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Verkehr

Kreis Neumarkt arbeitet an besserem ÖPNV

Eine Initiative fragte Pyrbaumer nach ihren Wünschen. Ein großer Teil ist dort schon erfüllt. Auch anderswo tut sich was.
Von Lothar Röhrl

Dieser Bus der Linie 505 Postbauer-Heng nach Allersberg-Rothsee hält in Pyrbaum am Wolfsteiner Platz: Obwohl die Gemeinde am besten im Landkreis Neumarkt mit Busverkehr angeschlossen ist, gibt es noch Wünsche.Foto: Röhrl
Dieser Bus der Linie 505 Postbauer-Heng nach Allersberg-Rothsee hält in Pyrbaum am Wolfsteiner Platz: Obwohl die Gemeinde am besten im Landkreis Neumarkt mit Busverkehr angeschlossen ist, gibt es noch Wünsche.Foto: Röhrl

Pyrbaum.Mehr Taktverkehr, günstigere Fahrpreise und besser durchschaubare Fahrpläne – wer wie die Initiative „PYR-einander“ Bürger aus der Marktgemeinde Pyrbaum befragt, kommt auf solche Ergebnisse. Und das wohl überall im Landkreis Neumarkt. Das weiß Heinz Kiefer von „PYR-einander“. Das weiß mit Michael Endres auch der für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Landkreis zuständige Sachgebietsleiter im Landratsamt.

Wer mit dem Seligenportener Bernd Glas noch jemanden zum Thema befragt, der selbst einige Initiativen für mehr ÖPNV-Angebote angestoßen hat, der kommt zu dem Schluss: Es tut sich schon einiges, aber es fehlt an Akzeptanz in der Bevölkerung. Viele wissen schlicht nicht. wie und wann sie als Alternative zum eigenen Pkw von A nach B kommen könnten. Doch das soll sich ändern.

Pyrbaum ist ein Vorreiter

Den Ist-Zustand hatte „PYR-einander“ mit einem Fragebogen erfragt. Er lag dem in einer Auflage von 2400 Exemplaren erscheinenden Mitteilungsblatt der Marktgemeinde Pyrbaum bei. Rund 100 Rückmeldungen habe es gegeben. Neben der erwähnten grundsätzlichen Kritik am ÖPNV gab es konkrete Wünsche wie Busangebote bis 22 Uhr, einen Nightliner am Wochenende für Fahrten von Jugendlichen zu den angesagten Lokalitäten in Neumarkt und die Wiedereinführung einer direkten Verbindung von Pyrbaum nach Nürnberg-Langwasser zu einer der dortigen U-Bahnstationen.

Allerdings, so wendet Marktrat Bernd Glas dazu ein, seien schon einige dieser Wünsche erfüllt. Etwa der mit dem „Nightliner“, sagte Glas, der Jahrzehnte das Omnibusunternehmen Arzt leitete und als 3. Bürgermeister von Pyrbaum maßgeblich einen Ausbau des Bus-Angebots vorantrieb. Der „Nightliner“ heißt jetzt offiziell „Nachtbus“ – nachdem er über Jahre als „Discobus“ darüber hinwegtäuschte, dass jede Generation freitags und samstags das Angebot nutzen darf. Richtung Nürnberg gehe es seit einigen Jahren von Montag bis Freitag zwar nicht mit einer Direktverbindung. Aber stündlich mit der Linie 505 entweder mit Umsteigen in Postbauer-Heng zur S-Bahn-Linie 3 oder im Regionalbahnhof Allersberg-Rothsee zu Zügen der Regionalbahnlinie Allersberg-Nürnberg und der Regionalexpressverbindung München-Nürnberg. Nach gut einer Dreiviertelstunde (mit Umsteigezeit) werde mit dem Hauptbahnhof ein Ziel mitten in der Großstadt Nürnberg erreicht.

Eine spezielle Umfrage zum Informationsstand von Bürgern über den ÖPNV finden Sie hier:

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Außerdem erinnerte Bernd Glas an den von ihm vor initiierten und mitfinanzierten PyPoLino: Die Busse fahren nicht nur Ortsteile der Märkte Pyrbaum und Postbauer-Heng sowie die Bahnhöfe in Allersberg und Postbauer-Heng an. Zusätzlichen werden in Neumarkt das Klinikum und das Ärztehaus angefahren. Mit jährlichen Steigerungen von drei bis fünf Prozent erweise sich der PyPoLino nach schwierigen Anfangsjahren als Erfolg. Außerdem würden Anrufsammeltaxis dafür sorgen, dass bis zur letzten S-Bahn, die in Postbauer-Heng von Nürnberg kommt, auch am Wochenende Fahrten mit dem öffentlichen Personennahverkehr möglich sind.

Einen Kommentar zum Thema ÖPNV lesen Sie hier:

„Man muss halt ordentlich Werbung machen“, betonte Bernd Glas im Gespräch mit der Mittelbayerischen. Wie das aussehen kann, lieferte er am Beispiel seiner Marktgemeinde nach: „Wir haben Plakate mit Fahrplänen und einer Übersicht über die nötigen Fahrkarten mit Preisen in öffentlichen Gebäuden und in Arztpraxen aufgehängt.“

Ziel: Für 1,90 Euro Rufbus fahren

Michael Endres ist im Landratsamt der Leiter des Sachgebiets für den ÖPNV. Foto: Röhrl
Michael Endres ist im Landratsamt der Leiter des Sachgebiets für den ÖPNV. Foto: Röhrl

Was in beiden Märkten in Sachen ÖPNV passiert, findet auch bei Michael Endres Gefallen. Ohnehin freut er sich darüber, dass der ÖPNV im Landkreis Neumarkt gut vorankomme. In 17 von 19 Gemeinden gebe es schon Rufbusangebote. Die Ausstattung der Busse verbessere sich ständig: Neue Niederflurbusse hätten bis zu 14 Sitz- und zwölf Stehplätze. Außerdem sei Platz für einen Rollstuhl vorhanden.

Verständnis äußerte Endres für eine Hauptkritik: die an den Fahrpreisen. Und damit auch am Tarifsystem, das manchen noch immer zu undurchsichtig sei. Zumindest im Rufbus-Bereich möchte der Landkreis Neumarkt etwas für Einfachheit tun. „Wir haben beim Verkehrsverbund Großraum Nürnberg den Antrag gestellt, dass jede Fahrt im Rufbus 1,90 Euro kostet“, berichtete Endres. Von diesem VGN werde das derzeit geprüft.

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