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Erster Weltkrieg

Viele Soldaten erwarten schnellen Sieg

„Freue mich schon für Vaterland kämpfen zu können“, schreibt ein Neumarkter Soldat in einer Karte, die das Tagblatt am 10. August 1914 veröffentlicht.

Noch jubeln diese bayerischen Soldaten euphorisch im Glauben an einen schnellen Sieg aus den Fenstern eines Zuges, der sie an die Front bringt. Foto: dpa

Neumarkt.Die ersten Auswirkungen des noch jungen Ersten Weltkriegs bekommt auch die Stadtverwaltung von Neumarkt zu spüren. Im Tagblatt vom 10. August 1914 ist zu lesen, dass Bürgermeister Josef Weißenfeld Freiwillige sucht. Da drei Polizisten eingezogen wurden, sind die verbliebenen Schutzmänner überlastet. Die Freiwilligen sollen Nachtdienste übernehmen.

Derweil macht die Firma Carl Zinn darauf aufmerksam, dass sie „bis auf weiteres den Frauen und Kindern des zu den Fahnen einberufenen Personals allwöchentlich außer Barunterstützung das von denselben benötigte Brot, sowie Mehl und Teigwaren“ zur Verfügung stellt. „Eine Entlassung von Personal wird, soweit Einzelne nicht eine andere Beschäftigung finden, tunlichst vorerst vermieden und lieber die Arbeitszeit reduziert werden.“

Um die Begeisterung der deutschen Truppen für Kaiser und Reich zu unterstreichen veröffenlicht das Tagblatt eine Karte, „welche Herr Vizefeldwebel Braßler bisher in Diensten der Bayer. Disconto- und Wechselbank hier an seine Collegen schrieb: ,Sind eben auf der Fahrt nach Frankreich, freue mich schon fürs Vaterland kämpfen zu können.’“ Das Tagblatt kommentiert dies mit den Worten: „Lieb Vaterland magst ruhig sein“.

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