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Verkehr

Umgehung Mühlhausen ab 5. Oktober frei

Am Donnerstag wurden die 28 Tonnen schweren Brückensegmente eingehoben. Damit ist ein weiterer Bauabschnitt vollzogen.
Von Hans Peter Gleisenberg

Mehr als zehn Meter lang sind die Brückenelemente des Bauunternehmens Max Bögl, die über die Umgehungsstraße eingehoben wurden. Foto: Gleisenberg.
Mehr als zehn Meter lang sind die Brückenelemente des Bauunternehmens Max Bögl, die über die Umgehungsstraße eingehoben wurden. Foto: Gleisenberg.

Mühlhausen.Was Industrialisierung im Bauwesen und hier vor allem beim Straßenbau bewirken kann, wurde am Donnerstag bei der Einhebung der Fahrbahnplatten auf der Brücke der Umgehung der B299 um Mühlhausen deutlich. Schon in seiner Begrüßung der zahlreich erschienen Ehrengäste wies der Bereichsleiter Straßenbau, Norbert Biller vom staatlichen Bauamt, darauf hin, dass es unerlässlich sei, mit Mut und Risikomanagement die Bauvorhaben zu gestalten. „Dafür war auch ein partnerschaftliches Miteinander von Nöten. Das alles ist beim Bau dieser Umgehung beherzigt worden und so war die zügige Durchführung ein Produkt der innovativen Zusammenarbeit.“

Arbeiten enden Sommer 2019

Er hatte auch ein „Zuckerl“ für alle am Bau Beteiligten – und natürlich erstrangig für die Mühlhausener Bürger dabei: „Was nur wenige für möglich gehalten hatten, ist nun Fakt. Eine Teilverkehrsfreigabe ist für die 5,4 Kilometer lange Umgehung für den 5.Oktober vorgesehen“. Auch für die Fertigstellung sei ein früherer Zeitpunkt ins Auge gefasst worden. Dafür kündigte Biller Sommer 2019 an. In diesem Zusammenhang machte auch Bauunternehmer Johann Bögl einige Anmerkungen.

Die Ehrengäste schauten ebenfalls gebannt zu. Foto: Gleisenberg
Die Ehrengäste schauten ebenfalls gebannt zu. Foto: Gleisenberg

Der Brückenbau sei eine Weiterentwicklung der bereits fertiggestellten Brücke in Greißelbach und damit ein weiteres Pilotprojekt. „Brücken in dieser Bauweise herzustellen, wird die Aufgabe der Zukunft sein“, sagte Bögl. Diese Arbeitsweise werde notwendig, um die Bauwerke, schneller, langlebiger und auch kostengünstiger zu realisieren. Diese Brücken könnten eine Haltbarkeit von bis zu 40 Jahren haben. Gleichzeitig mahnte er bei den Genehmigungsverfahren der öffentlichen Hand mehr Flexibilität an: „Was nicht der Norm entspricht, wird oft in langwierigen Genehmigungsverfahren versenkt.“

Die 10,60 Meter langen und 2,66 Meter breiten Bauteile wurden mit Tiefladern angeliefert. Zwei Kräne waren mit den Arbeiten beschäftigt. Foto: Gleisenberg
Die 10,60 Meter langen und 2,66 Meter breiten Bauteile wurden mit Tiefladern angeliefert. Zwei Kräne waren mit den Arbeiten beschäftigt. Foto: Gleisenberg

Am Donnerstag wurden nun auf die kürzlich gefertigten Brückenträger sowie die querverspannten Fahrbahnplatten aufgebracht und ins Endlager justiert. Die Platten haben ein Ausmaß von 10,60 mal 2,66 Meter und wiegen 28 Tonnen. Ein weiterer Vorteil dieser Brückenbauart sei, dass die betroffenen Straßen nur kurzzeitig gesperrt werden müssten. Viele Bürger waren gekommen, um dem imposanten Schauspiel beizuwohnen.

Umgehung wird gebraucht

Ein Video von den Arbeiten sehen Sie hier:

Die Umgehungsstraße Mühlhausen

Auch Finanzminister Albert Füracker zeigte sich von den Bauwerken in Mühlhausen beeindruckt. „Wir lernen ständig im Bereich innovativer Bauweise dazu und ich bin stolz, dass gerade im Landkreis Neumarkt solche Baumöglichkeiten erdacht und auch umgesetzt werden.“ Dass eine Teilfreigabe schon in gut zwei Wochen möglich ist, zeige, was möglich ist. Und Füracker ergänzte: „Die Menschen warten auf diese Straße.“

Projektleiter Jürgen Dollhopf, Amtsleiter Norbert Biller sowie Baurat Josef Gilch beobachten die Einhebung der imposanten Brückenbauteile. Foto: Gaupp
Projektleiter Jürgen Dollhopf, Amtsleiter Norbert Biller sowie Baurat Josef Gilch beobachten die Einhebung der imposanten Brückenbauteile. Foto: Gaupp

Bürgermeister Dr. Martin Hundsdorfer war die Freude über den reibungslosen Bau der Umgehung auch diesmal anzusehen: „Es ist immer wieder beeindruckend, wie hier die Bauarbeiten voranschreiten. Fast täglich kann man einen Fortschritt erkennen“. Deshalb dankte er allen Beteiligten, die sich für eine schnelle Realisierung des Vorhabens einsetzten.

Der Zeitplan der Bauarbeiten kann gut eingehalten werden – aber die Kosten sind gestiegen.

Auch der Landrat zeigte sich begeistert. Wie Willibald Gailler sagte, sei alles, was geplant wurde, mit Vernunft und Weitblick geschehen: „Die Früchte einer hervorragenden Zusammenarbeit ernten nun zeitnah die Bürger, aber auch die beteiligten Ämter und Firmen“, sagte Gailler. Der Landkreis hatte mit der Anbindung der Kreisstraße NM 19 einen großen Anteil an der Umsetzung der Umgehungsstraße.

Millimetergenau wurden die 28 Tonnen schweren Bauteile justiert. Foto: Gleisenberg
Millimetergenau wurden die 28 Tonnen schweren Bauteile justiert. Foto: Gleisenberg

Projektleiter Jürgen Dollhopf war ob des zügigen Baufortschritts ebenfalls guter Laune: „Ab dem 5. Oktober ist Mühlhausen von einem großen Teil des Durchgangsverkehrs befreit – was vor allem den Schwerlastverkehr betrifft“. Bis zur endgültigen Fertigstellung sei die Umgehung auch für den landwirtschaftlichen Verkehr frei gegeben.

Erst vor kurzem wurde bekannt, dass Weihersdorf im Zuge der Umgehung einen Lärmschutz bekommen könnte.

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