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Verkehr

Neumarkter Radweg wird zur Tabuzone

Einst war er ein Radweg, nun ist der Weg in der Wallensteinstraße für Radler verboten. Die Stadt beruft sich auf die StVO.
Von Gerd Schlittenbauer

Dieser Weg ist ein Zankapfel. Foto: ngs
Dieser Weg ist ein Zankapfel. Foto: ngs

Neumarkt.Gesetzeslagen können manchmal erdrückend sein, und manchmal gibt es offensichtlich kein Für und Wider: „In Tempo-30-Zonen darf es keine Radwege geben“, informiert Neumarkts Pressesprecher Dr. Franz Janka.

MZ-Leserin Gisela Suchomel aus Woffenbach hatte auf ein Problem in der dortigen Wallensteinstraße hingewiesen und sich Sorgen um die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern gemacht. Rund 35 Jahre lang, sagt Gisela Suchomel, habe es dort einen beschilderten Rad- und Fußweg gegeben. Der sehr breite Weg neben der Straße sei von Radfahrern und Fußgängern benutzt worden, seit sie dort im Jahre 1985 hingezogen ist.

Vor etwa einem Vierteljahr allerdings, sagt Suchomel, sei das Radwegeschild entfernt worden. Mit der Folge, dass die Radfahrer den breiten Weg nicht mehr nutzen dürfen. „Man müsste jetzt eigentlich auf der Straße fahren“, sagt Suchomel, „aber viele Radfahrer nutzen dennoch den Gehweg, weil sie dies seit vielen Jahren gewohnt sind.“ Und weil ihnen das Fahren auf der Straße zu risikoreich sei.

Anwohner sind nun für die Winterpflege verantwortlich

Die Anwohnerin findet diese Situation gefährlich und glaubt, die Stadt habe die Regelung auch deswegen geändert, „damit sie dort nicht Schnee räumen muss.“ Die Anwohner hätten nämlich von der Stadtverwaltung eine Nachricht bekommen, dass sie künftig für die Winterpflege dieses Weges zuständig seien.

Außerdem wollte Gisela Suchomel wissen, wie denn nun die Rechtslage sei, wenn etwas passiere – schließlich gebe es in der Wallensteinstraße auch Unfallschwerpunkte, zum Beispiel etwa an der Kreuzung zur Max-Künzel-Straße. Die Anwohnerin habe bei der Stadt angefragt. Dort man habe ihr gesagt, das Problem werde weitergegeben. „Mir geht es auch um die Kinder“, sagt Gisela Suchomel. „Viele radeln dort zu den Gymnasien und Realschulen. Die Leute sollen einfach Bescheid wissen. Man muss das Problem bekannt machen.“

Janka klärt auf: „Wir haben im ganzen Stadtgebiet die blauen Radwegschilder in Tempo-30-Zonen entfernt. Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) sind dort Radwege nicht möglich, die Radfahrer müssen die Straße benutzen.“

Radfahrer müssen Gewohnheiten ablegen

Dies hat nun also zur Folge, dass die Radfahrer in Woffenbach jahrzehntelange Gewohnheiten ablegen müssen: „Wenn ein Radler auf dem Bürgersteig fährt, muss das geahndet werden“, sagt Janka. Dafür zuständig sei allerdings nicht die Stadt, sondern die Polizei. Im Falle, dass etwas passiert, gelte die normale Rechtslage.

Das heißt also de facto für die Fahrradfahrer in der Wallensteinstraße, dass ihr bisher gewohnter, breiter „Radweg“ künftig für sie tabu ist. „Dieses Gesetz gilt übrigens in ganz Deutschland“, sagt Dr. Franz Janka.

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