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Verkehr

Ortsumgehungen bleiben heiß begehrt

Was in Mühlhausen schon umgesetzt ist, steht in anderen Gemeinden des Kreises Neumarkt noch ganz oben auf der Wunschliste.
Von Lothar Röhrl

Problemfall Enge der Ortsdurchfahrt Unterbuchfeld: Dieser Lastzug brauchte am Montagmittag dessen ganze Breite. Fotos: Röhrl
Problemfall Enge der Ortsdurchfahrt Unterbuchfeld: Dieser Lastzug brauchte am Montagmittag dessen ganze Breite. Fotos: Röhrl

Neumarkt.Diese Szene soll typisch für die Ortsdurchfahrt von Unterbuchfeld sein: Ein Lastzug befährt die S-förmig angelegte Ortsdurchfahrt von Unterbuchfeld nicht ganz rechts, sondern in der Fahrbahnmitte. „Wenn ein Laster entgegengekommen wäre, wären beiden im Schritttempo aneinander vorbei. Hinter ihnen hätte es sich gestaut.“ Das soll sich laut einer von der Mittelbayerischen befragten Pendlerin, die jeden Werktag gegen 7.15 Uhr den Deininger Ortsteil passiert, mindestens einmal in der Woche wiederholen. Eine Ortsumgehung würde sich nicht nur diese Dame wünschen. Sondern erst recht die Anwohner: Einer von ihnen sagte der Mittelbayerischen am Montagmittag: „Es ist wirklich schlimm.“ Was die Unterbuchfelder wohl noch lange erdulden müssen, haben die Mühlhausener seit wenigen Wochen hinter sich.

11 000 täglich: Das war einmal

Die Klage über 11 000 Fahrzeuge am Tag prangt jetzt noch an der Ortsdurchfahrt von Mühlhausen. Auf diese Zahl kommt man dort nach Eröffnung der Umgehungsstraße nicht mehr. Foto: Röhrl
Die Klage über 11 000 Fahrzeuge am Tag prangt jetzt noch an der Ortsdurchfahrt von Mühlhausen. Auf diese Zahl kommt man dort nach Eröffnung der Umgehungsstraße nicht mehr. Foto: Röhrl

Mit der Fertigstellung der Ortsumgehung ist in Mühlhausen eine Jahrzehnte alte Forderung der Anwohner entlang der Hauptstraße umgesetzt worden. Das Plakat „11 000 Fahrzeuge jeden Tag; kennt Ihr einen, der das mag?“ prangt noch immer an einem Zaun neben der alten Ortsdurchfahrtstraße. Doch eine Stippvisite des Mittelbayerischen vor dem Besuch in Unterbuchfeld zeigte: Von diesen 11 000 Fahrzeugen ist zwei Wochen nach der Eröffnung der Ortsumfahrung in der Ortsdurchfahrt keine Spur mehr.

Das hat auch Bürgermeister Dr. Martin Hundsdorfer so empfunden. „Die neue Straße östlich am Kernort vorbei wirkt sich sehr positiv auf den Ortskern aus. Für diesen ist sie schon jetzt eine spürbare Entlastung.“ Dabei, so legte das Gemeindeoberhaupt an Information nach, sei die ganze Ortsumgehung der Bundesstraße 299 erst im Herbst 2019 fertig. Dann müssten auch alle, die etwa aus dem Bereich Bachhausen Richtung Neumarkt wollten, nicht mehr durch Mühlhausen. Und dennoch zeigten die Erweiterungspläne zweier Verbrauchermärkte, dass auf Mühlhausens Potenzial als Wohnort gesetzt werde. „Wir haben halt auch viel Quellverkehr“, sagte der Bürgermeister zur Tatsache, dass der Hauptort viele Einwohner habe.

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Hier die erfüllte Hoffnung, dort wird noch gehofft. Zum Sachstand der geplanten wichtigsten Ortsumgehungen im Landkreis Neumarkt hat die Mittelbayerische Norbert Biller vom Staatlichen Bauamt Regensburg befragte. Der für den Landkreis Neumarkt mitzuständige Bereichsleiter Straßenbau teilte etwa für die Ortsumfahrung Postbauer-Heng der Bundesstraße 8 mit, dass die Voruntersuchung dafür laufe. „Es werden eine ortsnahe und eine abgerückte Trasse untersucht“, wurde Biller konkreter.

Bei Postbauer-Heng geht es voran

Egal, auf welche Trasse die Wahl fällt: Die Bahnstrecke Nürnberg-Regensburg muss auf jeden Fall gekreuzt werden. Dabei geht es in der Untersuchung darum, ob das mit einer Überführung oder einer Unterführung geschehen muss. 2019 werde es zu diesem Teilaspekt die Erstellung einer Prüfung zur Umweltverträglichkeit und die Abstimmung mit der Deutschen Bahn AG geben, so Biller weiter. Fürs Frühjahr 2020 sei geplant, dass dann die Trasse festgelegt ist. Auf Basis der Entscheidung wird bis Anfang 2022 der Vorentwurf erstellt.

In Mühlhausen und Berngau sieht man derzeit, was Umgehungsstraßen für den Ort bringen können:

Ortsumgehungen im Landkreis Neumarkt

Diesen gibt es bereits Ende dieses Jahres bei den Vorarbeiten zur Ortsumgehung der Staatsstraße 2237 von Rohr bei Freystadt. Dann soll im Oktober 2012 die Planfeststellung beantragt werden. Freystadts Bürgermeister Alexander Dorr wies auf Nachfrage daraufhin, dass aktuell die Trasse östlich an Rohr vorbei zwischen dem Ort und dem Möninger Berg in der Dringlichkeitsstufe 1 angesiedelt sei. Gut 3500 Fahrzeuge täglich sollen so weniger durch Rohr fahren müssen.

Wesentlich mehr würden durch die Umfahrung von Berg betroffen sein. Im Oktober 2019 dürfte der Vorentwurf der Umgehungsstraße fest sein. Vorgesehen ist, dass die Umgehung von Neumarkt aus gesehen bei Riebling von der alten Staatsstraße 2240 abzweigt, östlich an Berg vorbeiführt und bei Meilenhofen zurück auf die alte Trasse schwenkt. Norbert Biller hält den Beginn der Planfeststellung ab 2022 für möglich.

Unterbuchfeld ist der Priorität ganz hinten

Bliebe eben noch Unterbuchfeld. Hier (wie übrigens wenige Kilometer östlich in Lengenfeld) soll die Staatsstraße 2220 gemäß dem Willen der Anwohner aus den Ort herausgelegt werden. Bürgermeister Alois Scherer hat für sich schon mal eine Grobplanung erstellt. Diese sähe eine 2000 Meter lange Umgehung mit einer Trassenbreite von stellenweise bis zu 25 Meter vor. Das Straßenbauamt wolle aber mit der Vorplanung frühestens erst 2020 beginnen. Derzeit würden rund 1400 Fahrzeuge (davon rund 200 Schwerlastfahrzeuge) am Tag durch Unterbuchfeld rollen. Eine Erlösung der Anwohner durch eine Umgehung werde also noch einige Zeit dauern.

Als Übergangsmaßnahme strenge seine Gemeinde daher einen Ausbau der durch den starken Schwerlastverkehr zerschundenen Fahrbahn der Unterbuchfelder Ortsdurchfahrt an. „Erneuert und auch verbreitert“ wünscht sich Scherer als Zwischenlösung.

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