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Erster Weltkrieg

Verse für den Krieg

Die Propaganda im Ersten Weltkrieg kommt mitunter auch in Versform daher. Wie beispielsweise am 15. August 1914 im Neumarkter Tagblatt.

Vermeintlicher Heldenmut wurde im Ersten Weltkrieg mit dem Eisernen Kreuz belohnt. Foto: Reichel

Neumarkt.Während des Ersten Weltkrieges sind immer wieder Gedichte im Neumarkter Tagblatt abgedruckt, die natürlich ganz im Sinne der offiziellen Propaganda den Kampfgeist der Deutschen und ihrer Soldaten glorifizieren und stärken sollen. Ein solches Gedicht eines gewissen Bernhard Bott druckt die Heimatzeitung in ihrer Ausgabe vom 15. August 1914 ab. Es trägt den schwer pathetischen Titel „Es loht ein heller Feuerschein“.

Es loht ein heller Feuerschein

Rings über alle Höhen

Und loht ins deutsche Land hinein

Und läßt im Sturmeswehen

Die deutschen Herzen all zusammen

Zu trotzig-kühnem Mut entflammen

Germania in dem Eisenkleid

Schwingt stolz des Kampfes Zeichen,

Ruft ihre Söhne weit und breit,

Gewachsen wie die Eichen,

Und führt sie zum gerechten Kriege

Gen welsche Tücke, welsche Lüge.

Das Schwert heraus! Dehn Hahn gespannt!

Es gilt die deutsche Ehre,

Es gilt das große Vaterland

Vom Alprand bis zum Meere!

Und aller Welt zeig‘ deutsche Treue

Und deutsche Kraft sich jetzt aufs neue!

Ob uns nun Nord und Ost und West

Bedräuen auch und hassen,

Gott, der die Deutschen nie verläßt,

Wenn sie ihn nicht verlassen,

Wird seinen Segen, seine Gnade

Uns senden auf die Kampfespfade.

Ihr deutschen Frauen, trauert nicht,

Wenn wir zu Felde ziehen,

Wenn uns im Streit das Herze bricht!

O, lasset ihr erblühen

Der Liebe und des Mitleids Werke!

Seid Engel uns der Kraft und Stärke!

So lohe heller Feuerschein

Rings über alle Höhen

Und loh‘ ins deutsche Land hinein

Und laß im Sturmeswehen

Die deutschen Herzen all zusammen

In trotzig-kühnem Mut entflammen!

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