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Umsiedler treffen sich bei Velburg

In den 1951 abgelösten Pfarreien Pielenhofen und Lutzmannstein fanden wieder Gedenkgottesdienste statt.
Von Wolfgang Schön

Am früheren Dorfplatz in Pielenhofen feierten die Umsiedler den Gottesdienst, im Hintergrund steht die wiedererrichtete Marienkapelle.  Foto: Schön
Am früheren Dorfplatz in Pielenhofen feierten die Umsiedler den Gottesdienst, im Hintergrund steht die wiedererrichtete Marienkapelle. Foto: Schön

Velburg.„Die regelmäßigen Treffen der 1951 abgelösten Umsiedler aus dem Bereich des Truppenübungsplatzes Hohenfels sind unverrückbarer Bestandteil der Geschichte dieser Region und dies sollen sie auch bleiben.“ Das hatten die Organisatoren der beiden Umsiedlertreffen – Ludwig Wegele für den Bereich Pielenhofen und Bürgermeister Bernhard Kraus als Vertreter der Stadt Velburg für Lutzmannstein – schon in ihren Einladungsschreiben zum Ausdruck gebracht.

Rund 700 der direkt Betroffenen und ihrer Nachfolgegenerationen fanden sich nun am vergangenen Wochenende bei zwei großen Gedenkfeiern ein, die in den beiden früheren Pfarreiorten Pielenhofen und Lutzmannstein abgehalten wurden. Im Mittelpunkt der beiden Umsiedlertreffen standen zwei Gedenkgottesdienste, wo man insbesondere der Verstorbenen gedachte, die auf den Friedhöfen der beiden Pfarreien ruhen. „Der Glaube ist das verbindende Element im Leben und dieser Glaube hat uns auch jetzt, fast 70 Jahre nach der erfolgten Ablösung, wieder zusammengeführt“.

Aus der Geschichte

  • Truppenübungsplatz:

    Mehr als 3200 Menschen aus der Region des Oberpfälzer Jura wurden 1951 umgesiedelt – wegen der Erweiterung des Truppenübungsplatzes. Maßgeblich betroffenen waren die Ortsteile der früheren Pfarreien Pielenhofen (Diözese Regensburg) und Lutzmannstein im Bereich der Diözese Eichstätt, die heute zum Bereich der Stadt Velburg gehören würden.

  • Nächstes Treffen:

    70 Jahre später, also im Jahr 2021, will man zum nächsten Umsiedlertreffen in der „alten Heimat“ zusammenkommen, wie es hieß.

Diesen Leitgedanken stellten die beiden Geistlichen, Prälat Alois Möstl aus der Pfarrei St. Wolfgang in Regensburg und der Eichstätter Domvikar und Jugendseelsorger Clemens Mennicken in den Mittelpunkt ihrer Ansprachen bei den Gottesdiensten, die von Werner Meier aus Deining und Markus Grimmeisen aus Velburg musikalisch mitgestaltet wurden.

Ein Dank an die US-Amerikaner

Und diesen Glauben gilt es auch jetzt, in einer was Glaube und Kirche betrifft sehr schwierigen Zeit, an die kommenden Generationen weiterzugeben. „An was hätten sich die durch staatliche Entscheidungen binnen kürzester Zeit verfügten Umsiedler 1951 festhalten sollen, wen sie keinen Glauben gehabt hätten“, stellte Prälat Möstl die Frage an die Gottesdienstgemeinde, wenn sie keinen Glauben und damit auch keine Hoffnung auf eine Zukunft gehabt hätten. Das diese Umsiedlertreffen im Bereich des Truppenübungsplatzes überhaupt möglich sind und vor allem auch wie sie unterstützt werden, dafür galten die Dankesworte der Organisatoren den zuständigen Stellen der Verwaltung seitens der US-Armee und Norbert Wittl von der Verbindungsstelle für Öffentlichkeitsarbeit.

Und das diese früheren Gemeinde- und Pfarreiorte nicht vergessen sind, dafür stehen die zuletzt nun auch in Pielenhofen angebrachten Informationstafeln und bauliche Maßnahmen, die hier im Zusammenhang mit dem Artenschutz bei Fledermäusen und als Ausgleichsmaßnahmen für Baumaßnahmen im Übungsplatzareal vorgenommen wurden.

Neu errichte Dorfkapelle

So hat man in den verblieben Überresten des Ortes Pielenhofen die einstige Dorfkapelle originalgetreu wieder errichtet und bei der Pfarrkirche „St. Marie und Luzia“ in Lutzmannstein wurden die Restbestände der Außenmauern wieder mit Bruchsteinen hochgezogen. Zwischenzeitlich wurde hier auch schon der Dachstuhl aufgebracht.

Dr. Albert Böhm erläuterte als verantwortlicher Leiter der Umweltabteilung bei den US-Behörden den sichtlich erfreuten Umsiedlern diese Maßnahmen. „Auch wenn wir nicht mehr hier sein können, unsere einstige Heimat ist dennoch nicht vergessen“, stellte angesichts dieser jüngsten Entwicklungen eine frühere Ortsbewohnerin von Pielenhofen für sich mit Tränen in den Augen fest.

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