitagmorgen auch mehr Dreck und Abfall auf den Dietfurter Straßen lag.

Den Glasscherben nach hat auch die extra dafür von der Stadt erlassene Verordnung nicht viel gebracht. Der städtische Bauhof war voll im Einsatz, um den Unrat wenigstens einigermaßen zu beseitigen. Dabei wurde die Bitte deutlich, dass der Erlass noch strenger gehandhabt werden müsste.

Wenn eingangs vom längsten Tag des Jahres die Rede war, dann trifft dies nicht nur auf Zuschauer und Besucher, sondern auch für viele Akteure zu. Wie man weiß, macht sich ja der Weckruf schon kurz nach Mitternacht auf die Beine, um die Chinesen aus den Federn zu rütteln. Nicht wenige der Weckrufler sehen dann erst am Freitag ihre Betten wieder.

Beim Weckruf gab es heuer ein Novum. Christian Steffen aus Kiel, der zu den Dietfurter Biker Friends ein gutes Verhältnis pflegt und schon seit elf Jahren zum Chinesenfasching kommt, wollte unbedingt einmal den Weckruf miterleben.

Kurzfristig gewährten ihm die Weckrufler die Teilnahme, was ansich nicht üblich ist, denn bislang haben nur „echte Chinesen“ mitlaufen dürfen. Nach siebenstündigem Marsch durch die Straßen von Dietfurt, in dieser Zeit hatte die Kapelle insgesamt 14Kilometer zurückgelegt, sagte Steffen: „Einfach toll, so etwas muss man erlebt haben, wenn ich davon zuhause erzähle, wird mir das niemand glauben.“

40 Jahre sollen es schon werden

„Einmal dabei und dann immer wieder“, sagte Karlheinz Wuttig. Er zog heuer bereits zum 38. Mal beim Weckruf mit einer Schallmai durch Dietfurt und möchte es auf mindestens 40 Jahre bringen. Zum letzten Mal in seiner Eigenschaft als Rektor erlebte Jochen Vatter die Weckrufmusikanten. Er begrüßte sie mit heiteren Versen und überreichte ihnen sogar Orden.

Die Weckruferer dankten ihm für die freundliche Aufnahme und wünschten, dass dies auch künftig so sein möge. „Denn wir können nicht früh genug damit beginnen, den Nachwuchs für den Fasching zu begeistern.“ (ufb)

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