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Verkehr

Umgehung Postbauer-Heng droht zu platzen

Seit Jahrzehnten wollen Gemeinde und Bürger den Verkehr aus dem Ort haben. Los geht es aber frühestens 2023.
Von Michael Schrafl

Bis zu 1300 Fahrzeuge schlängeln sich täglich auf der B 8 durch Postbauer. Foto: Schrafl
Bis zu 1300 Fahrzeuge schlängeln sich täglich auf der B 8 durch Postbauer. Foto: Schrafl

Postbauer.Wenn es optimal laufen würde, dann könnte mit dem Bau der Ortsumgehung (B 8) von Postbauer im Jahre 2023 begonnen werden. Dies sagte Baudirektor Josef Gilch vom Staatlichen Bauamt Regensburg den Bürgern im Deutschordensschloss.

Welche der beiden möglichen Trassen (ortsnah oder möglichst weit davon entfernt) einmal verwirklicht wird, hängt von mehreren Faktoren ab. So soll der größtmögliche Nutzen für den Verkehr, für die Bürger, für die Umwelt und für die Landwirtschaft erzielt werden. „Zudem muss die ganze Maßnahme bautechnisch und finanziell machbar sein“, erklärte Fachbereichsleiter Norbert Biller.

Wichtig sei beim Grunderwerb der faire Umgang mit den Grundstücksbesitzern. Bürgermeister Kratzer meinte: „Wenn wir es nicht schaffen, die Grundstücke zu vernünftigen Preisen zu erwerben, können wir die ganze Sache vergessen.“ Der Bürgermeister zeigte in seinen Ausführungen das bisherige Engagement der Gemeinde in der Sache „Verlegung der Bundesstraße 8“ auf. Danach ist die Trasse der Nordumgehung bereits im Flächennutzungsplan von 1978 enthalten. Schon damals sprachen sich die Grundstücksbesitzer gegen die Veräußerung von Flächen an die Gemeinde aus.

2000 hatte dann in Verkehrsplanungsbüro täglich 10 300 Fahrzeuge im Durchgangsverkehr gezählt. 8400 Fahrzeuge, so hieß es damals, ließen sich auf die Umgehungsstraße verlagern. Immer im Klaren war man sich, dass die Umgehungsstraße nur gemeinsam mit der benachbarten Gemeinde Burgthann gebaut werden kann.

Verkehrsaufkommen auf der B 8 bei Postbauer-Heng steigt

Das Bauvorhaben ruhte für lange Zeit, weil das staatliche Bauamt ursprünglich die Abstufung der B 8 zur Staatsstraße geplant hatte. Im März 2014 wurde die Umgehungsstraße als vordringlich im Bundesverkehrswegeplan aufgenommen, ebenso das dritte Gleis zwischen Feucht und Neumarkt.

In der Begründung der Dringlichkeitseinstufung heißt es: „Das Projekt hat eine hohe städtebauliche Bedeutung und erhöht die Leistungsfähigkeit auf der West-Ost-Achse zwischen dem südlichen Landkreis Nürnberger Land und Neumarkt. Das Ziel ist in erster Linie die Entlastung der Ortsdurchfahrt.“

„Das tägliche Verkehrsaufkommen zeigt, dass dringender Handlungsbedarf besteht.“

Bürgermeister Horst Kratzer

Der Bürgermeister pocht auf Handlungsbedarf. „Das tägliche Verkehrsaufkommen von 13 000 bis 13 400 Fahrzeugen, gemessen von Montag bis Freitag, zeigt, dass dringender Handlungsbedarf besteht“, sagt Kratzer. Nach den Prognosen soll der Verkehr bis zum Jahre 2035 um elf Prozent auf 14 400 Fahrzeuge am Tag anwachsen.

„Die Baumaßnahme ist in der ersten Dringlichkeit bis zum Jahre 2030 verankert“, ergänzt Baudirektor Gilch. Nach seiner Einschätzung wird durch die Umgehung der Durchgangsverkehr um 50 bis 55 Prozent abnehmen. Wegfallen wird auch die große Lärmbelastung durch die 800 Lastwägen am Tag. Wie Gilch weiter ausführte, hat die Bahn noch nicht festgelegt, auf welcher Seite der Bahnlinie sie das dritte Gleis bauen wird.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Ortsumgehung Postbauer-Heng:

Die Ortsumgehung bei Postbauer-Heng

  • Geschichte:

    Schon 1978 war eine Trasse zur Nordumgehung im Flächennutzungsplan enthalten. Das Bauvorhaben ruhte aber lange.

  • Fakten:

    Die Dringlichkeitsstufung der Ortsumgehung ist mit „vordringlicher Bedarf“ benannt. Die Länge der Straße soll 2,2 Kilometer sein, die Gesamtkosten belaufen sich auf acht Millionen Euro. Ein möglicher Baubeginn ist aber erst im Jahr 2023.

Enteignung sollte das allerletzte Mittel sein

Die Trasse, wie sie im Flächennutzungsplan enthalten ist, soll vermessen und der Untergrund (Bodenbeschaffenheit, Grundwasser), Flora und Fauna näher untersucht werden. Die nächsten Schritte sind dann die Erstellung eines Vorentwurfs und nach dessen Genehmigung die Erstellung der Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren, bei dem die Fachstellen und auch die Bürger gehört werden.

Nach Meinung von Fachbereichsleiter Biller hat eine wohnortnahe Umgehungsstraße auch ihre Vorteile. Einmal ist hier der Landverbrauch geringer, zudem gibt es hier einen aktiven Lärm- und Immissionsschutz, wovon die Bürger profitieren. Wie er sagte, sollte die Enteignung der Grundstücksbesitzer in Zukunft wirklich das letzte Mittel für den Grunderwerb sein.

Nach Aussage von Bürgermeister Kratzer haben die Messungen an der Hauptstraße ergeben, dass die Messwerte für Feinstaub PM-10 und Stickstoffdioxid unter den verbindlichen Grenzwerten liegen.

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